Israelische Besatzungsmacht ermordet Cousin von Ahed Tamimi

04.01.2018, Lesezeit 3 Min.
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Ahed Tamimi, ein 16-jähriges Mädchen aus einem palästinensischen Dorf, sitzt seit Wochen in israelischer Militärhaft. Ahed ist zu einem internationalen Symbol des palästinensischen Widerstands geworden. Nun ist ihr Cousin ermordet worden. Es ist der erste Mord an einem palästinensischen Jugendlichen im neuen Jahr.

Die israelische Armee schoss auf die Bewohner*innen des Dorfes Deir Nitham, nördlich von Ramallah im Westjordanland. Dabei hat sie Musab Firas al-Tamimi ermordet. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurde der 17-Jährige am gestrigen Mittwoch am Hals getroffen und starb wenige Minuten nach seiner Ankunft im Krankenhaus.

Die israelische Armee behauptet, dass der Jugendliche „eine Waffe zu tragen schien“. Die Ereignisse sollen untersucht werden. Die Wahrheit sieht jedoch so aus, dass alle Jugendlichen hinausgingen, als die Armee am Morgen das Dorf Musab besetzte, um sie mit ihren Körpern, Parolen und Steinen zu konfrontieren.

Al Jazeera bestätigte, dass Musab Teil der Tamimi-Familie und ein entfernter Cousin von Ahed Tamimi war, die weltweit für ihren Aktivismus gegen die israelische Besatzung bekannt ist. Die Verhaftung von Ahed Tamimi am 19. Dezember ist auf weltweite Resonanz gestoßen, da sie einem Soldaten vor laufender Kamera eine Ohrfeige gab.

Deir Nitham ist das Dorf, in dem Musab lebte, unweit von Nabi Saleh, wo die Mehrheit der Tamimi-Familie lebt. In beiden Dörfern nehmen seit Ende Dezember die Schikanen und die Besetzung der Streitkräfte zu.

Diese Belästigung hat zugenommen, seitdem das Video mit Ahed sich in den sozialen Netzwerken viral verbreitete. Durch Sirenen werden die Familien aufgeweckt und immer wieder mit Tränengas angegriffen. Es war in diesem Kontext, dass Ahed Tamimi einem zionistischen Besatzungssoldat eine Ohrfeige gab, weswegen sie nun vor einem Militärgericht steht.

Familien wie die Tamimis gehören zur Avantgarde von Tausenden von Palästinenser*innen, die gegen die Besetzung des Landes und für die Vertreibung der israelischen Armee kämpfen. Von der zionistischen Regierung werden sie verfolgt, inhaftiert, kriminalisiert oder gar ermordet.

Es ist dieselbe koloniale Politik, die Israel seit Jahrzehnten verfolgt. Sie wollen damit die palästinensische Bevölkerung demoralisieren und die politische Macht Israels in der Region und in der Welt aufrechterhalten.

Musab ist nicht der Einzige, der ermordet wurde. Die meisten der wöchentlichen Demonstrationen, die an den „Freitagen des Zorns“ stattfinden, enden mit Repression durch die Armee. Trotzdem kämpfen sie weiter, friedlich und unbewaffnet.

Der Widerstand gegen die anhaltende Besatzung ist es auch, der das Andenken von Musab in die Höhe halten wird.

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