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Gorillas-Bosse feuern streikende Arbeiter:innen!

Ver.di muss sich gegen skandalöse Entlassungen von streikenden Gorillas stellen!

Gorillas-Bosse feuern streikende Arbeiter:innen!
Foto: Simon Zamora Martin

Der 10-Minuten-Lieferservice Gorillas hat entgegen seiner Beteuerungen heute fast alle Rider, die in den vergangenen Tagen gegen die gravierenden Missstände im Streik waren, entlassen. Besonders heftig ist die Situation am Berliner Warenhaus im Bergmannkiez. Hier ist am Freitag die vollständige Belegschaft in einen unbefristeten Streik getreten, um die Forderungen nach besseren und vor allem pünktlich und vollständig gezahlten Löhnen, regelmäßigen Dienstplänen mit Einhaltung der gesetzlichen Ruhezeit von elf Stunden, mehr Personal und besserer Arbeitsschutzausrüstung durchzusetzen.

Am Freitag sicherte das Management noch zu, diese Woche Gespräche mit den Beschäftigten zu suchen. Doch statt einer Verhandlungsdelegation schickten sie gestern nur einen privaten Sicherheitsdienst, der die Beschäftigten am Betreten des Lagers hinderte. Heute wurden fast alle Beschäftigten des Warenhauses gekündigt. Doch nicht nur Arbeiter:innen des Warenhauses im Bergmannkiezes sind betroffen: auch in Schöneberg und Gesundbrunnen wurden Kolleg:innen entlassen, die die vergangenen Tage die Arbeit niederlegten.

Laut Aussage von Betroffenen wurde als Grund für die fristlosen Kündigungen durch das Unternehmen am Telefon die Beteiligung an einem illegalen Streik angegeben. Doch ist der Streik illegal? Der erste Präsident des Bundesarbeitsgericht – der zuvor für die Nazis das faschistische Arbeitsgesetz schrieb – beschloss vor über einem halben Jahrhundert, es dürfe in Deutschland nur für einen Tarifvertrag gestreikt werden und dann auch nur, wenn eine Gewerkschaft dazu aufruft. Diese Rechtsprechung – ein Verbot ist nicht gesetzlich verankert – steht im Widerspruch zu der Europäischen Sozialcharta und Deutschland kassierte deshalb schon mehrere Rügen. Doch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte gab es bisher noch nicht.

Was die entlassenen Beschäftigten jetzt brauchen ist breite Solidarität. Einerseits muss die Führung von Ver.di die Streiks nun dringend nachträglich legalisieren und die Entlassenen vor den Angriffen der Bosse verteidigen. Es braucht Druck innerhalb der Gewerkschaften, damit diese sich hinter die Arbeiter:innen von Gorillas stellen. Andererseits ist es nun fundamental, dass die von den Entlassungen betroffenen Arbeiter:innen finanzielle Unterstützung erhalten. Sowohl die Gewerkschaften als auch alle anderen Personen, die sich mit den Kämpfenden dort solidarisieren, sollten für die Streikkasse der Gorillas-Beschäftigten hier spenden.

Am Mittwoch den 06.10. gibt es zusätzlich um 13 Uhr eine Noise Demo an der Schönhauser Allee 180. Kommt vorbei und bringt Pfeifen, Pfannen, Trommeln und eure Stimme mit, um lautstark gegen die Entlassungen zu protestieren.

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