Deutschland

Die SPD feiert die Ermordung Rosa Luxemburgs – verteidigen wir ihr revolutionäres Erbe!

Vor 100 Jahren schlug die SPD die Novemberrevolution nieder und ließ Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von den Freikorps ermorden. Heute feiert sie das als "Verteidigung der Demokratie".

Die SPD feiert die Ermordung Rosa Luxemburgs – verteidigen wir ihr revolutionäres Erbe!

Am 15. Jan­u­ar 1919 ver­hafteten, folterten und ermorde­ten proto­faschis­tis­che Freiko­rps die sozial­is­tis­chen Anführer*innen Rosa Lux­em­burg und Karl Liebknecht. Beauf­tragt wur­den sie von der SPD-Spitze um Friedrich Ebert und dem Volks­beauf­tragten für Heer und Marine Gus­tav Noske. Nur Tage zuvor hat­te die SPD gemein­sam mit der alten kaiser­lichen Mil­itär­führung und den Freiko­rps den Jan­u­a­rauf­s­tand in Berlin blutig niedergeschla­gen.

Während Mil­lio­nen von Arbeiter*innen und Sol­dat­en inner­halb weniger Wochen erst mit Auf­stän­den im ganzen deutschen Reich dem Gemet­zel des Ersten Weltkriegs ein Ende set­zten, den Kaiser stürzten und im Anschluss für Rätere­pub­lik und Sozial­is­mus kämpften, ver­bün­dete sich die SPD-Spitze direkt nach dem Aus­bruch der Novem­ber­rev­o­lu­tion mit den alten Mächt­en. Ihr Anführer Friedrich Ebert wollte zunächst sog­ar eine Erneuerung des Kaiser­re­ichs, bis er sich zum Regierungschef der neuen Weimar­er Repub­lik auf­schwang. Sein Weg dahin war mit den Leichen von tausenden Arbeiter*innen gepflastert – ermordet von ultra­recht­en Milizen, die wenige Jahre später die Basis für Hitlers NSDAP bilden soll­ten.

Die Mas­sak­er an den rev­o­lu­tionären Arbeiter*innen – diejeni­gen, die klar gese­hen hat­ten, dass der Kap­i­tal­is­mus und die auf­streben­den Impe­ri­al­is­men für die Gräuel des Ersten Weltkriegs ver­ant­wortlich waren und deshalb nicht nur eine “demokratis­che Erneuerung” der kap­i­tal­is­tis­chen Herrschaft woll­ten, son­dern den Sozial­is­mus – feiert die SPD heute als “Vertei­di­gung der Demokratie”. Ihre Allianz mit den anti­demokratis­chsten Kräften des Kaiser­re­ichs – die Ober­ste Heeresleitung, alte monar­chis­tis­che Kad­er und proto­faschis­tis­che Freiko­rps – würdigte das Parteior­gan vor­wärts mit einem abscheulichen Post auf Twit­ter. Das Blut von Rosa, Karl, tausenden sozial­is­tis­chen Kämpfer*innen und ein­fachen Arbeiter*innen, das an ihren Hän­den klebt, führt sie auf eine “Eskala­tion der Gewalt” zurück. Eine zynis­chere Geschicht­sklit­terung ist kaum vorstell­bar.

Tat­säch­lich waren es die Revolutionär*innen um Rosa Lux­em­burg, die am entsch­ieden­sten für eine Ver­wirk­lichung der höch­sten demokratis­chen Ide­ale gekämpft haben – für eine voll­ständi­ge demokratis­che Ver­wal­tung der gesamten Gesellschaft durch Räte. Die SPD hat diese unendlich demokratis­chere Vision der Gesellschaft – der voll­ständig­ste Gegen­pol zur kap­i­tal­is­tis­chen Dik­tatur in den Betrieben – im Blut ertränkt. Schon zuvor beschmierte sie ihre Hände mit dem Blut von Mil­lio­nen von Arbeiter*innen durch ihre Zus­tim­mung zu den Kriegskred­iten des Weltkriegs.

