Hintergründe

Marxist*innen und die “Einstaatenlösung”

Eine linke Gruppe aus Berlin fordert, es solle nur einen Staat im historischen Palästina geben, mit gleichen Rechten für alle dort lebenden Menschen. "Antisemitismus!" rufen Jutta Ditfurth, AfD, CDU und Junge Freiheit unisono. Was ist von dieser "Einstaatenlösung" zu halten? Eine marxistische Kritik.

Marxist*innen und die

Jedes Jahr het­zt die bürg­er­liche Presse gegen den rev­o­lu­tionären 1. Mai in Berlin. Aber dieses Jahr haben sie ein neues Schlag­wort dafür: “Anti­semitismus!” Berlin­er Zeitung, B.Z. und auch Junge Frei­heit berufen sich bei diesem unge­heuren Vor­wurf auf Jut­ta Dit­furth. Doch alle machen sich gar nicht die Mühe zu erk­lären, worin dieser Anti­semitismus beste­hen soll. Es geht einzig und allein um die Teil­nahme der Gruppe FOR Pales­tine, die schon im Namen “For One State and Return in Pales­tine” ein­tritt.

Die Gruppe tritt für einen einzi­gen Staat im his­torischen Palästi­na ein, in dem alle Men­schen – unab­hängig von Herkun­ft oder Reli­gion – gle­ich­berechtigt leben kön­nen. Die Idee ein­er “Ein­staaten­lö­sung” war vor eini­gen Jahrzehn­ten nicht nur bei der PLO, son­dern auch bei Linksradikalen in Israel und weltweit selb­stver­ständlich. Erst in den 1990er Jahren ver­bre­it­ete sich als Alter­na­tive die “Zweis­taaten­lö­sung”.

Nun, welche Bilanz lässt sich aus der Kam­pagne für zwei Staat­en (also für einen unab­hängi­gen palästi­nen­sis­chen Staat neben dem israelis­chen) ziehen? Mehr als 20 Jahre nach dem Oslo­er Abkom­men sind die Palästinenser*innen noch weit­er ins Elend gestürzt wor­den, während die israelis­che Gesellschaft unaufhalt­sam nach rechts schre­it­et. Ein Ende der seit fast 50 Jahren anhal­tenden Besatzung im West­jor­dan­land ist nicht in Sicht. Im Gegen­teil: Durch den Aus­bau israelis­ch­er Sied­lun­gen dort kön­nen selb­st die glühend­sten Verfechter*innen der “Zweis­taaten­lö­sung” (näm­lich Diplomat*innen der impe­ri­al­is­tis­chen Staat­en) nicht erk­lären, wo ein palästi­nen­sis­ch­er Staat über­haupt entste­hen kön­nte.

Vor dem Hin­ter­grund wird die “Ein­staaten­lö­sung” wieder pop­ulär­er. Neben FOR Pales­tine tritt z.B. auch der israelis­che His­torik­er Ilan Pap­pé dafür ein. Der ehe­ma­lige israelis­che Pre­mier­min­is­ter Ehud Olmert beze­ich­nete es als größte Bedro­hung für den Staat Israel, wenn sich die Palästinenser*innen von der Zielset­zung ein­er Staats­grün­dung hin zu “einem Kampf für gle­iche Wahlrechte” wen­den wür­den. “Ein Men­sch, eine Stimme” – also das Grund­prinzip der bürg­er­lichen Demokratie – würde in den Augen dieses recht­en Poli­tik­ers “das Ende des Staates Israel” bedeuten. Kein Wun­der, dass die bürg­er­liche Presse – mit Hil­fe von Dit­furth – schreiend gegen diese demokratis­che Per­spek­tive het­zen.

Der eine Staat existiert bere­its. Mil­lio­nen Palästinenser*innen leben unter der Herrschaft des israelis­chen Staates. Soll­ten sie nicht demokratis­che Rechte genießen? Diese Forderung “anti­semi­tisch” zu nen­nen, ist eine Schmähung. Sollte die Partei MAPAM, zweit­größte Partei bei den ersten Wahlen zur Knes­set 1948, “anti­semi­tisch” gewe­sen sein? Die israelis­che sozial­is­tis­che Organ­i­sa­tion Matzpen, die 1967 gegen Krieg protestierte? Der All­ge­meine Jüdis­che Arbeit­erbund? Und auch die radikale Linke in Israel heute?

