Deutschland

Neun Verletzte nach Angriff auf kurdische Veranstaltung in Spandau

Am vergangenen Sonntag haben Unbekannte eine Info-Veranstaltung zum Unabhängigkeitsreferendum in Süd-Kurdistan mit einer Rauschbombe und Tränengas angegriffen.

Neun Verletzte nach Angriff auf kurdische Veranstaltung in Spandau

Am 20. August fand in Span­dau eine Info-Ver­anstal­tung zum Unab­hängigkeit­sref­er­en­dum in Süd-Kur­dis­tan statt. Am 25. Sep­tem­ber wird in Süd-Kur­dis­tan abges­timmt, ob die kur­dis­che Region­al­regierung ihre Unab­hängigkeit von der irakischen Zen­tral­regierung erk­lären soll. Die Ver­anstal­tung, die von über 400 Men­schen besucht wurde, hat­te das Ziel, sich mit den Befürworter*innen der Unab­hängigkeit zu sol­i­darisieren.

Gegen 22:00 Uhr kam es zu ein­er Explo­sion wegen ein­er Rauch­bombe. Der Ver­anstal­tungsraum füllte sich langsam mit Rauch und die Teilnehmer*innen beka­men Atem­schwierigkeit­en. Als die Men­schen raus­ran­nten, wur­den sie nochmals mit Trä­nen­gas ange­grif­f­en. Neun Men­schen wur­den ver­let­zt und ins Kranken­haus gebracht.

Die beteiligten Organ­i­sa­tio­nen haben den Angriff verurteilt. In ein­er Pressemit­teilun­gen, die am Mon­tag veröf­fentlicht wurde, hieß es, dass es sich nicht um einen zufäl­li­gen Angriff han­delt, son­dern um einen poli­tisch motivierten.

Es wäre nicht das erste Mal, dass kur­dis­che Organ­i­sa­tio­nen und Ver­anstal­tun­gen in Berlin ange­grif­f­en wer­den. Die Pro-kur­dis­che Partei HDP Berlin ist seit zwei Jahren Zielscheibe der ultra-nation­al­is­tis­chen türkischen Partei MHP. In 2015 gab es sog­ar einen Bran­dan­schlag auf das neu eröffnete HDP-Wahlbüro. Zusät­zlich gibt es zahlre­iche Angriffe auf Info­tis­che, Einzelaktivist*innen und auf ihre Demon­stra­tio­nen.

Aber wie kommt es, dass sich die “grauen Wölfe” oder die “AKP-Anhänger*innen” trauen, solche fort­laufend­en Angriffe durchzuführen? Es ist ihnen bewusst, dass der deutsche Staat auf ihrer Seite ist.

Die Repres­sion gegen kur­dis­che Aktivist*innen und Organ­i­sa­tio­nen wurde in let­zter Zeit mas­siv ver­stärkt. Seit dem März 2017 ist das Zeigen von Sym­bol­en kur­dis­ch­er Organ­i­sa­tio­nen ver­boten, darunter YPG und YPJ, aber auch Studieren­den­ver­band YXK und andere Frauen- und Jugen­dor­gan­i­sa­tio­nen. Let­zte Woche wurde die Woh­nung eines linken Aktivis­ten mit dem Vor­wurf durchge­sucht, auf Face­book ein Bild mit ein­er YPG-Fahne gepostet zu haben.

Durch die Krim­i­nal­isierung von kur­dis­chen und linken Aktivist*innen ver­sucht die Bun­desregierung, die Sol­i­dar­ität mit dem kur­dis­chen Wider­stand zu brechen und die kur­dis­che Bewe­gung in Deutsch­land hand­lung­sun­fähig zu machen. Als Revolutionär*innen in Deutsch­land müssen wir jeglich­er Angriff der Bun­desregierung skan­dal­isieren und gegen das Ver­bot der PKK, für den Stopp aller Waf­fen­liefer­un­gen in die Türkei und für die Freilas­sung aller poli­tis­chen Gefan­gene kämpfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.