Hintergründe

Revolutionäre Theorie und Praxis nach dem “Ende der Ideologien”

In vorangegangenen Artikeln haben wir die Beziehung zwischen Revolte und Revolution aus verschiedenen Blickwinkeln der Entwicklung des aktuellen Zyklus des Klassenkampfes erörtert. Der letzte Artikel war dem heutigen internationalistischen Kampf gewidmet. In diesen Zeilen werden wir uns auf die Bedeutung der revolutionären Theorie für diese Kämpfe konzentrieren.

Revolutionäre Theorie und Praxis nach dem

Ohne revolutionäre Theorie kann es keine revolutionäre Bewegung geben

Der Satz, der diesen Abschnitt betitelt, entspricht ein­er bekan­nten Aus­sage von Lenin in der Schrift Was tun? (1902), aber lässt sich leicht bis zu den Ursprün­gen des Marx­is­mus mit Marx und Engels zurück­ver­fol­gen. Um ihn zu bekräfti­gen, fügte Lenin hinzu, dass dieser Gedanke “nicht genug betont wer­den” kann. Dies ist heute nicht weniger bedeu­tend, nach Jahrzehn­ten der rev­o­lu­tionären Diskon­ti­nu­ität und ide­ol­o­gis­chen Reak­tion, in denen die Post­mod­erne als “Geist der Epoche” die Idee der Rev­o­lu­tion und sog­ar die Exis­tenz ein­er “objek­tiv­en” Real­ität über den Text hin­aus zu ver­ban­nen suchte [1]; begleit­et von den vielfälti­gen The­o­rien vom Ende “der Ide­olo­gien”, “der Geschichte” (des Klassenkampfes), “der Arbeit”, usw.

Der gegen­wär­tige Zyk­lus des Klassenkampfes auf inter­na­tionaler Ebene mit seinen ver­schiede­nen Momenten inner­halb jeden Prozess­es ist ein­er der aus­gedehn­testen und bedeu­tend­sten – wenn nicht sog­ar der bedeu­tend­ste – seit dem Ende des let­zten Jahrhun­derts. Jet­zt find­et er nach mehr als drei Jahrzehn­ten ohne Rev­o­lu­tion (wenn auch nicht frei von wichti­gen Auf­stän­den, rev­o­lu­tionären Tagen und Prozessen, die ein­er Rev­o­lu­tion nahe kamen, wie Ägypten 2011) statt, nach­dem es der Bour­geoisie gelun­gen war, den Kap­i­tal­is­mus in Län­dern defin­i­tiv wieder­herzustellen, in denen das Kap­i­tal im 20. Jahrhun­dert enteignet wurde, wie der UdSSR, Osteu­ropa, Chi­na, Viet­nam usw.. Dies waren Jahrzehnte des Rück­zugs, in denen die Arbeiter*innenbewegung mit anse­hen musste, wie ihre tra­di­tionellen Organ­i­sa­tio­nen sich gegen sie selb­st wandten und sich der neolib­eralen Offen­sive und – im Falle der ehe­ma­li­gen bürokratis­chen Arbeiter*innenstaaten – der kap­i­tal­is­tis­chen Restau­ra­tion beugten.(2]

Es sind 30 Jahre ver­gan­gen seit dem Fall der Berlin­er Mauer, aber auch 11 Jahre seit dem Fall von Lehman Broth­ers – Sym­bol der Krise von 2008. Heute nimmt ein neues inter­na­tionales Szenario Gestalt an. Es eröffnet die Möglichkeit eines Wieder­au­flebens der rev­o­lu­tionären Bewe­gung im 21. Jahrhun­dert, für die es uner­lässlich ist, die sub­jek­tiv­en Bedin­gun­gen nach Jahrzehn­ten der kap­i­tal­is­tis­chen Offen­sive zu erneuern. Der Kampf um den Auf­bau rev­o­lu­tionär­er Parteien auf nationaler und inter­na­tionaler Ebene nimmt eine grundle­gende Bedeu­tung an, und die rev­o­lu­tionäre The­o­rie ist ein entschei­den­der Fak­tor in diesem Kampf. In diesem Sinne möcht­en wir kurz und begren­zt auf fünf Prob­leme hin­weisen, die wir derzeit für entschei­dend hal­ten: 1) Hege­monie und Selb­stor­gan­i­sa­tion; 2) The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion; 3) konkrete Analyse von Sit­u­a­tio­nen; 4) Strate­gie; 5) die kom­mu­nis­tis­che Per­spek­tive.

1. strategische Positionen, Hegemonie und Selbstorganisation

Jahrzehn­te­lang wurde die Arbeiter*innenklasse für unwieder­bringlich geschwächt oder fast aus­gestor­ben erk­lärt. Als Grund­lage wur­den bes­timmte Phänomene aus dem Gesamt­bild isoliert, um ihnen einen unbe­gren­zten Wert zu ver­lei­hen: die Prozesse der “Ver­lagerung” von Unternehmen in Wes­teu­ropa und den USA, ohne zu sehen, dass die Arbeiter*innenklasse ander­swo, ange­fan­gen bei Chi­na, stärk­er wurde; die größere Het­ero­gen­ität der Klasse, dabei außer Acht gelassen, dass dies ein Pro­dukt ihrer wach­senden Aus­dehnung war; der enorme Prozess der Zer­split­terung, den sie erlitt, ohne zu bedenken, dass sie weit­er­hin die “strate­gis­chen Posi­tio­nen” der Wirtschaft beset­zte; usw. [3]. Diese Art von Ide­olo­gie über die Arbeiter*innenklasse wurde nicht nur von Think-Tanks und der akademis­chen Recht­en propagiert, son­dern auch von The­o­rien, die den Sozial­is­mus oder Kom­mu­nis­mus als ihr Ziel beansprucht­en. Unter den meist­ge­le­se­nen, reduzierten Laclau und Mouffe die strate­gis­che Debat­te der Arbeiter*innenklasse auf ein Prob­lem des “Klasse­nessen­tial­is­mus” [4], und Negri set­zte sich dafür ein, dass der Begriff der “Mul­ti­tude” sie erset­zen sollte. 5] Alles in allem war es – und ist dies immer noch – eine sehr bre­ite ide­ol­o­gis­che Offen­sive, die vie­len der Strö­mungen, die sich als rev­o­lu­tionär-marx­is­tisch ver­ste­hen, einen Schlag ver­set­zte. Dies geschah auf zwei ent­ge­genge­set­zte, aber sich ergänzende Weisen.

Auf der einen Seite gab es diejeni­gen, die in gewis­sem Maße der Parole nach­gaben, dass die Arbeiter*innenbewegung nur eine weit­ere “soziale Bewe­gung” sei und dass der Kampf um ihre Hege­monie auf einen “Klasse­nessen­tial­is­mus” zurück­falle. Daher wurde der Auf­bau rev­o­lu­tionär­er Parteien durch die Strate­gie von “Parteien der Bewe­gun­gen” oder “bre­it­en Parteien” erset­zt, die kein rev­o­lu­tionäres Pro­gramm oder Strate­gie hat­ten, um sich ober­fläch­lich an “den Bewe­gun­gen”, so wie sie sind, zu beteili­gen. Der emblema­tis­chste Fall ist vielle­icht die franzö­sis­che NPA (Neue Antikap­i­tal­is­tis­che Partei), da sie aus der Selb­stau­flö­sung ein­er der wichtig­sten Organ­i­sa­tio­nen des Trotzk­ismus auf inter­na­tionaler Ebene, der franzö­sis­chen Rev­o­lu­tionär-kom­mu­nis­tis­chen Liga (Ligue com­mu­niste rev­o­lu­tion­naire), her­vorg­ing. Daniel Ben­saïd, der ein­er ihrer Haup­tan­führer war, hat­te zu Recht darauf hingewiesen, wie in Bezug zur linken Intellek­tuellen mit Fou­cault und Deleuze “die auf Null reduzierte Strate­gie” [7] erre­icht wor­den war. Allerd­ings sollte er schließlich die Grün­dung ein­er Partei ohne Strate­gie vorantreiben. Unter den “bre­it­en Parteien” kön­nen wir auch die brasil­ian­is­che PSOL (Partei für Sozial­is­mus und Frei­heit) nen­nen.

