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Praktische Solidarität für Griechenland: Das Solidaritätskomitee

Praktische Solidarität für Griechenland: Das Solidaritätskomitee

Angesichts der immer drastis­cheren Vere­len­dung der Massen in Griechen­land ist Sol­i­dar­ität eine prak­tis­che Notwendigkeit – und zwar längst nicht nur aus Sicht der GriechIn­nen, die unter dem Spar­dik­tat der Troi­ka lei­den, son­dern auch im Inter­esse der gesamten europäis­chen Arbei­t­erIn­nen­klasse ein­schließlich der deutschen. Denn es ist klar, dass auch hierzu­lande eher früher als später der Druck auf Löhne und Lebens­stan­dards mas­siv erhöht wer­den wird, wenn es keinen organ­isierten Wider­stand dage­gen gibt.

Unter diesen Vorze­ichen wurde im Juni das „Griechen­land-Sol­i­dar­ität­skomi­tee Berlin“ gegrün­det, dass vor allem von eini­gen trotzk­istis­chen Grup­pen aber auch von Organ­i­sa­tio­nen wie Avan­ti oder Teilen der Linkspartei und unab­hängi­gen AktivistIn­nen getra­gen wird.

Inner­halb des Komi­tees ist es eigentlich Kon­sens, dass die Sol­i­dar­ität der griechis­chen Arbei­t­erIn­nen­klasse und den unter­drück­ten Massen gilt und die griechis­che, eben­so wie die deutsche und gesamte europäis­che Kap­i­tal­istIn­nen­klasse als gemein­samer Feind bekämpft wer­den muss. Lei­der wer­den diese Posi­tio­nen nicht offen und kon­se­quent nach außen vertreten son­dern immer etwas entschärft – aus Angst, die „Massen“ oder poten­tielle Bünd­nis­part­ner­In­nen wie die Gew­erkschaften zu ver­schreck­en. Wir von RIO glauben allerd­ings nicht, dass es sin­nvoll ist, vorau­seilend die eige­nen Posi­tio­nen zu ver­steck­en – ins­beson­dere, da die poli­tisch fort­geschrit­teneren und radikaleren Arbei­t­erIn­nen und Jugendlichen das wichtig­ste Zielpub­likum für Sol­i­dar­ität­skam­pag­nen darstellen. Statt sich von vorn­here­in dem herrschen­den Diskurs anzunäh­ern, sollte stattdessen eine radikale Debat­te über die Rolle des deutschen Impe­ri­al­is­mus und die Funk­tion der EU angestoßen wer­den.

Trotz seines Namens ist das Sol­i­dar­ität­skomi­tee ganz klar inter­na­tion­al­is­tisch aus­gerichtet, was sich auch bei der ersten größeren Aktion des Komi­tees zeigt: Unter dem Mot­to „Athen, Berlin, Madrid – Gemein­sam gegen Spar­poli­tik“ wird es am 25. Sep­tem­ber in Berlin eine Demon­stra­tion zum Haus der Deutschen Wirtschaft geben. Anlass ist dabei auch der „Marsch auf Madrid“ zu dem radikale linke Organ­i­sa­tio­nen im Spanis­chen Staat am sel­ben Tag aufgerufen haben. Dementsprechend wird die Aktion gemein­sam mit spanis­chen und griechis­chen Grup­pen in Berlin organ­isiert. Auf der geplanten Abschlusskundge­bung wird es auch ein offenes Mikro­fon geben, damit alle Beteiligten über die richtige Strate­gie für wirkungsvolle Sol­i­dar­ität und gemein­samen Wider­stand disku­tieren kön­nen.

Zusät­zlich sind für die Zukun­ft auch kul­turelle Ver­anstal­tun­gen und die Veröf­fentlichung spezieller Gegen­pro­pa­gan­da zu den Lügen der Konz­ern­me­di­en über „faule und kor­rupte Griechen“ usw. geplant. Unser­er Ansicht nach kann aber der beste Beitrag des Komi­tees zu mehr Sol­i­dar­ität derzeit in der Organ­isierung kämpferisch­er und öffentlichkeitswirk­samer Aktio­nen beste­hen, die poli­tisch klar die Rolle Deutsch­lands als mächtig­stem impe­ri­al­is­tis­chem Akteur inner­halb der EU her­ausstellen und auf den gemein­samen sol­i­darischen Kampf der europäis­chen Arbei­t­erIn­nen und Jugend abzie­len.

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