Deutschland

100.000 Demonstrant*innen gegen 20 Verbrechner*innen

Unter dem Motto "Grenzenlose Solidarität statt G20" zogen am Samstag bis zu 100.000 Menschen durch die Hamburger Innenstadt zum Höhepunkt der Proteste gegen den G20-Gipfel. Die Strategie von Merkel, Scholz und der Hamburger Polizei scheiterte und zehntausende Arbeiter*innen, Jugendliche, Frauen und Migrant*innen brachten ihren Unmut mit der Welt der G20 und der Polizeigewalt auf die Straße.

100.000 Demonstrant*innen gegen 20 Verbrechner*innen

Am Ende hat die ganze Krim­i­nal­isierung nichts genutzt. Die Ham­burg­er Polizei, der Sen­at, die Boule­vard­presse, die Bun­desregierung – alle haben die ganze Woche lang ver­sucht, alle Demonstrant*innen gegen die G20 zu als gefährliche Krawallmacher*innen darzustellen. Beson­ders die Szenen vom Fre­itag Nacht im Schanzen­vier­tel, welche die Polizei selb­st pro­duzierte, soll­ten den Protest dele­git­imieren.

Doch diese Het­zkam­pagne hat das vielfältige Bünd­nis gegen den Gipfel nur zusam­men­rück­en lassen. Am Sam­stag, zum Ende der Protest­woche, kamen 100.000 Men­schen zur inter­na­tionalen Großdemon­stra­tion zusam­men.

An der Spitze der Demon­stra­tion lief ein riesiger kur­dis­ch­er Block, der gegen den türkischen Präsi­den­ten Erdo­gan protestierte. Dem fol­gte eine riesige Band­bre­ite an Gipfelgegner*innen. Es waren Klimaschützer*innen und Queer-Feminist*innen, Gewerkschafter*innen und Autonome, und linke Organ­i­sa­tio­nen ohne Ende, dabei.

Die Polizei ver­suchte mit­ten auf der Route, eine stal­in­is­tis­che Organ­i­sa­tion aus der Türkei anzu­greifen. Doch die Sol­i­dar­ität der Demon­stra­tion hielt stand. Der gesamte Demozug hielt an, bis die Schlägertrup­ps in ihren schwarzen Uni­for­men sich zurück­zo­gen. Wie die Polizei selb­st in ein­er Mel­dung schrieb:

Die ver­mummten Teil­nehmer des Aufzuges kon­nten in alle Rich­tun­gen unerkan­nt flücht­en. Der Demon­stra­tionszug set­zte anschließend den geplanten Weg fort.

Auf der End­kundge­bung nahe des St.-Pauli-Stadions herrschte so etwas wie Fes­ti­val­stim­mung: Es gab Elek­tro-Musik, Punk-Bands spiel­ten, Kon­fet­ti flog in der Luft und hun­grige Demonstrant*innen aßen veg­e­tarisches Essen. Die Demon­stra­tion war ein unüberse­hbares Zeichen der Ablehnung gegen den Impe­ri­al­is­mus, Krieg, kap­i­tal­is­tis­che Aus­beu­tung und Unter­drück­ung – für all das ste­ht der G20-Gipfel. Auch die Polizei und ihre Eskala­tion­sstrate­gie der bru­tal­en Repres­sion wur­den deut­lich zurück­gewiesen. Der deutsche Staat hat hun­derte Mil­lio­nen Euro aus­gegeben – und nur den Hass auf dieses Regime gesteigert.

One thought on “100.000 Demonstrant*innen gegen 20 Verbrechner*innen

  1. buswolf sagt:

    Der Gipfel der Staatsmän­ner und Frauen ist zu ende. Ein klein­er Blick zurück.
    Der erste G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs fand 2008 in Wash­ing­ton statt. Dabei stellte die G20 die Weichen für die größte Welt­fi­nanzre­form seit mehr als 60 Jahren. Beim Nach­fol­ge­tr­e­f­fen 2009 in Lon­don einigte sich die G20 unter anderem darauf, im Kampf gegen Steuer­hin­terziehung nicht kooperierende Staat­en auf schwarze Lis­ten zu set­zen. Etliche soge­nan­nte Steueroasen kooperieren sei­ther mit der G20. Im Gefolge der Finanzkrise 2008 beschloss die G20 eine stärkere Kon­trolle von Hedge­fonds und Ratin­ga­gen­turen. Mit welchem Ergeb­nis?
    Die Inter­na­tionale Arbeit­sor­gan­i­sa­tion der G 20, ILO, beschäftigt rund 1900 Mitar­beit­er und ver­fügt über einen Haushalt von 797 Mio. US-$ (2016–17). Berech­net man auf dieser Grund­lage den Monat­slohn der einzel­nen Mitar­beit­er, bleibt die Frage. Sind diese Her­ren und Damen in der Lage, sich in Dinge hineinzu­ver­set­zen, die viele Lei­har­beit­er, prekär Beschäftigte, Niedriglohnempfänger, Hartz IV-empfänger, Rent­ner­in­nen und Rent­ner mit wenig Rente per­sön­lich spüren? Warum ist es gelun­gen, in den let­zten ca. 20 Jahren das reine Pri­vatver­mö­gen zu ver­dop­peln? Wer hat am meis­ten davon?
    Und falls von einem Flächen­brand die Rede ist, dann frage nach, was ver­bren­nt? Warum wer­den zu Kriegszweck­en Flugzeuge und Hubschrauber(auch G 20 Tre­f­fen) einge­set­zt, jedoch bei großen Flächen­brän­den nur sehr sel­ten oder gar nicht? Welche Inter­essen steck­en hier dahin­ter?
    Es ist bekan­nt, dass die Polizei auch ver­mummte Per­so­n­en einsetzt(Heiligendamm), um die Presse davon zu überzeu­gen, es sind Linksau­tonome.
    Es fan­den jedoch auch sehr viele Tre­f­fen und Zusam­menkün­fte statt, die die Men­schen inter­essieren, wie z.B. mit der Frage. Ist diese Gesellschaft in der Lage, die Prob­leme der Men­schheit zu lösen, oder sie zu ver­schär­fen. Ganz aktuell ist eben­falls von diesen G 20 Her­ren und Damen eine Ver­längerung der Lenkzeit­en für Beruf­skraft­fahrer in Pla­nung.
    Es ist nur zu begrüßen, dass sich so viele zur Abschlusskundge­bung in Ham­burg beteiligt haben. Natür­lich wären eine Mil­lion Men­schen bess­er gewe­sen. Irgend­wann ste­ht für jeden die Frage. Wie und mit welchen Mit­teln hast du dich an der Ver­hin­derung der Ver­schär­fung der Men­schheit­sprob­leme beteiligt? Wenn unsere Kinder und Enkel diese Frage stellen, ist keinem zu rat­en, sie zu belü­gen.

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