Auf der anderen Seite gab es diejeni­gen, die sich auf eine Selb­st­bestä­ti­gung der Arbeiter*innenklasse außer­halb ein­er hege­mo­ni­alen Poli­tik beschränk­ten und eine rou­tinierte und gew­erkschaftliche Aus­rich­tung des friedlichen Zusam­men­lebens inner­halb der Arbeiter*innenorganisationen, wie sie sind, ver­tieften. Dies ist zum Beispiel bei Lutte Ouvrière in Frankre­ich oder der PSTU in Brasilien der Fall, die zu den wichtig­sten gehören. Eine Zwis­chen­vari­ante drück­te die PO in Argen­tinien aus, indem sie einen Teil der Arbeiter*innenklasse, die Arbeit­slosen­be­we­gung, als neues Sub­jekt (“Piquetero-Sub­jekt”) aufrichtete, um sie später mit ein­er nicht-hege­mo­ni­alen Poli­tik in den Gew­erkschaften zu verbinden.

Es ist keine meta­ph­ysis­che “Essenz”, die die Arbeiter*innenklasse zum zen­tralen Akteur im rev­o­lu­tionären Kampf für den Sozial­is­mus macht. Sie ist vielmehr der Teil der aus­ge­beuteten und unter­drück­ten Massen, der die “strate­gis­chen Posi­tio­nen” beset­zt, die eine Gesellschaft zum Funk­tion­ieren bringt. Das gibt ihr unter anderem die Kraft, die Gesellschaft lah­mzule­gen. Eine Qual­ität, die nicht nur nicht ver­loren gegan­gen ist, son­dern in der let­zten Zeit sog­ar noch zugenom­men hat, ins­beson­dere mit dem Sprung in der Urban­isierung und der Bedeu­tung, die der städtis­che Trans­port in den Metropolen gewon­nen hat, wie man heute im Streikprozess in Frankre­ich sehen kann. Die “strate­gis­chen Posi­tio­nen” geben der Arbeiter*innenklasse eine priv­i­legierte Stel­lung als Artiku­la­tor ein­er unab­hängi­gen Macht, die in der Lage ist, die aus­ge­beuteten und unter­drück­ten Massen mit­tels ihrer Selb­stor­gan­i­sa­tion und Selb­stvertei­di­gung zu vere­inen, um den bürg­er­lichen Staat in die Knie zu zwin­gen [8]. Die Kon­trolle dieser Schlüs­sel­po­si­tio­nen für die gesellschaftliche Pro­duk­tion und Repro­duk­tion ist wiederum entschei­dend für die Schaf­fung ein­er neuen (sozial­is­tis­chen) Ord­nung, die in der Befreiung der Gesellschaft von Aus­beu­tung und Unter­drück­ung voran­schre­it­en kann.

Nun hat sich die Frauen­be­we­gung in vie­len Län­dern zu ein­er mächti­gen Massen­be­we­gung entwick­elt; in Chile, einem der Epizen­tren des aktuellen Zyk­lus, find­et sie eine ihrer wichtig­sten Aus­drucks­for­men. [9] Eben­so die Umwelt­be­we­gung mit Erschei­n­un­gen wie “Fri­days for Future” oder “Extinc­tion Rebel­lion” [10]. Die Studieren­den­be­we­gung an Orten wie Chile oder Frankre­ich hat ihrer­seits eine enorme Kampf­tra­di­tion. Die spez­i­fis­chen Sek­toren der Arbeiter*innenklasse, die “strate­gis­che Posi­tio­nen” ein­nehmen, die vom Rest der Klasse – z.B. der prekären Jugend, die ein Schlüs­se­lak­teur in einem großen Teil der Prozesse des gegen­wär­ti­gen Zyk­lus war – und von den zuvor genan­nten Bewe­gun­gen aber getren­nt sind, sind zur Zer­split­terung und zu ein­er Sisy­phusar­beit ver­dammt, die nur par­tielle und pro­vi­sorische Verbesserun­gen ermöglicht. Aber ohne diese entschei­dende Kraft der Arbeiter*innen, fehlt den Bewe­gun­gen der Student*innen, der Frauen, der Ökolog*innen, der Immigrant*innen usw. als solchen die notwendi­ge Kraft, um die Kapitalist*innen und ihre Staat­en zu bezwin­gen und eine neue soziale Ord­nung zu etablieren.

Deshalb bleibt Trotzkis Aus­sage weit­er­hin gültig, dass es kein rev­o­lu­tionäres Pro­gramm (und keine Strate­gie) geben kann, ohne für die Schaf­fung von Orga­nen der Selb­stor­gan­i­sa­tion und der Ein­heits­front der Massen wie “Sow­jets” oder Räte zu kämpfen, die in der Lage sind, alle kämpfend­en Sek­toren zu verknüpfen und eine alter­na­tive Macht darzustellen. Die Geschichte ist voller Beispiele, mit jew­eils größer­er oder kleiner­er Entwick­lung, von den rus­sis­chen Sow­jets und den deutschen Räten, über die iranis­chen Schoras bis hin zu den chilenis­chen Cor­dones Indus­tri­ales.

Diese “sow­jetis­che” Strate­gie, die unab­d­ing­bar ist, um nicht in das Nebeneinan­der unver­bun­den­er Bewe­gun­gen oder gew­erkschaftlichen Kor­po­ratismus zu ver­fall­en, scheint heute jedoch von der Linken prak­tisch vergessen. Sie wieder­herzustellen und weit­erzuen­twick­eln ist ein­er der the­o­retis­chen Kämpfe, den die Trotzk­istis­che Frak­tion für die Vierte Inter­na­tionale (FT-CI) seit ihrer Grün­dung geführt hat und der ihre Prax­is bes­timmt hat. Nur eine rev­o­lu­tionäre Partei, die in die Arbeiter*innen‑, Frauen- und Studieren­den­be­we­gun­gen usw. ein­greift und ver­sucht, ihre eige­nen Strö­mungen zu entwick­eln, die für diese Per­spek­tive der Selb­stor­gan­i­sa­tion kämpfen, wird sich angesichts der Prozesse der Massen­radikalisierung wirk­lich vornehmen kön­nen, die materiellen Kräfte zu artikulieren, die in der Lage sind, die Mehrheit der Arbeiter*innenklasse zu vere­inen und für eine neue Hege­monie unter einem rev­o­lu­tionären sozial­is­tis­chen Pro­gramm zu kämpfen.

2. Demokratische Ziele und die “permanente Revolution”

Mit dem “Ende der Geschichte” kam das Pos­tu­lat, dass die bürg­er­liche Demokratie die einzig mögliche Demokratie sei (12]. Von ihrem Klass­en­in­halt entleert, wurde sie als Deck­man­tel für die neolib­erale Offen­sive benutzt. (13] Der Kampf um poli­tis­che Frei­heit­en und Rechte sollte sorgfältig von den struk­turellen sozio-ökonomis­chen Trans­for­ma­tio­nen getren­nt wer­den, die für ihre volle Ver­wirk­lichung uner­lässlich sind. Eine der the­o­retis­chen Ver­sio­nen dieses Ansatzes, der im europäis­chen Neo­re­formis­mus und in den lateinamerikanis­chen “post-neolib­eralen” Strö­mungen pop­ulär ist, ist die von Ernesto Laclau. In sein­er Herange­hensweise an Demokratie und “Pop­ulis­mus” ver­schwinden die objek­tiv­en Grund­la­gen (ökonomis­che Grund­la­gen des Kap­i­tal­is­mus, impe­ri­al­is­tis­che Unter­drück­ung, soziale Klassen, Machtver­hält­nisse): Das Ziel ist die “Radikalisierung der Demokratie” (ohne Adjek­tive) und die Durch­set­zung eines pro­gres­siv­en Pop­ulis­mus.