Marxistische Kritik

Doch als Marxist*innen ste­hen wir der “Ein­staaten­lö­sung” kri­tisch gegenüber – und zwar von links. Demokratis­che Forderun­gen unter­stützen wir immer. Doch dabei fra­gen wir: Welch­es Sub­jekt kann die Forderun­gen erkämpfen?

Für Ilan Pap­pé zum Beispiel ist die “Ein­staaten­lö­sung” mehr oder weniger ein bürg­er­lich­es Reform­pro­jekt. Er meint, Israelis und Palästinenser*innen müssen mehr miteinan­der reden – dann wird das irgend­wie klap­pen. Doch Pap­pé ignori­ert, dass sich die jew­eili­gen Eliten mit den bru­tal­en Ver­hält­nis­sen – per­ma­nen­ter Krieg, Besatzung und Hass – per­fekt ein­gerichtet haben. Nicht nur die herrschende Klasse Israels, son­dern auch die palästi­nen­sis­che Führung braucht den Kon­flikt: Die recht­en Regierun­gen auf bei­den Seit­en der “Grü­nen Lin­ie” kön­nten keine 30 Sekun­den lang ohne den Kriegszu­s­tand über­leben.

Eine tiefge­hende poli­tis­che Verän­derung, wie Pap­pé sie vorschwebt, braucht auch ein poli­tis­ches Sub­jekt. Für uns als Marxist*innen kann das nur die Arbeiter*innenklasse sein, die als eigen­tum­slose und “uni­verselle Klasse” (Marx) alle Unter­drück­ten im Kampf gegen den Kap­i­tal­is­mus vere­ini­gen kann. Im spez­i­fis­chen Kon­text Israels bedeutet das: Die israelis­che und auch die palästi­nen­sis­che Bour­geoisien müssen gestürzt wer­den, um demokratis­che Ver­hält­nisse zu erkämpfen. Um zu einem Staat mit gle­ichen Recht­en für alle zu kom­men, muss sich das Pro­le­tari­at in allen Län­dern der Region als unab­hängige poli­tis­che Kraft kon­sti­tu­ieren.

Aber was würde “Demokratie” bedeuten, wenn die tiefen sozialen Unter­schiede zwis­chen Israelis und Palästinenser*innen – und die noch größeren Unter­schiede inner­halb bei­der Grup­pen – beste­hen bleiben? Dann hät­ten wir ein Sys­tem wie im heuti­gen Südafri­ka, wo die Befreiung vom Apartheid-Sys­tem nur dazu geführt hat, dass einige schwarze Politiker*innen unvorstell­bares Reich­tum an sich reißen kon­nten, während die Massen in Armut bleiben. In Palästi­na ist der Auf­bau ein­er gemein­samen demokratis­chen Gesellschaft – auch mit den palästi­nen­sis­chen Flüchtlin­gen – ohne tiefge­hende Ein­griffe ins das Eigen­tum­srecht unmöglich.

Räterepublik

Kurz: Nur auf sozial­is­tis­ch­er Grund­lage kann die Ein­staaten­lö­sung zu Fleisch und Blut wer­den.

Bürg­er­lich denk­ende Men­schen wer­den hier ein­wen­den, dass der Hass zwis­chen den Men­schen in der Region “zu tief sitzt”, um irgend­wann gemein­sam leben zu kön­nen. Doch Aktivist*innen vor Ort bericht­en immer wieder, wie reak­tionäre Vorurteile im Rah­men von gemein­samen Kämpfen erstaunlich schnell ver­schwinden.

Nur eine gemein­same Rätere­pub­lik im his­torischen Palästi­na wird wirk­liche Gle­ich­berech­ti­gung und dauer­haften Frieden brin­gen. Aber ein solch­er Ver­such kann nicht auf ein kleines Land beschränkt wer­den, son­dern wird nur im Rah­men ein­er sozial­is­tis­chen Föder­a­tion des Nahen Ostens erfol­gre­ich sind.

In diesem – und nur in diesem – Sinne kri­tisieren wir FOR Berlin: Weil ihr Pro­gramm auf der demokratis­chen Ebene ste­hen bleibt, ohne die soziale Frage, die Klassen­frage, die Herrschaft des Kap­i­tals anzus­prechen. Aber sie als “anti­semi­tisch” abzustem­peln, ist die reine Schmähung.

