Deutschland

Polizeirepression nimmt in der Corona-Krise zu

Seit Montag gilt in der Öffentlichkeit ein bundesweites Versammlungsverbot und die Polizei verschärft ihre Kontrollen, besonders gegen migrantische Menschen. Rassistische Polizeikontrollen nehmen zu.

Polizeirepression nimmt in der Corona-Krise zu

Seitdem das „Kontaktverbot“ am Montag in Kraft trat und die Polizei in Berlin sogar eine Ausweispflicht kontrollieren darf, macht die Polizei zum Beispiel am Hermannplatz in Neukölln mehrmals am Tag rassistische Kontrollen. Denn es dürfen sich nicht mehr als zwei Menschen zusammen in der Öffentlichkeit versammeln. (Mit Hunderten anderen auf engem Raum in Betrieben zu arbeiten, ist aber weiter erlaubt.)

Die staatliche, institutionalisierte Gewalt, die von Polizei oder Justiz verkörpert wird, begegnet und blockiert uns tagtäglich. Wir reden hier nicht von individueller Gewalt und Repression, sondern man muss sie als systematische Stigmatisierungen, als Gewalt und als Entrechtung erkennen.

Denn jetzt, in Zeiten der Corona Krise, werden viel häufiger Menschen kontrolliert und angehalten. Fast immer sind es migrantische Männer und alle, die so aussehe, als seien sie fremde Elemente für den deutschen Staat und die Polizist*innen. Das Racial Profiling, auch wenn es in Deutschland offiziell verboten ist, ist an jeder Ecke sichtbar.

Racial Profiling heißt, wenn Polizist*innen keine spezifischen verdächtigen Beschreibung vorliegen und sie dennoch entscheiden, jemanden anzuhalten und durchzusuchen, zu befragen oder verhaften, weil ihnen diese Person wegen rassialisierter Merkmale – wie Hautfarbe, Haarfarbe, Kleidung, religiöser Symbole oder Sprache – verdächtig erscheint. (Aus dem Buch: Was macht uns wirklich sicher?)

Gestern wurden am Hermannplatz zwei Männer von der Polizei angehalten. Sie bekamen Handschellen, ihre Rucksäcke wurden ihnen von den Händen gerissen und auf den Boden geschmissen. Sie wurden überall angefasst. Die Rucksäcke wurden mehrmals kontrolliert. Fünf und später sechs Polizist*innen umkreisten beide Männer. Ständig wurden beiden Männer Sachen gefragt. Später wurde eine der Männer ins Polizeiwagen gebracht und 20 Minuten später der nächste. Der Polizeiwagen, mit mehr als sieben Polizist*innen, fuhr weg.

Wurdest du auch von der Polizei kontrolliert? Hast du Repression durch das Kontaktverbot und die Ausgangsbeschränkungen erlebt? Schick uns deine Erfahrungen und Geschichten aus dem Beruf und Alltag.

One thought on “Polizeirepression nimmt in der Corona-Krise zu

  1. Koral Y. sagt:

    Ist es nicht ein wenig übertrieben wegen dem Beispiel einer Kontrolle am Hermannplatz von einer allgemeinen Polizeirepression zu sprechen? Ich habe in den letzten Tagen viele Kontrollen auch an deutsch aussehenden Menschen gesehen. Natürlich gibt es Racial Profiling aber es muss relativiert werden. Es ist schon längst zum running gag geworden dass Linke wegen allem gleich die Rassismuskeule schwingen und ich denke es ist essentiell für unsere Glaubwürdigkeit, diese Artikel mit weniger Naivität zu schreiben: „Ständig wurden beiden Männer Sachen gefragt“, so etwas könnt ihr doch nicht allen ernstes veröffentlichen…

    Grüße

    K. Y.

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