Trotzkis The­o­rie der per­ma­nen­ten Revolution[14], die auf den Lehren der Rev­o­lu­tio­nen des 19. und frühen 20. Jahrhun­derts basiert, geht genau vom Gegen­teil aus: Die “voll­ständi­ge und effek­tive Lösung” demokratis­ch­er Ziele ist von struk­turellen Verän­derun­gen (zum Beispiel in der Rus­sis­chen Rev­o­lu­tion, dem Kampf gegen die Autokratie und die Enteig­nung der Groß­grundbe­sitzer) untrennbar. Im aktuellen Prozess in Chile zum Beispiel ist der Vorschlag, das Erbregime des Pinochetismus zu been­den (“es geht nicht um 30 Pesos, son­dern um 30 Jahre”), unre­al­isier­bar, ohne dessen Grundpfeil­er zu zer­stören: das Out­sourc­ing, das pri­vate Renten­ver­sicherungssys­tem, der Prof­it im Bil­dungs- und Gesund­heitswe­sen, die Über­gabe strate­gis­ch­er Ressourcen an das Großkap­i­tal, die Unterord­nung unter den Impe­ri­al­is­mus usw.. Deshalb sind demokratis­che Ziele notwendi­ger­weise mit sozial­is­tis­chen Maß­nah­men ver­bun­den, die das kap­i­tal­is­tis­che Pri­vateigen­tum angreifen, wodurch der Prozess einen “per­ma­nen­ten” Charak­ter annimmt, wobei die Hege­mone der Arbeiter*innen, wie wir im vorigen Abschnitt entwick­elt haben, unverzicht­bar ist.

Es ist logisch, dass dieser Ansatz der “per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion” das Gegen­teil des demokratisch-lib­eralen Ansatzes ist, da es in dem einen Fall darum geht, die Rev­o­lu­tion zu ver­mei­den, und im anderen Fall, sie zu konkretisieren. Doch dem Kli­ma der Epoche fol­gend haben die meis­ten trotzk­istis­chen Strö­mungen seit den 1980er Jahren die The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion aufgegeben. [15] In eini­gen Fällen unter der Vorstel­lung, dass der Sozial­is­mus “unbe­wusst” Hand in Hand mit ver­meintlich “siegre­ichen demokratis­chen Rev­o­lu­tio­nen” (Regime-Revolutionen)[16] voran­schre­it­en kön­nte, indem er den Kampf für bes­timmte demokratis­che Forderun­gen (etwa gegen Dik­taturen) von den demokratisch-struk­turellen Prob­le­men (in den Hal­bkolonien: impe­ri­al­is­tis­che Unter­drück­ung, die Agrar­frage usw.) tren­nt. Diese The­o­rie führte z.B. dazu, dass die LIT-CI (inter­na­tionale Strö­mung, deren Haupt­partei die brasil­ian­is­che PSTU ist), die Exis­tenz eines insti­tu­tionellen Putsches in Brasilien im Jahr 2016 leugnete und ihre Fah­nen mit der putschist­sichen Recht­en ver­mis­chte, oder den Sturz des Regimes durch die NATO-Offen­sive in Libyen (2011) als “gewalti­gen Sieg der Massen” begrüßte, und so weit­er. In anderen Fällen, wie dem der ehe­ma­li­gen franzö­sis­chen LCR – später der NPA – wurde ver­sucht zu behaupten, der Weg zum Sozial­is­mus bestünde darin, eine “Demokratie bis zum Ende” ohne Klass­en­in­halt mith­il­fe von Insti­tu­tio­nen des bürg­er­lich-demokratis­chen Regimes zu entwick­eln. Dies war die Grund­lage für die Abkehr von ein­er ein­deutig rev­o­lu­tionären Strate­gie und einem Pro­gramm.

Diese Abkehr von der The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion erfol­gt genau dann, wenn die Über­schnei­dung zwis­chen demokratis­chen Kämpfen und dem Kampf gegen den Kap­i­tal­is­mus stark aus­geweit­et wird, wodurch die Hege­monie der Arbeiter*innen eine größere Grund­lage erhält. Ein­er­seits haben sich die demokratis­chen Forderun­gen durch den Sprung des Kap­i­tal­is­mus in der Verbindung zwis­chen Aus­beu­tung und ver­schieden­sten For­men der Unter­drück­ung (“Rasse”, Geschlecht, Kul­tur, Nation­al­ität) vervielfacht. Diese Verknüp­fung von Unter­drück­ung und Aus­beu­tung spielt eine immer grundle­gen­dere Rolle bei der Repro­duk­tion des gesamten Sys­tems [18].

Ander­er­seits hat die impe­ri­al­is­tis­che Unter­drück­ung während der neolib­eralen Offen­sive einen spek­takulären Sprung nach vorne gemacht, der jede grundle­gende und dauer­hafte demokratis­che Eroberung in den Hal­bkolonien und den abhängi­gen Län­dern ohne die Emanzi­pa­tion vom Impe­ri­al­is­mus undenkbar macht [19]. Die “nationalen” Bour­geoisien haben jeden dies­bezüglichen Anspruch aufgegeben. Dies zeigt sich nicht nur in Bol­sonaros Ultra­ne­olib­er­al­is­mus, son­dern auch im Scheit­ern der “post-neolib­eralen” Regierun­gen in Lateinameri­ka, die selb­st in ihren radikalsten Ver­sio­nen wie dem Chav­is­mus nicht in der Lage waren, die Struk­tur der Abhängigkeit zu verän­dern. Evo Morales und die MAS, die den ziv­il-mil­itärischen Putsch legit­imierten und den Wider­stand ver­ri­eten; Lula und die PT, die jeden ern­sthaften Kampf zuerst gegen den insti­tu­tionellen Putsch und jet­zt gegen Bol­sonaro auf­gaben; Alber­to und Cristi­na Fer­nán­dez, die einen Plan umset­zten, der von Anpas­sun­gen geprägt war, um dem IWF zu gefall­en: Das alles sind Beispiele dafür, wie die “nationale” Bour­geosie, selb­st in ihren “pro­gres­siv­en” For­men, lieber vor dem Impe­ri­al­is­mus niederkni­et, als Zeuge der Mobil­isierung der Massen zu wer­den.

Nur die Ein­heit der Arbeiter*innenklasse zusam­men mit den aus­ge­beuteten und unter­drück­ten Völk­ern kann eine wirk­liche Alter­na­tive darstellen, indem sie ihre eigene Macht ergreift, um die demokratis­chen Ziele und die nationale Befreiung voll­ständig und effek­tiv zu erre­ichen, indem sie ihren Kampf mit dem der Arbeiter*innenklasse in den zen­tralen Län­dern verbindet und eine neue Gesellschaft­sor­d­nung schafft. Diese Ele­mente (wenn auch nicht nur, wir wer­den später darauf zurück­kom­men) zeigen die Aktu­al­ität des The­o­rie-Pro­gramms der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion auf und machen aus der Notwendigkeit, ihre Kon­turen heute neu zu gestal­ten, ein zen­trales Ele­ment der the­o­retis­chen Kämpfe, die sich heute ergeben [20].

