Rechte Angriffe auf Mitglieder des ORT Berlin: Solidarität mit den Betroffenen!
Zwei Genoss:innen des Offenen Roten Treffens Berlin wurden letzte Woche Opfer von rechter und queerfeindlicher Gewalt.
Letzte Woche wurden zwei Mitglieder des Offenen Roten Treffens (ORT) Berlin von Rechten angegriffen, wie die Gruppe auf Instagram berichtet. Ein Mitglied wurde beim S- und U-Bahnhof Pankow von Faschisten angegriffen, blieb jedoch dank dem solidarischen Eingreifen von Passant:innen unverletzt. Ein anderes Mitglied wurde beim Plakatieren für die Internationalist Queer Pride zuerst queerfeindlich und rassistisch beleidigt und danach körperlich angegriffen und verletzt. „Nur durch sein besonnenes und entschlossenes Handeln sind die Verletzungen nicht schwerer ausgefallen“, berichtet das ORT. Wir solidarisieren uns mit den Genoss:innen und verurteilen die Angriffe aufs Schärfste.
Rechte und queerfeindliche Gewalt hat in den letzten Jahren stark zugenommen. So wurden im Jahr 2025 2.048 queerfeindliche Straftaten vom Bundeskriminalamt erfasst, also etwa doppelt so viele wie 2021 (1.051) und über neunmal so viele wie 2015 (222). Auch die Meldungen rechter Straftaten haben sich zwischen 2021 und 2025 fast verdoppelt mit 42.544 Fällen. Rechte Straftaten liegen dabei weit vor allen anderen Kategorien politisch motivierter Straftaten und machen alleine fast die Hälfte der Statistik aus.
Der Angriff auf die Genoss:innen des ORT zeigt, wie rechte und queerfeindliche Ideologie Hand in Hand gehen. Wenn die AfD gegen Migrant:innen und Queers hetzt und wenn die anderen Parteien sie ‚bekämpfen‘, indem sie ihre Positionen übernehmen, dann fühlen sich Rechte und Faschist:innen ermutigt, ihre Gegner:innen immer offener zu terrorisieren. Dabei ist es besonders heuchlerisch, wie Politiker:innen von CDU bis Grüne den queerfeindlichen Angriff auf den CSD in Berlin instrumentalisieren, um gegen Migrant:innen zu hetzen, während sie selber den Rechtsruck vorantreiben, der die größte Gefahr für Queers darstellt.
Unsere Antwort auf rechte und queerfeindliche Gewalt darf weder Rückzug noch Vertrauen auf den Staat sein. In der aktuellen Lage müssen wir dringend den Aufbau antifaschistischer Selbstschutzkomitees voranbringen. Arbeiter:innenorganisationen wie Gewerkschaften und auch die Linkspartei müssen angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Linke solche Selbstverteidigungsstrukturen im großen Stil aufbauen. Wer stattdessen wie Pascal Meiser, der Linkspartei-Abgeordnete für Friedrichshain-Kreuzberg, nun fordert, „konsequenter, mit allen Mitteln des Rechtsstaates“ gegen „islamistische Strukturen“ vorzugehen, zeigt, dass er nichts anderes als die linke Stütze des bürgerlichen Staates ist.