Nachtrag

Es würde den Rah­men dieses kurzen Artikels spren­gen, um auf die ver­schiede­nen Posi­tio­nen in der marx­is­tis­chen Linken einzuge­hen. Hier sei nur kurz erwäh­nt, dass die Gruppe Marx21 die gle­iche Posi­tion ver­tritt wie Ilan Pap­pé: Ein “gemein­samer, weltlich­er und demokratis­ch­er Staat” – auf kap­i­tal­is­tis­ch­er Grund­lage. Dafür wird sie von der SAV kri­tisiert. Doch die SAV macht den umgekehrten Fehler und fordert eine “sozial­is­tis­che” Zwei-Staat­en-Lösung. Das Prob­lem damit ist nicht nur geo­graphis­ch­er Natur – ist das “sozial­is­tis­che” Palästi­na nicht schlicht zu klein? – son­dern auch strate­gisch: Wie soll der Sozial­is­mus in der Region ohne einen gemein­samen rev­o­lu­tionären Kampf von israelis­chen und palästi­nen­sis­chen zu Stande kom­men? Diese Posi­tion hat RIO kri­tisiert.

Auszug aus unserem Pro­gramm
Der Kampf des palästi­nen­sis­chen Volkes gegen die Unter­drück­ung des zion­is­tis­chen Staates ist unlös­lich­er Teil der Prozesse in der ara­bis­chen Welt. Wir Rev­o­lu­tionärIn­nen vertei­di­gen das Recht des palästi­nen­sis­chen Volkes auf nationale Selb­st­bes­tim­mung, das vom Impe­ri­al­is­mus und dem zion­is­tis­chen Staat abgelehnt wird. Der Staat Israel behan­delt die ara­bis­che Min­der­heit in Israel als Staats­bürg­erIn­nen zweit­er Klasse und stellt sich schnaubend dem Recht auf Rück­kehr der palästi­nen­sis­chen Flüchtlinge ent­ge­gen, weil dies objek­tiv den exk­lu­siv jüdis­chen – und ras­sis­tis­chen – Charak­ter des zion­is­tis­chen Staats in Frage stellt. Aus diesem Grund vertei­di­gen wir das Rück­kehrrecht der palästi­nen­sis­chen Flüchtlinge, die durch die zion­is­tis­che Kolonisierung und deren Kon­ti­nu­ität unter der mil­itärischen Beset­zung und der Aus­dehnung der Sied­lun­gen ver­trieben wur­den. Gegen die falsche Zwei-Staat­en-Lösung und die reak­tionäre Strate­gie der islamis­chen Führun­gen, die einen theokratis­chen Staat zu etablieren suchen, kämpfen wir für die Zer­schla­gung des Staates Israel als proim­pe­ri­al­is­tis­che und kolo­niale Enklave und für einen ein­heitlichen palästi­nen­sis­chen Staat auf dem gesamten his­torischen Ter­ri­to­ri­um: ein sozial­is­tis­ches Palästi­na der Arbei­t­erIn­nen, wo AraberIn­nen und Juden/Jüdinnen in Frieden zusam­men­leben kön­nen.

5 thoughts on “Marxist*innen und die “Einstaatenlösung”

  1. Ninetto sagt:

    BDS ist der Kampf für Men­schen­rechte: Ali Abunimah (Elec­tron­ic Intifa­da)
    https://youtu.be/DK8Sh0mzGX8?t=46s