3. Konkrete Analyse von konkreten Situationen

Heute ste­hen wir vor der all­ge­meinen Krise der neolib­eralen Ord­nung, die die let­zten Jahrzehnte geprägt hat. Zusät­zlich zum Nieder­gang der US-Hege­monie begann 2008 die his­torische kap­i­tal­is­tis­che Krise. Während die Päp­ste des Neo-Key­ne­sian­is­mus argu­men­tieren, dass eine mas­sive staatliche Investi­tion, die der des Zweit­en Weltkriegs entspricht – vom “kleinen Detail” des ver­all­ge­mein­erten Gemet­zels bere­inigt –, notwendig wäre, um die Wirtschaft anzukurbeln [21], zeigt der Han­del­skrieg zwis­chen den USA und Chi­na (und der viel tief­ere Stre­it um die tech­nol­o­gis­che Vorherrschaft) das Ende der har­monis­chen “Glob­al­isierung” und die Rück­kehr des Nation­al­is­mus der Großmächte.

Weit ent­fer­nt von dem mech­a­nis­chen Katas­trophis­mus, der für alle Zeit­en und Orte gilt (d.h. der der Poli­tik im All­ge­meinen und der rev­o­lu­tionären Poli­tik im Beson­deren fremd ist), wie Gram­sci bemerk­te, hat der poli­tis­che Über­bau in den fort­geschrit­teneren Ökonomien angesichts der “katas­trophalen Ein­brüche des unmit­tel­baren wirtschaftlichen Ele­ments (Krisen, Depres­sio­nen usw.)” eine größere Wider­stands­fähigkeit entwick­elt. Nach dem Sturz von Lehman Broth­ers wurde der wirtschaftliche “Crash” durch mas­sive staatliche Inter­ven­tio­nen zur Ret­tung der großen Banken und Konz­erne auf Kosten der Lebens­be­din­gun­gen der Massen ver­hin­dert. All dies löste die Krise jedoch nicht, son­dern ver­längerte sie eher schle­ichend [22] und vervielfachte die Ungle­ich­heit expo­nen­tiell.

Dies sind die tiefen Ursachen für den Masse­nauf­schwung, den wir heute in ver­schiede­nen Län­dern sehen. Nun wäre es ein Fehler, dieses Ele­ment ein­seit­ig zu beto­nen und zu glauben, dass wir vor einem einzi­gen Trend ste­hen, der sich mech­a­nisch in einen Linksruck ver­wan­deln würde. Kat­e­gorien wie die “organ­is­che Krise” — von Gram­sci in seinen Gefäng­nis-Notizbüch­ern aus­gear­beit­et — kön­nen sehr nüt­zlich [23] sein, um die Krisen anzuge­hen, die heute viele Län­der (sowohl im Zen­trum als auch an der Periph­erie) betr­e­f­fen, wo entwed­er ein “Ver­sagen der herrschen­den Klasse” oder die Aktion der Massen eine Peri­ode poli­tis­ch­er Brüche zwis­chen den Massen und ihren tra­di­tionellen Parteien und Verän­derun­gen in den Denkweisen eröffnet. Diese Sit­u­a­tio­nen, in denen “das Alte stirbt und das Neue noch nicht zur Welt kom­men kann”, set­zen “Kraftlö­sun­gen”, also sowohl die bona­partis­tis­chen Wen­dun­gen als auch die krampfhaften Ten­den­zen des Klassenkampfes auf die Tage­sor­d­nung.

Die Exis­tenz dieser Krisen lässt sich jedoch nicht in ein “Hege­monie-Vaku­um” über­set­zen. In Abwe­sen­heit ein­er unab­hängi­gen und hege­mo­ni­alen strate­gis­chen Alter­na­tive der Arbeiter*innenklasse kann es, wie die Prozesse des let­zten Jahrzehnts zeigen, “linke” Abwe­ichun­gen geben (Syriza in Griechen­land, die die Anpas­sung schließlich anwen­dete; Podemos im Kon­text des 15M im Spanis­chen Staat, die heute kurz davor ste­hen, eine Regierung mit der PSOE zu bilden). Sie kön­nen jedoch auch von der Recht­en genutzt wer­den (in Frankre­ich, nach­dem Le Pen die “nüt­zliche Stimme” gegen Macron kanal­isiert hat­te), oder bona­partis­tis­chere Strö­mungen entste­hen lassen (Juni 2013 in Brasilien, angesichts der Angriffe der PT und des Fehlens ein­er linken Alter­na­tive, die schließlich verblasste und ihren Platz den recht­en Mobil­isierun­gen, dem insti­tu­tionellen Putsch und dann Bol­sonaro über­ließ; oder nach der Bewe­gung des Tak­sim-Platzes, Erdo­gans Selb­st­putsch in der Türkei).

Im Gegen­zug ist der kap­i­tal­is­tis­che Staat, wie sowohl Trotz­ki als auch Gram­sci — mit seinem Konzept des “inte­gralen Staates” — beto­nen, weit davon ent­fer­nt, sich darauf zu beschränken, pas­siv auf einen Kon­sens zu “warten”. Er wid­met sich sein­er “Organ­isierung” durch die Ver­staatlichung von Massenor­gan­i­sa­tio­nen und die Entwick­lung von Bürokra­tien in ihm (ange­fan­gen bei den Gew­erkschaften, aber auch inner­halb der “Bewe­gun­gen”), die die Spal­tun­gen inner­halb der Arbeiter*innenklasse und zwis­chen den ver­schiede­nen Bewe­gun­gen garantieren. Wir sahen dies in Frankre­ich (2018) mit den Gew­erkschafts­führun­gen, die ver­sucht­en, die Gelb­west­en zu isolieren [24], in Ecuador mit der CONAIE, die ver­suchte, die indi­gene Bewe­gung zu isolieren, in Chile mit den Bürokra­tien der “Mesa de Unidad Social”, die sich der Ini­tia­tive anschlossen, die radikalste Jugend und die Armen der Bevölkerung zu isolieren.

Diese Art von Ele­menten sind grundle­gend, um jed­er objek­tivis­tis­chen Vision von Prozessen zu entkom­men, die die Illu­sion von rev­o­lu­tionären Tri­umphen durch Revolte allein in sich bergen. Der spon­tane Auf­schwung erlaubt es uns nicht, dem Kampf gegen Reformis­mus und Bürokratie auszuwe­ichen. Im Gegen­teil, er ver­schärft ihn nur noch. Es ist ein zen­trales Prob­lem, das den Auf­bau von rev­o­lu­tionären Parteien nation­al und inter­na­tion­al wesentlich macht.

4. Eine unverzichtbare Rückkehr zur Strategie

Strate­gis­ches Denken war eine der großen Abwe­sen­heit­en in den Debat­ten der let­zten Peri­ode nach der Nieder­lage des Auf­s­tandes der 70er Jahre. Jahre, in denen anti­s­trate­gis­che The­o­rien gediehen, vom Fatal­is­mus Fou­caults, der eine Summe von Wider­stän­den ohne die Möglichkeit des Sieges sieht, bis zum Vol­un­taris­mus eines Negris, der einen “Kom­mu­nis­mus hier und jet­zt” ohne Rev­o­lu­tion oder Über­gang verkün­det [25]. Auf dem Ter­rain der linken Parteien wird die Abwe­sen­heit der Strate­gie gewöhn­lich durch die Rou­tine der Tak­tik (Wahl und Gew­erkschaft) erset­zt und vom Kampf um den Auf­bau ein­er rev­o­lu­tionären Partei auf inter­na­tionaler Ebene abges­pal­ten, die — besten­falls — durch diplo­ma­tis­che Vere­in­barun­gen erset­zt wird, die schnell ins Nichts führen.

