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„Premium Partner“: Mit diesen Sklaventreibern wirbt Gorillas!

Der Lebensmittellieferant Gorillas und der Fußballclub Paris Saint-Germain sind jetzt "Premium Partner". Der Verein steht in heftiger Kritik, da seine katarischen Eigentümer moderne Sklaven einsetzen.

Bild: Simon Zamora Martin

In den letzten Wochen und Monaten haben wir oft über die katastrophalen Arbeitsbedingungen bei Gorillas berichtet. Niedriglöhne und Verletzung aufgrund von mangelhaften Fahrrädern sind Alltag. Doch damit nicht genug. Das Unternehmen hat dutzende streikende Arbeiter:innen gefeuert, die Gründung eines Betriebsrats unterlaufen und Gehälter so falsch abgerechnet, dass sie in einem Fall nur 9 Cent bezahlen mussten.

Nun versucht der App-Lieferdienst sein Image verzweifelt aufzupolieren. Anstatt anständige Gehälter zu zahlen und seine ekelerregenden Union-Busting-Methoden zu beenden, setzt das Unternehmen auf große Marketing-Kampagnen. Am vergangenen Spieltag der zweiten Bundesliga schalteten es unter anderem beim „Topspiel“ zwischen dem Hamburger SV und Jahn Regensburg kostspielige Bandenwerbung.

Nun hat Gorillas auf Instagram verkündet, dass es „Premium Partner“ des Scheinclubs aus Paris ist: „Gorillas ist stolz darauf, offizieller Partner von Paris Saint-Germain zu sein, einem Team, dessen Kernwerte wir teilen: Kühnheit, Teamgeist, Authentizität.“ Doch diese angeblichen Werte sind geheuchelt und treffen nicht nur bei Fußball-Ultras auf großen Gegenwind.

Bei dem Club aus Paris zählt Teamgeist nichts. Die Mannschaft besteht nur aus millionenschweren Stars wie Neymar, Messi und Mbappé, die den Erfolg um alles Geld der Welt sichern sollen. Hinter den millionenschweren Transfers und Gehältern steht ein Investmentfond aus Katar. Der Staat versucht Fußball als Soft-Power zu nutzen um über seine miserable Menschenrechtsbilanz hinweg zu täuschen.

Die Qatar Sports Investments (QSi), deren Vorsitzender der katarische Minister Nasser Al-Khelaifi ist, versuchen also ebenfalls ihr angeschlagenes Image mit erfolgreichen Fußballvereinen aufzupolieren. Ihnen ist es dabei egal, dass sie Millionenverluste mit dem Club machen. Katar richtet die Männer-Fußball-Weltmeisterschaft 2022 aus, bei der sie in heftiger Kritik wegen Sklavenarbeit stehen. Den Arbeiter:innen dort wird der Pass entzogen und sie müssen zu absoluten Niedriglöhnen bei absolut schrecklichen Bedingungen schuften. Von 2011 bis 2020 sind  laut Guardian über 6.500 Arbeitsmigrant:innen gestorben. Die FIFA spricht nur von 34 Todesfällen.

Der Wüstenstaat, der eine absolute Monarchie ist, versucht mit seinen Rohstoff-Milliarden sein Image aufzupolieren, um weiterhin kritiklos Geschäfte mit westlichen Staaten machen zu können. FIFA-Funktionäre wie Franz Beckenbauer leugnen alles: „Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen.“ Auch die Bundesregierung liefert weiter munter Waffen. Dass Gorillas nun versucht mit solchen „Premium Partnern“ sein angeschlagenes Image aufzupolieren, passt wie die Faust aufs Auge.

Gorillas macht gemeinsame Sache mit Sklaventreibern: Boykottiert Gorillas und spendet an die Streikkasse der Beschäftigten.

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