  2. Verena Rajab sagt:

    Deine Posi­tion ist ganz generell schon richtig. Nur gib­st du Ilan Pappe und viele jüdis­che Oppo­si­tionelle nicht kor­rekt wieder. Da geht es keineswegs um Miteinan­der Reden. Ilan wie die aller­meis­ten “Ein­staatler” sind sich völ­lig darüber im Klaren, dass der demokratis­che Eine-Staat nur mit Sys­temwech­sel und tief­greifend­en Verän­derun­gen in den Eigen­tumsver­hält­nis­sen erre­icht wer­den kann. Für Ilan wie die anderen Oppo­si­tionellen ist die Ein­lö­sung des Rück­kehrrechts der palästi­nen­sis­chen Flüchtlinge nicht zulet­zt auch unter diesem Aspekt wichtig.Ganz abge­se­hen davon, dass es für jeden Bürg­er­lichen auch ein ein­fach­es Gebot der Men­schlichkeit sein sollte. Man denke nur an den völ­lig über­bevölk­erten Gaza­s­treifen, an die Palästi­nenserIn­nen die nur wenige Kilo­me­ter ent­fer­nt vom Dorf leben, aus dem sie ver­trieben wur­den, in Gaza, in der West­bank, in den Nach­bar­län­dern, aber auch inner­halb der Waf­fen­still­stand­slin­ie von 1948. In “nor­malen” Ver­hält­nis­sen ist es ganz selb­stver­städlich, dass flüchtlinge zurück­kehren kön­nen, nur im Fall des Staates Israel wird das mit allen Mit­teln ver­hin­dert — aus sys­tem­be­d­ingten Grün­den. Ilan weist immer wieder auf die Notwendigkeit hin, das Sys­tem zu über­winden. Das sind die zen­tralen Inhalte der Bewe­gung. Ein­lö­sung des Rück­kehrrechts der Flüchtlinge bedeutet Ent­mach­tung und Enteig­nung der paras­taatlichen und staatlichen Apartheid-Insti­tu­tio­nen des Staates Israel, in deren Hän­den sich der über­große Anteil des Boden des Lan­des derzeit befind­et. Damit haben wir schon eine ganze Menge auf dem Weg zur sozialen Gerechtigkeit erre­icht, der drin­gend notwendig ist für eine men­schliche Per­spek­tive.

  3. Karlo Marks sagt:

    Quer­front: linke Posi­tio­nen und rechte Ziele.
    BDS:
    Die Forderung des soge­nan­nten Rück­kehrrechts, das auf ein­er „‚Vererb­barkeit‘ des Flüchtlingssta­tus“ beruht, impliziere die Ver­nich­tung Israels. Auch beste­he „eine generelle NS-Analo­gie“, da BDS die Nazi-Parole „Kauft nicht bei Juden“ reak­tiviert und auf Israel über­tra­gen habe; häu­fig inklu­sive ein­er entsprechen­den optis­chen Insze­nierung vor den israelis­che Waren verkaufend­en Geschäften. Die BDS-Kam­pagne lege dop­pelte Stan­dards an, verkenne die geschichtlichen Fak­ten und betreibe eine „generelle Umdrehung von Ursache und Wirkung“, was „ein charak­ter­is­tis­ches Merk­mal für antizion­is­tis­chen Anti­semitismus“ sei. Die anti­semi­tis­che Aus­rich­tung der Kam­pagne zeige sich vor allem auch darin, dass in ein­er „Kollek­tivhaf­tung“ „Indi­viduen bekämpft wer­den, um […] den jüdis­chen Staat zu tre­f­fen“. Dies weise auf „ein völkisches Ver­ständ­nis von Strafrecht“ hin, da nicht die Tat­en eines Indi­vidu­ums, son­dern nur „seine soziopoli­tis­chen Hin­ter­gründe“ betra­chtet wer­den.

    F.O.R.Palestine:

    “For Pales­tine” tritt im Nahostkon­flikt für die Abschaf­fung Israels und ein Rück­kehrrecht für alle ver­triebe­nen Palästi­nenser ein. “Das Prob­lem des Zion­is­mus kann nur durch die Rück­kehr aller 1948 Ver­triebe­nen und ihrer Nachkom­men in das Land, aus dem sie ver­trieben wur­den, gelöst wer­den”, heißt es auf der Inter­net­seite der Gruppe, und weit­er: “Die Rück­kehr der Ver­triebe­nen geht ein­her mit der Abschaf­fung der zion­is­tis­chen Kon­trolle, sprich die Abschaf­fung des Staates Israel samt seines Sys­tems der Priv­i­legien.”

    Auch hier fehlt die Klasse­n­analyse.