Während das rev­o­lu­tionäre Über­gang­spro­gramm aufzeigt, was wir erobern wollen, bezieht sich die Strate­gie darauf, wie wir es tun sollen. Die Prob­leme der Tak­tik und Strate­gie wer­den mit der Entwick­lung des gegen­wär­ti­gen Zyk­lus des Klassenkampfes immer drän­gen­der. Wenn wir sie nicht the­o­retisch ausar­beit­en, ist es unmöglich, sich ern­sthaft mit der Frage zu befassen, wie man das Sta­di­um der Wider­stand­sak­tio­nen der gegen­wär­ti­gen Prozesse über­winden und die notwendi­gen Kräfte ein­set­zen kann, um die jew­eili­gen Regime zu brechen und eine “neue Ord­nung” durchzuset­zen, damit sie siegen.

Ohne weit­er zu gehen, hat der Trans­port­streik heute in Frankre­ich in der Länge bere­its den his­torischen Streik von 1995 übertrof­fen, der Jup­pés Sozialver­sicherungs- und Renten­re­form­plan zunichte machte. Dieser Prozess, der im gegen­wär­ti­gen Zyk­lus der Kämpfe bish­er am weitesten fort­geschrit­ten ist, wirft scharfe Fra­gen auf, wie die der Entwick­lung von Orga­nen der Selb­stor­gan­i­sa­tion (Streikkomi­tees oder Koor­di­na­toren), damit die Bewe­gung in den Hän­den der Streik­enden selb­st bleibt – während die Bürokratie einen Waf­fen­still­stand mit der Regierung anstrebt und die Bewe­gung auf ein Druck­mit­tel beschränkt, um mit Macron zu ver­han­deln –, sowie den Streik zu garantieren und die Selb­stvertei­di­gung zu organ­isieren. Eben­so Tak­tiken wie die Arbeiter*inneneinheitsfront (“gemein­sam schla­gen, getren­nt marschieren”) gegen die Bürokratie, um die Aktion­sein­heit der Bewe­gung durchzuset­zen, oder die Frage der Hege­monie, damit sich der Streikprozess als Volks­be­we­gung ent­fal­tet.

Dies ist jedoch nur der Anfang viel­er Strate­gieprob­leme, wenn wir in Begrif­f­en der Rev­o­lu­tion denken, denn der Gen­er­al­streik stellt die Frage der Macht auf, löst sie aber nicht. Es ist zum Beispiel notwendig, dass die Massen­be­we­gung ihre eige­nen demokratis­chen Mach­tor­gane (Räte, Sow­jets oder wie auch immer sie heißen mögen) und ihre eige­nen Selb­stvertei­di­gung­sor­gan­i­sa­tio­nen entwick­elt, um die Kapitalist*innen und ihren Staat zu besiegen. Wie Trotz­ki betont:

Die Masse muss bei der Aktion fühlen und begreifen, dass der Sow­jet ihre Organ­i­sa­tion ist, dass er ihre Kräfte zum Kampfe zur Abwehr, zur Selb­stvertei­di­gung und zum Angriff sam­melt. Sie kann das fühlen und begreifen, nicht bei ein­er alltäglichen oder über­haupt ein­ma­li­gen Hand­lung, son­dern durch die Erfahrung ein­er ganzen Rei­he von Wochen, Monat­en und vielle­icht auch Jahren mit oder ohne Unter­brechun­gen. (26].

Diese The­men sind Teil eines bre­it­en Spek­trums von Prob­le­men der Strate­gie und der Tak­tik, die im Laufe der Geschichte des rev­o­lu­tionären Marx­is­mus und ins­beson­dere seit der Drit­ten Inter­na­tionale und der kri­tis­chen Aneig­nung viel­er Klas­sik­er der Strate­gie — ins­beson­dere Clause­witz — entwick­elt und inten­siv disku­tiert wur­den und die für die Annäherung an den Marx­is­mus als “Anleitung zum Han­deln” (nicht als Schritt für Schritt-Hand­buch) uner­lässlich sind. Aus diesem Grund hat die FT-CI unter den gegebe­nen Bedin­gun­gen erhe­bliche Anstren­gun­gen zu sein­er Unter­suchung und Entwick­lung unter­nom­men [27]. Ohne eine klare Strate­gie wird es für das Pro­gramm schwierig sein, über gute Absicht­en und tägliche Prax­is der von der Bour­geoisie und dem “erweit­erten Staat” begren­zten Rou­tine hin­auszuge­hen.

5. Die Perspektive des Kommunismus

Die Krise, die der Kap­i­tal­is­mus hin­ter sich herzieht, ist ein Aus­druck sein­er Unfähigkeit, neue Motoren für die Weltwirtschaft zu schaf­fen. Wie sich in Macrons Engage­ment für die Renten­re­form, aber auch im Angriff auf die Rentner*innen durch die ver­schieden­sten kap­i­tal­is­tis­chen Regierun­gen, von Bol­sonaro bis Alber­to und Cristi­na Fer­nan­dez, wider­spiegelt, wer­den pos­i­tive The­men für die Men­schheit, wie die Erhöhung der Lebenser­wartung der Bevölkerung, von den Kapitalist*innen als Bedro­hung und Belas­tung für ihre Prof­ite ange­se­hen. Was die Arbeit bet­rifft, so würde die gegen­wär­tige Entwick­lung von Wis­senschaft und Tech­nolo­gie eine drastis­che Verkürzung des Arbeit­stages ermöglichen, aber in den Hän­den der Kapitalist*innen bedeutet jed­er Sprung in der Arbeit­spro­duk­tiv­ität eine größere Polar­isierung zwis­chen ver­längerten Arbeit­szeit­en und Arbeit­slosigkeit oder Unterbeschäf­ti­gung [28].

Die Wahrheit ist, dass die großen struk­turellen Prob­leme, mit denen der Kap­i­tal­is­mus heute kon­fron­tiert ist, nur eine begren­zte Band­bre­ite an Lösun­gen haben. So lassen sich beispiel­sweise angesichts des Prob­lems der Arbeit, der Arbeit­slosigkeit und der Unterbeschäf­ti­gung die Antworten, die derzeit vorgeschla­gen wer­den, im Wesentlichen auf drei reduzieren. Die erste, die vom Großkap­i­tal gefördert wird, drückt sich derzeit in ein­er ganzen Rei­he von “Arbeit­sre­for­men” aus — wie die kür­zlich in Brasilien abges­timmte -, die von ver­schiede­nen Regierun­gen gefördert wer­den, um die Arbeits­be­din­gun­gen flex­i­bler und prekär­er zu machen. Das zweite ist das so genan­nte “uni­verselle” oder “bedin­gungslose Grun­deinkom­men”, das jen­seits der unter­schiedlichen Absicht­en jedes sein­er Vertei­di­ger nichts anderes als eine Vari­ante der Sub­ven­tions- und Sozialplan­poli­tik zur Milderung der Fol­gen der kap­i­tal­is­tis­chen Raubzüge darstellt. Die dritte ist die Verteilung der Arbeit­szeit und glei­t­ende Skala der Löhne. Mit anderen Worten soll die Arbeit, die es derzeit gibt, gle­ich­mäßig auf alle Arbeiter*innen verteilt wer­den, indem die Arbeit­szeit reduziert wird und ein Gehalt entsprechend den sozialen (d.h. his­torisch-moralis­chen) Bedürfnis­sen fest­gelegt wird [29].

