Warum hetzt die taz gegen den Internationalistischen Block?

04.07.2017, Lesezeit 3 Min.
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Die Berliner Tageszeitung taz wirft nicht nur einem einzelnen Block, sondern praktisch allen Demonstrant*innen gegen die G20 Antisemitismus vor. Jede Kritik nicht nur am Staat Israel, sondern am Kapitalismus soll damit mundtot gemacht werden.

„Die Protokolle der Weisen von Hamburg“ – unter dieser Überschrift hat die taz eine Kolumne veröffentlicht, die den Internationalistischen Block bei den G20-Protesten als antisemitisch diffamiert. Der Text besteht aus uninspirierter rechter Hetze – es könnte jeder Publikation des Springer-Verlags entnommen sein. Die Formel könnte nicht platter sein: Jede Kritik am Staat Israel wird zu Antisemitismus verklärt.

Und dennoch überrascht es ein bisschen in der taz, die sich als linke und kritische Tageszeitung präsentiert. Der Autor, Alexander Nabert, ist bereits mit dreisten Lügen über israelische Menschrechts-NGOs in der Zeitung „Jungle World“ aufgefallen. Beweise für seine Behauptungen hat er auch nicht nachgereicht. Für die Unterstützung der rechten Regierung in Jerusalem wirft er jegliche journalistische Standards aus dem Fenster.

Aber Naberts Kritik beschränkt sich nicht auf Aktivist*innen, die sich für die Rechte der Palästinenser*innen einsetzen, sondern erstreckt sich praktisch auf alle Gegner*innen des Kapitalismus:

Der Internationalistische Block ist nur die Spitze des Eisbergs. In fast jeder Erklärung von Gipfelgegnern findet man die Ammenmärchen von den Verantwortlichen für den Kapitalismus. (…) Einfache Antworten mit konkreten Schuldigen können nicht nur den Kapitalismus nicht begreifen, sie sind auch anschlussfähig an Antisemitismus.

Der Autor will den Kapitalismus nicht mehr als soziales Verhältnis zwischen Menschen verstehen. Marx studierte „das Verhältnis der Lohnarbeit zum Kapital, die Sklaverei des Arbeiters, die Herrschaft des Kapitalisten“. Doch für Nabert ist der Kapitalismus eine Art unsichtbares UFO, das über der menschlichen Gesellschaft schwebt und die Arbeiter*innen genauso wie die 62 reichsten Menschen der Welt willenlos macht.

Deswegen ist für Nabert jede Kritik am „personifizierten Kapital“ (Marx) gleichzusetzen mit Theorien über eine jüdische Weltverschwörung. Und damit liefert er einen gut sichtbaren Beweis für die Unmöglichkeit einer wirklichen linken Israelsolidarität. Wer die rechte Regierung in Jerusalem unterstützt, muss auch deren Verbündete, die rechten Regierungen in Berlin und Washington unterstützen. Und schnell unterstützen sie auch die deutsche Boulevardpresse und Waffenindustrie.

Die Frage ist also nur, warum sich solche glühende Unterstützer*innen des deutschen Staates „antideutsch“ nennen – und warum sie eine Plattform in angeblich linken Zeitungen wie „taz“ oder „Jungle World“ finden.

Wir empfehlen die Antwort des internationalistischen Blocks und auch unseren Artikel über den Kampf gegen Antisemitismus.

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