    Die antizion­is­tis­chen Antisemit*innen von BDS und FOR-Pales­tine haben keinen Begriff von Israel als Klas­sen­ge­sellschaft, son­dern stellen das palästi­nen­sis­che gegen das israelis­che “Volk”. Mit ihrer Unter­stützung eines Boykotts gegen das ganze Israel bestrafen sie Lohnar­bei­t­ende und Unter­schicht in Israel, die jüdis­che und die ara­bis­che.
    Der Boykott ist nur eine Zwis­chen­stufe zum eigentlichen Ziel: der Zer­störung des Staates Israel. Alle Bewohner*innen Israels wer­den in Kollek­tivhaf­tung für die Men­schen­rechts-ver­let­zun­gen des Staates, des Mil­itärs und der ortho­dox­en Siedler*innen genom­men.
    Die antizion­is­tis­chen Antisemit*innen maßen sich darüber hin­aus einen Allein­vertre­tungsanspruch für alle Palästinenser*innen an und lassen kein kri­tis­ches Wort über Rake­te­nan­griffe, Selb­st­mor­dat­ten­tate und Messer­an­schläge zu.
    FOR-Pales­tine behauptet, Israel bege­he einen “Genozid am palästi­nen­sis­chen Volk”
    (so wie der NS-Faschis­mus einen Genozid an den Juden began­gen habe). Die Def­i­n­i­tion des Begriffes bleibt vage. Es wäre ver­mut­lich der erste “Genozid” der Welt­geschichte, in dem die ange­blich aus­gerot­tete Men­schen­gruppe in Wirk­lichkeit (glück­licher­weise) wächst.
    FOR-Pales­tine fordert aus­drück­lich die “Abschaf­fung” des Staates
    Israelund die Vertrei­bung aller “Zionist*innen”
    Da im Jar­gon der antizion­is­tis­chen Antisemit*innen prak­tisch alle jüdis­chen Men­schen als Zionist*innen gel­ten (außer denen, die sich antizion­is­tisch-anti­semi­tis­chen Inter­essen unter­w­er­fen) blieben dann kaum noch Juden und Jüdin­nen in Israel übrig.

    Die anti­semi­tis­che Welt hat sich in der mod­er­nen Zeit der Tol­er­anz ein Euphemis­mus für die Ver­nich­tung der Juden entwick­elt. Antizion­is­mus!

    Der Begriff “poli­tisch kor­rekt” ist in der west­lichen Welt ent­standen, als Reak­tion auf die religiöse und ras­sis­che Tol­er­anz in Bezug auf den Holo­caust, den Ras­sis­mus in Südafri­ka und in der Bürg­er­rechts­be­we­gung.

    Aller Müßig­gang ist schw­er und die Reste der poli­tis­chen Bewe­gun­gen der total­itären Welt hal­ten immer noch an Juden­hass fest .
    Das einzige Dilem­ma für diese Bewe­gun­gen ist, wie sie ihren Hass in ein­er “poli­tisch kor­rek­ten” Ver­sion verkaufen.
    Daher tren­nen sie die Begriffe “Anti­semitismus” und “Antizion­is­mus”, obwohl sie bei­de ein und das­selbe sind. Diese “poli­tisch kor­rekt” Form des Anti­semitismus dreht sich immer um die Exis­tenz Israels.

    “Stellen wir uns vor, während des Zweit­en Weltkriegs hätte Adolf Hitler ein Euphemis­mus für Juden im deutschsprachi­gen Raum entwick­elt.
    Nehmen wir an, er hätte sie “Euro-Juden” genan­nt. So hätte er leug­nen wollen, dass er ein Anti­semit war.
    Let­ztlich hätte er den Juden in den USA nichts ange­tan.
    Er hätte sich nur gegen die Juden gerichtet, die er für die Ungerechtigkeit­en der Ver­luste Deutsch­lands während des Ersten Weltkrieges ver­ant­wortlich machte.
    Sem­i­nare wür­den in amerikanis­chen Uni­ver­sitäten in den deutschen Stu­di­engän­gen abge­hal­ten, die vom Deutsch-Amerikanis­chen Bund organ­isiert wären, um das Prob­lem der ”Euro-Juden” zu disku­tieren: den Miss­brauch von Men­schen­rechtsver­let­zun­gen durch die” Euro-Juden” durch das stehlen deutsch­er Immo­bilien und Grund­stücke.
    Die über­legene Hal­tung der Juden als “auser­wähltes Volk” kön­nte disku­tiert wer­den und wie die Auswirkun­gen waren, als die Juden die aus­ge­hungerten Deutschen nach 1918 weit­er hungern liessen. Selb­stver­ständlich soll­ten diese Men­schen, die Juden, im Namen “sozialer Gerechtigkeit” enteignet wer­den.
    Und deutsche Sol­dat­en töten sie, “na ja, das war natür­lich Selb­stvertei­di­gung” und “legit­i­men Wider­stand” gegen die Besatzung, durch diese Ein­drin­glinge, die wirk­lich nie aus Deutsch­land kamen und die zurück­ge­hen soll­ten, woher sie auch kamen. Sie soll­ten abgeschoben und ange­grif­f­en wer­den , wenn sie hier bleiben woll­ten. Deutsch Beiträge an amerikanis­chen Uni­ver­sitäten wür­den mit diesem Pro­gramm zum “besseres Ver­ständ­nis” beitra­gen und die Beziehun­gen zwis­chen den USA und Nazi-Deutsch­land fördern.”