Heute ist die Vision ein­er sozial­is­tis­chen Rät­edemokratie aktueller denn je. Die Weltwirtschaft­skrise schwelt weit­er, die geopoli­tis­chen, wirtschaftlichen und mil­itärischen Span­nun­gen zwis­chen den Staat­en ver­schär­fen sich, die organ­is­che Krise ist im Herzen der impe­ri­al­is­tis­chen Staat­en angekom­men und hat ultra­rechte Regierun­gen an die Macht gebracht und andere desta­bil­isiert. Und: Die Massen begin­nen, erneut Wege des Wider­stands zu find­en. Während die Welt immer insta­bil­er wird, ist es heute die Auf­gabe von Linken, Revolutionär*innen, Arbeiter*innen, Frauen, Jugendlichen und Migrant*innen, dem weltweit­en Recht­sruck mit Massenkämpfen Ein­halt zu gebi­eten.

Die Präsi­dentschaften von Trump und Bol­sonaro sind ein Aus­druck der zunehmenden Insta­bil­ität. Die impe­ri­al­is­tis­che Hege­monie der USA befind­et sich in ein­er organ­is­chen Krise. Dabei ste­ht sie vor allem dem auf­streben­den Chi­na ent­ge­gen. Dazwis­chen ste­ht Deutsch­land, das immer stärk­er von der weltweit­en Insta­bil­ität betrof­fen ist. Beson­ders mit seinem „Mar­shallplan für Afri­ka“ plant das deutsche Kap­i­tal Afri­ka nicht allein Chi­na zu über­lassen. Hier tun sich neue Kon­flik­tlin­ien auf, die vor allem am Paz­i­fik zwis­chen den USA und Chi­na zunehmen. Es geht um nichts anderes als um eine Neuaufteilung der Welt, aber eben diese Neuaufteilung der Welt war auch die Sit­u­a­tion vor dem Ersten Weltkrieg. Die Welt war eigentlich schon aufgeteilt und dem deutschen Kaiser­re­ich blieben nur noch die Reste, alles andere war mit Ärg­er ver­bun­den. Nun sucht Chi­na nach seinem „Platz an der Sonne“.

Mit dieser Per­spek­tive wollen wir am Son­ntag, den 13. Jan­u­ar, an der Lux­em­burg-Liebknecht-Demon­stra­tion zum 100. Jahrestag ihrer Ermor­dung teil­nehmen. Lasst uns Rosas rev­o­lu­tionäres Erbe gegen die reak­tionäre Vision der SPD vertei­di­gen. Lasst uns klar sagen, dass es die SPD ist, die Rosas Blut an ihren Hän­den hat. Lasst uns klar sagen, dass die anti­demokratis­che Allianz der SPD den Auf­stieg des Faschis­mus vor­bere­it­et hat. Eigen­händig hat sie Rosas Dik­tum “Sozial­is­mus oder Bar­barei” mit dem Schlachtruf “Bar­barei!” bestätigt. Antworten wir ihr wiederum mit Rosa: “Die Rev­o­lu­tion ist großar­tig! Alles andere ist Quark!”

Kor­rek­tur: In ein­er vorigen Ver­sion war vom „SPD-Polizeipräsi­den­ten Gus­tav Noske“ die Rede. Tat­säch­lich war Noske jedoch Volks­beauf­tragter für Heer und Marine. Wir bit­ten den Fehler zu entschuldigen. 

One thought on “Die SPD feiert die Ermordung Rosa Luxemburgs – verteidigen wir ihr revolutionäres Erbe!

  1. Christine Köster sagt:

    Kann man die Über­schrift ändern oder ist das wirk­lich so gemeint? “Die SPD feiert die Ermor­dung Rosa Lux­em­burgs – vertei­di­gen wir ihr rev­o­lu­tionäres Erbe!” Feiern die den Tag? ich glaube eher sie gedenken.

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