III. Weg veranstaltet Nazi-Weihnachtsmarkt in Hilchenbach

06.01.2026, Lesezeit 3 Min.
Gastbeitrag

Das antifaschistische Bündnis "Dammstraße dichtmachen“ veranstaltete am 11.12.2025 eine Kundgebung im nordrhein-westfälischen Hilchenbach gegen den Neonazi-Weihnachtsmarkt des "Dritten Wegs“.

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Foto: Dirk Bindmann, Wikimedia Commons, CC-BY-SA-4.0 creativecommons.org , via Wikimedia Commons

Anlass für die Kundgebung war der alljährlich stattfindende Weihnachtsmarkt der Neonazi-Kleinstpartei. Diese hat am Samstag auch unter anderem den faschistischen Rapper „Makss Damage“ zu Besuch.

Aus Protest dagegen versammelte sich wie in den Jahren zuvor eine antifaschistische Kundgebung vor dem Haus, um den Nazi-Weihnachtsmarkt zu stören. Es wurden Reden gehalten, Parolen gerufen und Journalist:innen fotografierten mit großem Objektiv und hellen Blitzlicht sorgfältig die Besucher:innen des Nazi-Weihnachtsmarktes.

Der sogenannte „Dritte Weg“ ist eine seit 2013 bestehende extrem rechte Kleinstpartei, bestehend aus ehemaligen NPD-Funktionären und Mitgliedern des verbotenen „Freien Netzes Süd“. Unter dem Schutz des Parteiengesetzes betreibt der „Dritte Weg“ neonazistische Kameradschaftsarbeit. Die Partei, die sich als eine „elitäre Kaderorganisation“ versteht, verfolgte in der Vergangenheit mit ihren eher erfolglosen Wahlteilnahmen vielmehr die Bildung einer schwer zu verbietenden Struktur als ernstzunehmende parlamentarische Arbeit. Dennoch gelang es ihnen dieses Jahr bei den Kommunalwahlen in NRW in der Gemeinde Hilchenbach mit 3,08 Prozent ein Ratsmandat zu gewinnen.

Ihre Mitglieder propagieren einen, wie sie es nennen, ,,deutschen Sozialismus“ mit völkischem Menschenbild in enger Anlehnung an den historischen Nationalsozialismus und der deutschen militanten Kameradschaftsszene. Seit ihrer Gründung 2013 organisieren sie Demonstrationen, Kundgebungen sowie rassistische Kampagnen gegen Geflüchtete und migrantische Menschen, aber wollen auch durch Angebote wie Nachbarschaftshilfe, Jugendtreffen und Kampfsporttrainings anschlussfähig werden. Spätestens in den letzten Monaten sind sie dadurch bekannt geworden, dass sie Antifaschist:innen in Ostdeutschland auf offener Straße bedroht und überfallen haben, sowie durch den Messerangriff eines Mitglieds des „Dritten Wegs“ auf drei Antifas in Berlin vor anderthalb Jahren.

Mit ihrem, wie sie es nennen, neuen „Stützpunkt“ in Westdeutschland, nämlich in Hilchenbach, in der Nähe von Siegen, haben sie eine weitere Immobilie, die sie als wichtigen Netzwerkort für die extrem rechte Szene nutzen und so immer mehr neonazistische Strukturen in Westdeutschland aufbauen.

Auch eine lokale Initiative in Hilchenbach wehrt sich gegen den „Dritten Weg“. Sie organisieren seit Mitte dieses Jahres auch Informationsabende und Kundgebungen und rufen zur klaren Haltung gegen Rechtsextremismus auf. 

Es ist wichtig, dass wir uns als Antifaschist:innen mit den Anwohnenden solidarisieren, die bereits in der Vergangenheit durch die „Dritter Weg“-Nazis bedroht und eingeschüchtert wurden. Weil wir uns, wenn es um die Bekämpfung von militanten Neonazis geht, nicht auf den Staat verlassen können, müssen wir uns ihnen konsequent entgegenstellen und verhindern, dass Neonazis wie der „Dritte Weg“ weiter Strukturen aufbauen und gesellschaftsfähig werden. 

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