Let­zteres würde natür­lich ein Vor­rück­en gegen das kap­i­tal­is­tis­che Pri­vateigen­tum an den Pro­duk­tion­s­mit­teln, die Enteig­nung der wichtig­sten Hebel der Wirtschaft und die ratio­nale Pla­nung der Pro­duk­tion ins­ge­samt und damit die Eroberung der Macht durch die Arbeiter*innen bedeuten. Aber das ist die einzige Lösung des Arbeit­sprob­lems zugun­sten der großen Mehrheit­en, die in der Lage sind, sich ern­sthaft gegen die kap­i­tal­is­tis­che Offen­sive zu stellen. Darüber hin­aus entspricht sie ein­er viel tief­greifend­eren (his­torischen) Ten­denz zur Verkürzung der Arbeit­szeit, die die Gesellschaft für ihre Repro­duk­tion benötigt, auf der genau die Per­spek­tive des Kom­mu­nis­mus beruht: die notwendi­ge Arbeit auf der Grund­lage der Entwick­lun­gen von Wis­senschaft und Tech­nik auf ein Min­i­mum zu reduzieren und stattdessen die Men­schen in die Lage zu ver­set­zen, ihre Energien der kreativ­en Freizeit von Wis­senschaft, Kun­st und Kul­tur als Grund­lage ein­er neuen Gesellschaft der “freien Assozi­a­tion der Pro­duzen­ten” zu wid­men [30].

Natür­lich wurde die Per­spek­tive des Kom­mu­nis­mus für einen Großteil des 20. Jahrhun­derts vom Stal­in­is­mus in seinen ver­schiede­nen Vari­anten ver­fälscht. Auf dieser Grund­lage wurde ton­nen­weise Pro­pa­gan­da benutzt, um den “Kom­mu­nis­mus” als ein emanzi­pa­torisches Pro­jekt mit den par­a­sitären bürokratis­chen Dik­taturen der ehe­ma­li­gen Arbeiter*innenstaaten gle­ichzuset­zen. Die lib­er­al-kon­ser­v­a­tive Geschichtss­chrei­bung, Figes, Pipes, Ser­vice usw., ver­braucht­en ganze Flüsse von Tinte, um diesem Ansatz Sub­stanz zu ver­lei­hen. Heute ist es ein ermuti­gen­des Symp­tom, dass es im Herzen des Impe­ri­al­is­mus Phänomene wie den so genan­nten “Sozial­is­mus der Mil­lenials” gibt, dass also in den USA eine Mehrheit der Jugend eine pos­i­tive Vision des Sozial­is­mus hat. Über die Ver­bre­itung dieser Idee hin­aus zeigt das, wie eine neue Gen­er­a­tion begin­nt, nach Alter­na­tiv­en zum Kap­i­tal­is­mus zu tas­ten.

Aber es gibt einen großen Kampf um die Wieder­erlan­gung des Kom­mu­nis­mus, nicht als eine Idee, wie Alain Badiou vorschlägt, son­dern als eine poli­tis­che Per­spek­tive im 21. Jahrhun­dert. Daher ist die The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion – über das hin­aus, was wir zuvor betont haben – als eine glob­ale Strate­gie von großem Wert, die jede Teiler­oberung, ein­schließlich der Machter­grei­fung in einem Land, in Abhängigkeit vom Ziel der Wel­trev­o­lu­tion und dem Prozess der sozialen, poli­tis­chen und kul­turellen Verän­derun­gen stellt, die nach der Machter­grei­fung auf die Befreiung der Arbeit, das Abster­ben des Staates, der Klassen, der Aus­beu­tung und der Unter­drück­ung selb­st aus­gerichtet ist.

Theorie und Praxis

Die Fra­gen, die wir in diesem Artikel auflis­ten, erschöpfen sicher­lich nicht die Debat­ten oder die zen­tralen Prob­leme, auf die der rev­o­lu­tionäre Marx­is­mus heute antworten muss. Dies ist eine enorme Auf­gabe, der wir von der FT-CI nach bestem Wis­sen und Gewis­sen eine sys­tem­a­tis­che Ausar­beitung und Forschung gewid­met haben, die in Dutzen­den von Büch­ern — von denen einige in diesem Artikel als Ref­eren­zen erwäh­nt wer­den -, in den Veröf­fentlichun­gen von Edi­ciones IPS zum Aus­druck kommt, die Arbeit des Cen­tro de Inves­ti­ga­ciones y Pub­li­ca­ciones “León Trot­sky” (aus Argen­tinien und Mexiko), in den 29 Aus­gaben der Zeitschrift Estrate­gia Inter­na­cional, den mehr als 40 Aus­gaben der Zeitschrift Ideas de Izquier­da und den mehr als 80 Aus­gaben der gle­ich­nami­gen Wochen­zeitschrift in Argen­tinien, sowie Ideias de Esquer­da und Edi­ciones Iskra in Brasilien, Ideas Social­is­tas in Chile, Ideas de Izquier­da in Mexiko, Left Voice Mag­a­zine in den USA, Con­tra­pun­to im Spanis­chen Staat, Ideas de Izquier­da in Venezuela, RP Dimanche in Frankre­ich, unter anderem. Diese Veröf­fentlichun­gen umfassen neben der Arbeit und den Debat­ten der FT-CI-Aktivist*innen auch Koop­er­a­tio­nen, offene Foren und Inter­views mit Dutzen­den von Intellek­tuellen aus aller Welt.

Wie Trotz­ki sagte: “Der Zen­tris­mus ist the­o­retisch form­los und eklek­tisch; er flieht möglichst vor the­o­retis­chen Verpflich­tun­gen und ist (in Worten) geneigt, der „rev­o­lu­tionären Prax­is” den Vorzug zu geben vor der The­o­rie, ohne zu begreifen, dass allein die marx­is­tis­che The­o­rie der Prax­is eine rev­o­lu­tionäre Rich­tung zu geben ver­mag.” Wir sind überzeugt, dass nur auf der Grund­lage dieses Ver­ständ­niss­es ein kon­se­quenter Kampf für den Auf­bau ein­er rev­o­lu­tionären Bewe­gung im 21. Jahrhun­dert möglich ist.

Dieser Artikel erschien zuerst am 29.12.2019 bei Ideas de Izquier­da.

Fußnoten

1. Mit den ver­schiede­nen Vari­anten des Post­mod­ernismus haben wir auf den Seit­en der Zeitschriften Estrate­gia Inter­na­cional, Lucha de Clases und Ideas de Izquier­da viel debat­tiert. Siehe z.B.: Clau­dia Cinat­ti: “De saberes rev­olu­cionar­ios y certezas pos­mod­er­nas” (Lucha de Clases Nr. 6, 2006); Clau­dia Cinat­ti: “A propósi­to de una lec­tura de El espinoso suje­to. El cen­tro ausente de la ontología políti­ca de Slavoj Zizek” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 19, Jan­u­ar 2003).

2. Siehe: Clau­dia Cinat­ti, “La actu­al­i­dad del análi­sis de Trot­sky frente a las nuevas (y vie­jas) con­tro­ver­sias sobre el social­is­mo“, Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 22, Novem­ber 2005.

3. Siehe: Nicolás Del Caño, Rebelde o pre­cariza­da, Buenos Aires, Plan­e­ta, 2019.

4. Für eine Polemik mit Laclau und Mouffe siehe: Clau­dia Cinat­ti, “Ernesto Laclau y el elo­gio de la hege­monía bur­gue­sa”, Ideas de Izquier­da Nr. 9, 2014.

5. Für eine Polemik mit Tony Negri, siehe: Chris­t­ian Castil­lo, Esta­do, poder y comu­nis­mo (Ima­go Mun­di).

6. Für eine Kri­tik dieser Strate­gie siehe: Clau­dia Cinat­ti, “Welche Partei für welche Strate­gie?”, Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 24, Dezem­ber 2007. Auch: Gastón Gutiér­rez, “Sobre la actu­al­i­dad de la ‘apues­ta lenin­ista’”, und Ari­ane Díaz, “Nuevos argu­men­tos para viejos reformis­mos” in Lucha de Clases Nr. 6, Juni 2006.

