Deutschland

Nazi-Terror in Neukölln: Brandanschläge gegen zwei Aktivisten

In der Nacht zu Donnerstag fanden Brandanschläge gegen zwei linke Aktivisten in Berlin-Neukölln statt. Die Täter*innen waren offenbar Nazis. Das war versuchter Mord. Die gesamte Arbeiter*innenbewegung muss geschlossen antworten.

Nazi-Terror in Neukölln: Brandanschläge gegen zwei Aktivisten

In der Nacht zu Don­ner­stag haben Nazis in Neukölln erneut Bran­dan­schläge gegen linke Aktivis­ten verübt. Betrof­fen waren Heinz J. Oster­mann, Buch­händler aus Rudow, und Fer­at Kocak, Poli­tik­er von der Neuköll­ner Linkspartei. Autos der bei­den wur­den nachts in Brand geset­zt. Kocak beschreibt die Szene in einem Face­book-Post:

Wir schliefen keine 3m von der Brand­stelle und ich wurde zum Glück vom hellen Feuer wach so daß ich meine Eltern ins Freie geleit­en kon­nte. Der Gasverteil­er war auch direkt hin­ter ein­er Wand vom Feuer ent­fer­nt. Wir sind mit viel Glück dem Tod 5 Minuten voraus gewe­sen.

Das war ver­suchter Mord!

In Neukölln gibt es eine jahre­lange Serie von recht­en Anschlä­gen. Dro­hun­gen wer­den an die Häusern link­er Aktivist*innen gemalt, Fen­ster von Buch­lä­den eingeschla­gen und Autos immer wieder Autos in Brand gesteckt. Dieser Ter­ror richtet sich gegen Gewerkschafter*innen, Antifaschist*innen und Linke.

Die Polizei und die Staat­san­waltschaft unternehmen aber nichts dage­gen. Deswe­gen kön­nen sich Nazis in Neukölln so sich­er fühlen. Das ist lei­der auch keine Aus­nahme. Seit den NSU-Prozessen ist offen­sichtlich gewor­den, dass deutsche Behör­den die Nazis gewähren lässt – beson­ders wenn sie gegen Linke aktiv sind.

Wir fordern die Berlin­er Regierung – SPD, Grüne und Linkspartei – zu Stel­lung­nah­men auf: Warum kön­nen Nazis in Neukölln seit Jahren unge­hin­dert ihren Ter­ror ausüben?

Auf die Polizei ist kein Ver­lass. Die gesamte Arbeiter*innenbewegung muss geschlossen auf den Nazi-Ter­ror antworten. Das umfasst alle Gew­erkschaften, die Linkspartei und linke Jugendliche, zusam­men mit Ini­tia­tiv­en von Geflüchteten und ihren Unterstützer*innen und auch die SPD, die trotz ihrer arbeiter*innenfeindlichen Poli­tik in der Bun­desregierung immer noch die größte Basis in der Arbeiter*innenklasse hat. Wir alle sind vom gesellschaftlichen Recht­sruck bedro­ht und müssen uns trotz aller Mei­n­ungsver­schieden­heit­en gemein­sam zur Wehr set­zen.

Es ist auch die zunehmende Prekarisierung der Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen, die Men­schen in die Arme der Recht­en treibt. Wer sich unsich­er fühlt, mit Angst vor Arbeit­slosigkeit und Alter­sar­mut, ist empfänglich­er für rechte Parolen. Deswe­gen ist der Kampf gegen Prekarisierung auch ein Kampf gegen den Recht­sruck.

Bei den Streiks der Metaller*innen oder der stu­den­tis­chen Beschäftigten am morgi­gen Fre­itag wer­den wir ein starkes Zeichen set­zen: Unsere Klasse, die Arbeiter*innenklasse, ist inter­na­tion­al. Wir brauchen gute Arbeits­be­din­gun­gen für alle Men­schen, unab­hängig von Haut­farbe oder Herkun­ft. Ras­sis­mus kann unsere Klasse nur spal­ten.

Den Betrof­fe­nen und ihren Fam­i­lien sprechen wir unsere volle Sol­i­dar­ität aus. Wir unter­stützen die Vertei­di­gung gegen diesen Ter­ror, ins­beson­dere eine antifaschis­tis­che Kundge­bung in den näch­sten Tagen. Diese Nazi-Pest wer­den wir gemein­sam aus Neukölln vertreiben!

One thought on “Nazi-Terror in Neukölln: Brandanschläge gegen zwei Aktivisten

  1. anna sagt:

    Lei­der habe ich den Protest ver­passt. Kannst du mir bitte sagen, was wir noch sol­i­darisch tun kön­nen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.