    Die Kon­stante von heuch­lerischen und rel­a­tivieren von Wörtern durch pro­fes­sionelle Pro­pa­gan­dis­ten muss wahrgenom­men wer­den, als das was es ist.

    Betrug!

    Anti­semitismus ist wie Ras­sis­mus eine Diskri­m­inierungs­form, ein Herrschaftsin­stru­ment ein­er chau­vin­is­tis­chen, autoritären Elite.
    Über Anti­semitismus diskri­m­iniert man nicht nur Juden und Jüdin­nen, er dient auch dazu Massen von Men­schen über Neid auf Juden und gle­ichzeit­iger Dämon­isierung dieser, zu kon­trol­lieren und bis hin zur Gewal­tausübung zu radikalisieren.

    Israelfeindlichkeit und dadurch ausufer­n­der Anti­semitismus, in ange­blich Linken Kreisen, grün­det in ein­er all­ge­meinen anti­semi­tis­chen Grund­hal­tung in der Gesellschaft und find­et sich in der über­holten Block-Posi­tion­ierung wieder, als Instru­ment des kalten Krieges und Argu­ment in falsch­er Impe­ri­al­is­muskri­tik die nicht das kap­i­tal­is­tis­che Sys­tem analysiert, son­dern sich an per­son­ifizierten Feind­bildern fest­macht..
    Im Zuge der emanzi­pa­torischen; anti­au­toritären Selb­stver­ant­wor­tung in ein­er freien Gesellschaft,(linke Werte), benötigt es keine per­son­ifizierten Feind­bilder.
    Wer sich dieser bedi­ent will am alten Kräftev­er­hält­nis fes­thal­ten und block­iert die Weit­er­en­twick­lung der Gesellschaft und die Über­win­dung von Herrschafts­for­men und Kap­i­tal­is­mus.
    Wie will man aus link­er Sicht den Anspruch haben, den Kap­i­tal­is­mus über­winden zu wollen, wenn man sich an Herrschaftsin­stru­mente bedi­ent, wenn man es nicht schafft die For­men der Diskri­m­inierung zu über­winden?

    1. Dieser Kom­men­tar geht mit keinem Wort auf den Artikel ein – schade!

      “Wie will man aus link­er Sicht den Anspruch haben, den Kap­i­tal­is­mus über­winden zu wollen, wenn man sich an Herrschaftsin­stru­mente bedi­ent?”

      … das sagt eine Per­son, die einen bürg­er­lichen Staat – in diesem Fall: den Staat Israel – gegen jede Kri­tik vertei­di­gen möchte. Ist ein bürg­er­lich­er Staat nicht etwa ein “Herrschaftsin­stru­ment”?

      Nicht alle Juden*Jüdinnen sind Zionist*innen und nicht alle Zionist*innen sind Juden*Jüdinnen. Diese falsche Gle­ich­set­zung kann gar nicht erk­lären, wie es antzion­is­tis­che Juden*Jüdinnen gibt – ohne auf anti­semi­tis­che Klis­chees der “Selbsthasser*innen” zurück­zu­greifen.

      Also wer die Abschaf­fung eines bürg­er­lichen Staates mit der Aus­löschung sein­er Einwohner*innen gle­ich­set­zt, bekan­nt sich zum bürg­er­lichen Staat als einzige Form men­schlichen Zusam­men­lebens.

      Wir sind für die Abschaf­fung aller Staat­en.

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