7. Ben­saïd, Daniel, Elo­gio de la políti­ca pro­fana, Barcelona, Penín­su­la, 2009.

8. Siehe: Paula Varela, “Críti­ca al con­cep­to de ‘tra­ba­jadores sub­al­ter­nos’”, Ideas de Izquier­da Nr. 15, Novem­ber 2015.

9. Siehe: Andrea D’Atri, Brot und Rosen. Geschlecht und Klasse im Kap­i­tal­is­mus, (ver­schiedene Aus­gaben auf Spanisch, Ital­ienisch, Franzö­sisch und Deutsch); Andrea D’Atri, Celeste Muril­lo, Ana Sánchez, Luchado­ras (IPS); Jose­fi­na Martínez und Cyn­thia Bur­gueño, Patri­ar­ca­do y cap­i­tal­is­mo. Fem­i­nis­mo, clase y diver­si­dad (Akal); Jose­fi­na Martínez, Rev­olu­cionar­ias (Edi­to­r­i­al Lengua de Trapo); Diana Assunção (Hrsg.), A pre­cariza­ção tem ros­to de mul­her (Iskra); Andrea D’Atri und Diana Assunção, Luta­do­ras (Iskra); neben anderen Büch­ern, die von Mit­gliedern der FT-CI zu diesem The­ma veröf­fentlicht wur­den, und vie­len Artikeln, die dem The­ma in zwei Jahrzehn­ten Ausar­beitung und Debat­ten über Frauen, Fem­i­nis­mus und Sozial­is­mus gewid­met wur­den.

10. Siehe: “Der Kap­i­tal­is­mus zer­stört den Plan­eten, lasst uns den Kap­i­tal­is­mus zer­stören”, Inter­na­tionale Erk­lärung der FT-CI)

11. Eine der ersten Ausar­beitun­gen der FT-CI in diesem Sinne war: Emilio Alba­monte, Fredy Lizarrague, Manolo Romano “La estrate­gia soviéti­ca en la lucha por la Repúbli­ca obr­era” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr, 4–5, Juli 1995). Siehe auch: Clau­dia Cinat­ti und Emilio Alba­monte, “Más allá de la democ­ra­cia lib­er­al y el total­i­taris­mo” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 21).

12. In Argen­tinien zum Beispiel gaben die in Pun­to de Vista und dem Club de Cul­tura Social­ista grup­pierten Intellek­tuellen, die nach dem Ende der Dik­tatur in den 1970er Jahren mit ver­schiede­nen linken Grup­pen ver­bun­den waren, dem Alphon­sin­is­mus nach und stell­ten die hal­bkolo­niale bürg­er­liche Demokratie als den max­i­malen Hor­i­zont dar, den man anstreben kon­nte (Siehe: Ari­ane Díaz, “Tác­ti­ca y estrate­gia del con­formis­mo social-lib­er­al, Ideas de Izquier­da Nr. 10, Juni 2014).

13. Juan Chin­go und Lau­ra Lif, “‘Tran­si­ciones a la democ­ra­cia’. Un instru­men­to del impe­ri­al­is­mo norteam­er­i­cano para admin­is­trar el declive de su hege­monía‘”, Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 16, August 2000.

14. Siehe: Gabriela Liszt, “Vor­wort zur Samm­lung Teoría de la rev­olu­ción per­ma­nente”.

15. Kür­zlich kri­tisierte Mer­cedes Petit einen unser­er Artikel, indem sie den Autor beschuldit, das Denken Nahuel Morenos zu ver­fälschen, indem er sagte, dass die Rev­o­lu­tion für ihn ein unaufhalt­samer “Zug” sei, der aus eigen­em Antrieb über die Absicht­en der Führer der Massen­be­we­gung hin­aus­ging, auch wenn diese klein­bürg­er­lich waren. Als Beweis zitiert sie Moreno: “Man kann ihn mit einem fahren­den Zug ver­gle­ichen: Wenn er nicht von den Bolschewiken geführt wird, hält der Zug an.” Doch unmit­tel­bar vor diesen Zeilen sagt Moreno: “Die Rev­o­lu­tion ist so stark, sie drängt so sehr, dass, obwohl die oppor­tunis­tis­che Führung und die Klein­bour­geoisie keine Sozial­is­ten waren, sie jet­zt durch den Druck viele Male gezwun­gen sind, die sozial­is­tis­che Rev­o­lu­tion zu machen.” Auch Petit bezieht sich nicht auf das Zitat, das wir in dem erwäh­n­ten Artikel über Moreno machen, wo er sagt: “Es ist nicht zwin­gend, dass die Arbeit­erk­lasse und eine rev­o­lu­tionäre marx­is­tis­che Partei den Prozess der demokratis­chen Rev­o­lu­tion zur sozial­is­tis­chen Rev­o­lu­tion anführt.” Jet­zt kön­nen wir in der Diskus­sion darüber bleiben, ob der Zug bei 50km oder 500km hält. Aber die grundle­gende Sache ist das evo­lu­tionäre Konzept, von dem Moreno aus­ge­ht (und das Petit vertei­digt): der Zug kommt zur Enteig­nung der Bour­geoisie (mit egal welch­er Führung) und dann machen die Rev­o­lu­tionäre das Relais in der Führung der Loko­mo­tive und set­zen den Weg fort. Aber die Wahrheit war, dass ein­er­seits in den meis­ten rev­o­lu­tionären Prozessen der Nachkriegszeit der “Zug” die Enteig­nung der Bour­geoisie nicht erre­ichte (Frankre­ich, Griechen­land, Ital­ien, dann Por­tu­gal, Chile, Nicaragua usw.). Auf der anderen Seite nutzten die Führun­gen (Klein­bürg­er und Stal­in­is­ten), die Prozesse führten, die mit der Enteig­nung der Bour­geoisie ende­ten (Chi­na, Kuba, Viet­nam, in gerin­gerem Maße Osteu­ropa), das Pres­tige, an der Spitze der Rev­o­lu­tion ges­tanden zu haben, um in die Gew­erkschaften einzu­greifen, um die Arbeit­er­vorhut und die Trotzk­isten zu ver­fol­gen (die, wie Ernesto Gon­za­lez im Fall des POR in Kuba richtig kri­tisiert, bald nicht mehr von den Strö­mungen des Trotzk­ismus, ein­schließlich der von Moreno geführten, vertei­digt wur­den) und um ihre inter­na­tionale Entwick­lung und das Voran­schre­it­en des Über­gangs zum Sozial­is­mus zu ver­hin­dern. Dies ist nicht ein­fach eine “Bremse”, son­dern, wie his­torisch nachgewiesen wurde (und Trotz­ki hat­te bere­its in Die ver­ratene Rev­o­lu­tion fest­gestellt), der Beginn des Weges zur kap­i­tal­is­tis­chen Restau­ra­tion. Es ist eine Sache, die Eroberun­gen der Rev­o­lu­tion zu vertei­di­gen und Rechen­schaft darüber abzule­gen, dass sich ein Arbeit­er­staat kon­sti­tu­iert, auch wenn er bürokratisch deformiert ist, wie es Moreno und seine Strö­mung u.a. gegen “Nor­ma­tivis­ten” wie Lam­bert oder Healy richtig gemacht haben. Eine ganz andere ist es, nicht zu sehen, dass, wenn die von ein­er rev­o­lu­tionären Partei geführte Arbeit­erk­lasse nicht als Führer des gesamten unter­drück­ten Volkes in der demokratis­chen Rev­o­lu­tion auf­taucht (wie Trotz­ki in der The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion behauptet), der gesamte Prozess stark geschwächt wird, weil diese Führun­gen die Grund­la­gen des Arbeit­er­staates von Anfang an unter­graben und die Kraft des Staates gegen die Vorhut ein­set­zen und um zu ver­hin­dern, dass andere Prozesse einen ähn­lichen Ver­lauf nehmen, wie Cas­tro verewigte, als er sagte, er wolle nicht, dass Nicaragua ein weit­eres Kuba sei. Wenn wir zur Meta­pher des Zuges zurück­kehren wür­den, müssten wir sagen, dass die Bürokratie den Zug von innen her­aus zer­legt (und zwar umso mehr, je länger er gefahren wird), die Teile stiehlt, keine Wartungsar­beit­en durch­führt, bis er an einem bes­timmten Punkt bru­tal ent­gleist oder, im besten Fall, keine Loko­mo­tive oder kein Zug mehr da ist und die Pas­sagiere zu Fuß gehen müssen.

