Lesekreis „Wie wird die AfD geschlagen?“ startet bald in Berlin
Am 5. August beginnt der Lesekreis zur Broschüre "Wie wird die AfD geschlagen?" in Berlin. Dort wollen wir die wichtigsten Fragen der antifaschistischen Bewegung heute diskutieren und Lehren für den Kampf gegen den Aufstieg der Rechten ziehen.
Die AfD schafft heute, was bisher noch keine Partei in der Geschichte der Bundesrepublik geschafft hat. Sie hat den Raum rechts der CDU dauerhaft besetzt und hat sie in den Umfragen mittlerweile überflügelt. Das bringt das deutsche Parteiensystem gehörig durcheinander. Die beiden traditionellen Staatsparteien der Bundesrepublik CDU und SPD befinden sich in einer schweren Krise. Alte Mechanismen des sozialpartnerschaftlichen Ausgleichs versagen, die Regierung kracht in allen Fugen und Friedrich Merzʼ Kanzlerstuhl wackelt. Stabile Landesregierungen werden ohne AfD-Beteiligung immer schwieriger. In Sachsen-Anhalt wird die AfD nach den Landtagswahlen im September 2026 voraussichtlich stärkste Kraft werden.
Während der Aufstieg der AfD voranschreitet, wächst der Widerstand auf den Straßen. Kampagnen wie Widersetzen schaffen es immer wieder, zehntausende Menschen und auch Gewerkschaften gegen die AfD und ihre Politik zu mobilisieren. Massendemonstrationen und -blockaden störten so manchen AfD-Parteitag. Nach der Veröffentlichung der Correctiv-Recherchen Anfang 2024 über ein geheimes Deportationstreffen verschiedener rechtsradikaler Kräfte in Potsdam, gab es in der ganzen Bundesrepublik große Demonstrationen. Als Merz Anfang 2025 dann versuchte, im abgewählten Bundestag mit AfD-Stimmen das rassistische „Zustrombegrenzungsgesetz“ zu verabschieden, kam es erneut zu Massenprotesten. Diese übten so viel Druck auf das Parlament aus, dass das Gesetz keine Mehrheit fand. Ein handfester Sieg der Massen, der die Integration der AfD zwar verzögern, aber nicht aufhalten konnte. Und gegen den AfD-Parteitag in Erfurt demonstrierten Anfang Juli 2026 zehntausende Menschen.
Diese Entwicklungen werfen innerhalb der Bewegung die Frage auf, wie die AfD und der allgemeine Rechtsruck, der weit über die Partei hinausgeht und das ganze deutsche Parteiensystem erfasst, erfolgreich geschlagen werden kann. Diese Fragen wollen wir im Lesekreis diskutieren. Dabei sollen drei Hauptfragen geklärt werden, die die antifaschistische Bewegung hierzulande beschäftigen: Erstens: Was ist die AfD und wo treibt sie in Zukunft hin? Zweitens: Was ist überhaupt Faschismus und was nicht? Und drittens: Ist die Logik der „Brandmauer aller Demokrat:innen“ gegen die AfD erfolgsversprechend und falls nicht, welche politische Strategie braucht es dann, um die AfD erfolgreich zu schlagen?
Als Textgrundlage dient uns der kürzlich erschienene erste Band der Schriftenreihe Permanente Revolution, der von der Revolutionären Internationalistischen Organisation (RIO), die auch Klasse Gegen Klasse herausgibt, veröffentlicht wurde. Der Band versammelt historische Texte Leo Trotzkis zur Analyse des Faschismus und den Fragen des antifaschistischen Kampfes mit aktuellen Ausarbeitungen zum Charakter der AfD und den Antworten der heutigen Linken darauf.
Die Sitzungen finden ab dem 5. August wöchentlich mittwochs um 18 Uhr im Rosa & Karl (Sonnenallee 152) statt. Der Text zu jeder Sitzung ist nach Möglichkeit vorher zu lesen. Für die Einführungssitzung am 5. August ist noch keine Vorbereitung nötig. Ihr braucht keine Vorkenntnisse und keine Anmeldung.