Deutschland

Solidarität von Berlin nach Madrid

Solidarität von Berlin nach Madrid

Rund 250 Menschen haben in Berlin am Dienstag Abend unter dem Motto „Athen, Berlin, Madrid – gemeinsam gegen Sparpolitik“ demonstriert. Mit spanischen Parolen wie „No Pasarán!“ („Sie kommen nicht durch!“) bekundete der Demonstrationszug Solidarität mit den Protesten in Madrid, wo zum gleichen Zeitpunkt Zehntausende den Kongress umzingelten. Am folgenden Morgen begann auch ein Generalstreik in Griechenland.

Eingeladen hatte das Griechenland-Solidaritätskomitee Berlin, und unter den TeilnehmerInnen waren linksradikale Gruppen, auch einige Bundestagsabgeordnete von der Partei „Die Linke“, sowie VertreterInnen von MigrantInnengemeinden. Für die griechischsprachige Gruppe „Real Democracy Berlin/GR“ war es wichtig, ein Zeichen für internationale Solidarität zu setzen. „Die Mainstream-Medien propagieren ein Bild von faulen Griechen“ erklärte Fivi Daliani, die aus Griechenland kommt und in Berlin promoviert. Dabei sind viele Flüchtlinge vor der Krise junge Menschen mit Studium, „qualifizierte Leute“, wie die aus Spanien stammende Journalistin Carmen Negrete erklärte. In einem Redebeitrag im Namen der 15. Mai-Bewegung Berlin sprach sie über die wachsende Misere im Spanischen Staat – „bis zum Ende des Jahres wird es 180.000 neue Zwangsräumungen geben“ – und über die Repression die bereits im Zentrum von Madrid in vollem Gang war.

Eine geplante „Asamblea“ mit offenem Mikrofon vor dem Haus der Deutschen Wirtschaft am Ende der Demonstration fiel allerdings wegen Regen aus. In einer Abschlussrede erklärte Lampros Savvidis von der Hellenischen Gemeinde Berlin in einer Rede, dass die Probleme Griechenlands ein Produkt des Kapitalismus sind: „Deswegen müssen wir sein Ende fordern!“ Der Anmelder der Demonstration, Martin Mitterhauser, bezeichnete den kleinen aber lautstarken Protestzug auch als „Appell an die Berliner Linke für mehr Solidaritätsaktionen“. Am Samstag bei der „umFAIRteilen“-Demonstration wird es einen eigenen Block zur internationalen Solidarität mit Griechenland geben.

RIO, die Revolutionäre Internationalistische Organisation, arbeitet von Anfang an im Griechenland-Solidaritätskomitee und trat für eine Demonstration wie diese ein. Auf der Aktion selbst verteilten wir eine Grußbotschaft von unserer Schwesterorganisation im Spanischen Staat. Auch wenn die Demonstration nicht so groß war, wie sie angesichts der angespannten Situation in Europa hätte sein müssen, war es ein wichtiges und nicht zu unterschätzendes Zeichen der Solidarität aus dem „Herzen der Bestie“ des deutschen Imperialismus an die Kämpfenden in Griechenland, im Spanischen Staat und in anderen Ländern.

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