16. Siehe: Gabriela Liszt, “His­to­ria y bal­ance del MAS argenti­no (parte1)” (Lucha de Clases Nr. 6, Juni 2006).

17. Siehe Emilio Alba­monte und Matías Maiel­lo, “An den Gren­zen der bürg­er­lichen Restau­ra­tion” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 27).

18. Siehe in diesem Sinn, neben den in Fußnote 8 genan­nten Büch­ern: Daniel Alfon­so und Daniel Matos, Questão negra, marx­is­mo e classe operária no Brasil (Iskra); Javo Fer­reira, Comu­nidad, indi­genis­mo y marx­is­mo (IPS).

19. Über die aktuellen Diskus­sio­nen zum Impe­ri­al­is­mus siehe: Este­ban Mer­catante, “El cap­i­tal­is­mo glob­al como con­struc­ción impe­r­i­al”, Ideas de Izquier­da Nr. 27, März 2016; “Las venas abier­tas del Sur glob­al”, Ideas de Izquier­da Nr. 28, April 2016; “Lon­dres: el poder de mane­jar el dinero ajeno”, Ideas de Izquier­da Nr. 29, Mai 2016.

20. Die Wieder­aneig­nung des The­o­rie-Pro­gramms der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion, die für die FT-CI seit ihrer Entste­hung zen­tral war. Eine der ersten Ausar­beitun­gen in diesem Sinne war “Polémi­ca con la LIT y el lega­do de Nahuel Moreno” von Manolo Romano. Siehe: Leo Trotz­ki, La teoría de la rev­olu­ción per­ma­nente (com­pi­lación) (IPS).

21. Siehe: Paula Bach, “Economía, políti­ca y guer­ra: Ese oscuro obje­to (neo)keynesiano” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 28, 2012).

22. Paula Bach, “Estancamien­to sec­u­lar, fun­da­men­tos y dinámi­ca de la cri­sis” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 29, 2016).

23. Über das Denken von Gram­sci wurde vor kurzem auf Por­tugiesisch mit einem Vor­wort des anerkan­nten ital­ienis­chen Forsch­ers Fabio Frosi­ni das Buch von Juan Dal Maso, O Marx­is­mo de Gram­sci (Iskra) veröf­fentlicht –auf Spanisch El marx­is­mo de Gram­sci (Edi­ciones IPS)–. Vom sel­ben Autor, über das Denken von Gram­sci und Trotz­ki: Hege­monía y lucha de clases (IPS). Siehe auch: Emilio Alba­monte und Manolo Romano, “Trotz­ki und Gram­sci: ein posthumer Dia­log” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 19, Jan­u­ar 2003); Emilio Alba­monte und Matías Maiel­lo, “Gram­sci, Trot­sky y la democ­ra­cia cap­i­tal­ista” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 29, 2016) und “Trot­sky y Gram­sci: debates de estrate­gia sobre la rev­olu­ción en ‘Occi­dente’” (Estrate­gia Inter­na­cional Nr. 28, 2012).

24. Siehe: Juan Chin­go, Gilets Jaunes. Le Soulève­ment (Communard.e.s).

25. Siehe: Emilio Alba­monte und Matías Maiel­lo, “La impe­riosa actu­al­i­dad de la estrate­gia”

26. Leo Trotz­ki, “Die Inter­na­tionale Rev­o­lu­tion und die Kom­mu­nis­tis­che Inter­na­tionale.” Zweit­er Teil: Die Strate­gie und Tak­tik in der impe­ri­al­is­tis­chen Epoche

27. In den Jahren 2011 und 2012 haben wir zwei Sem­i­nare mit der Teil­nahme von mehr als 200 FT-CI Mit­gliedern aus ver­schiede­nen Län­dern durchge­führt. Die erste konzen­tri­erte sich auf Carl von Clause­witz’ Werk Über den Krieg. Der zweite konzen­tri­erte sich auf die vom Marx­is­mus der III. Inter­na­tionale während der ersten vier Kon­gresse erar­beit­ete Strate­giekonzep­tion und ins­beson­dere auf Leo Trotzkis Entwick­lun­gen zu diesem The­ma. Teil dieser Ausar­beitung ist das Buch Sozial­is­tis­che Strate­gie und Mil­itärkun­st von Emilio Alba­monte und Matías Maiel­lo, sowie die oben erwäh­n­ten Aus­führun­gen über Gram­sci und die Debat­ten um sein Denken.

28. Zu diesem Prob­lem und der Entwick­lung neuer Tech­nolo­gien siehe: Paula Bach, “¿Fin del tra­ba­jo o fetichis­mo de la robóti­ca?”, Ideas de Izquier­da Nr. 39, Juli 2017; “La con­spir­ación de los robots”, Ideas de Izquier­da Nr. 37, Mai 2017.

29. Siehe: Dossier “Los tra­ba­jos y los días” in Ideas de Izquier­da Nr. 37, Mai 2017.

30. Siehe: Emmanuel Barot, Marx en el país de los sovi­ets. O los dos ros­tros del comu­nis­mo (IPS).

31. Die his­torische Wahrheit spielte kaum eine Rolle, und die Tat­sache, dass Stal­in, um zu tri­um­phieren, die Sow­jets und fast alle bolschewis­tis­chen Anführer*innen liq­ui­dieren musste, ein­schließlich Trotz­ki, der den Kampf gegen den Stal­in­is­mus in Rus­s­land und inter­na­tion­al anführte. Diese Geschichte in Form ein­er Minis­erie ist in “Trotz­ki: Das Gesicht ein­er Rev­o­lu­tion” auf Net­flix zu sehen, dessen Ver­fälschun­gen von ein­er Vielzahl von Intellek­tuellen auf der ganzen Welt in ein­er von Trotzkis Enkel Este­ban Volkov und dem CEIP “León Trot­sky” lancierten Erk­lärung angeprangert wur­den.

32. Darunter: Ter­ry Eagle­ton, Alex Call­ini­cos, Daniel Ben­saïd, Ellen Meiksins Wood, Kevin Ander­son, Daniel James, Anwar Shaikh, Nan­cy Fras­er, Ilan Pap­pé, Ana de Miguel, Mar­cel van der Lin­den, Michael Roberts, Tony Nor­field, John Smith, Leo Pan­itch, Gérard Duménil, Wendy Gold­man, Esther Leslie, Thi­ti Bat­tacharya, Char­lie Post, Andrew Kli­man, Pietro Bas­so, Enzo Tra­ver­so, David Har­vey, Noam Chom­sky, Tariq Ali, War­ren Mon­tag, Fabio Frosi­ni, Éric Tou­s­saint, Eduar­do Grün­er, Martín Kohan, Ariel Petruc­cel­li, Sel­ma James, Giu­liano Guz­zone, Maris­tel­la Svam­pa, Hernán Camarero, Ale­jan­dro Schnei­der, Kohei Saito, Giuseppe Cospi­to, Stathis Kou­ve­lakis, neben vie­len Anderen.

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