Geschichte und Kultur

Leo Trotzki: Hände weg von Rosa Luxemburg!

Rosa Luxemburg hat zu viele Fans. Anarchist*innen, Sozialdemokrat*innen und Stalinist*innen berufen sich positiv auf die Gründerin der KPD. Doch Stalin hat Luxemburg und den "Luxemburgismus" mit einer Serie von Unwahrheiten verleumdet. In diesem Aufsatz aus dem Jahr 1932 versucht Leo Trotzki, diese stalinistische Hetze zurückzuweisen und Rosa Luxemburg als eine der bedeutendsten Figuren der marxistischen Tradition zu würdigen. Sie war, in Trotzkis Worten, "ein Adler".

Leo Trotzki: Hände weg von Rosa Luxemburg!

Prinkipo, 28. Juni 1932

Stal­ins Artikel Über einige Fra­gen der Geschichte des Bolschewis­mus erhielt ich mit großer Ver­spä­tung. Als ich ihn hat­te, kon­nte ich mich lange nicht über­winden, ihn durchzule­sen, denn der­lei Lit­er­atur ist unbekömm­lich wie Säge­späne oder gehack­te Borsten. Aber als ich ihn schließlich doch gele­sen hat­te, kam ich zu dem Ergeb­nis, daß man an dieser Arbeit allein schon deswe­gen nicht vorüberge­hen kann, weil sie eine freche und unver­schämte Ver­leum­dung Rosa Lux­em­burgs enthält.

Stal­in ver­set­zt die große Rev­o­lu­tionärin ins Lager des Zen­tris­mus! Er zeigt – nein, er behauptet – daß der Bolschewis­mus von Anfang an auf die Spal­tung mit dem Kaut­sky­schen Zen­tris­mus hingear­beit­et habe, während Rosa Lux­em­burg Kaut­sky von links her gedeckt habe. Brin­gen wir seine eige­nen Worte:

jed­er Bolschewik, der wirk­lich Bolschewik ist, weiß, daß Lenin schon lange vor dem Kriege, etwa seit 1903–1904, als sich in Ruß­land die Gruppe der Bolschewi­ki her­aus­bildete und als sich die Linken in der deutschen Sozialdemokratie zum ersten Male bemerk­bar macht­en, eine Lin­ie ver­fol­gt hat, die auf den Bruch, die Spal­tung mit den Oppor­tunis­ten sowohl bei uns, in der Sozialdemokratis­chen Partei Ruß­lands wie auch dort, in der II. Inter­na­tionale, im beson­deren in der deutschen Sozialdemokratie gerichtet war“. Wenn das nicht zum Erfolg führte, so lag es daran, daß „die linken Sozialdemokrat­en in der II. Inter­na­tionale, und vor allem in der deutschen Sozialdemokratie, eine schwache und ohn­mächtige, organ­isatorisch nicht her­aus­ge­bildete, ide­ol­o­gisch nicht aus­gerüstete Gruppe darstell­ten, die sich fürchtete, das Wort ‚Bruch‘, ‚Spal­tung‘ auch nur auszus­prechen.

Um eine der­ar­tige Behaup­tung aufzustellen, muß man in Fra­gen der Geschichte der eige­nen Partei und vor allem des ideellen Entwick­lungs­ganges von Lenin ein völ­liger Igno­rant sein. An den Prämis­sen von Stal­ins These ist kein Wort wahr. In den Jahren 1903–1904 war Lenin natür­lich ein unver­söhn­lich­er Geg­n­er des Oppor­tunis­mus in der deutschen Sozialdemokratie. Aber unter Oppor­tunis­mus ver­stand er lediglich die „revi­sion­is­tis­che“ Strö­mung, deren the­o­retis­ch­er Führer Bern­stein war.

Kaut­sky befand sich damals im Kampf mit Bern­stein. Lenin sah Kaut­sky als seinen Lehrer an und unter­strich dies über­all, wo er kon­nte. In Lenins Arbeit­en aus dieser Zeit und aus den fol­gen­den Jahren find­en wir keine Spur ein­er prinzip­iellen, gegen die Rich­tung Bebel-Kaut­sky gerichteten Kri­tik. Dafür find­en wir eine Rei­he von Erk­lärun­gen, die darin übere­in­stim­men, daß der Bolschewis­mus nicht irgen­deine selb­ständi­ge Strö­mung sei, son­dern nur die Über­tra­gung der Rich­tung Bebel-Kaut­sky in die Sprache der rus­sis­chen Ver­hält­nisse.

So schrieb Lenin Mitte 1905 in sein­er berühmten Broschüre Zwei Tak­tiken:

Wo und wann habe ich den Rev­o­lu­tion­ar­is­mus Bebels und Kaut­skys als ‚Oppor­tunis­mus‘ beze­ich­net? Wo und wann habe ich mir ange­maßt, in der inter­na­tionalen Sozialdemokratie eine beson­dere Rich­tung ins Leben gerufen zu haben, die nicht iden­tisch wäre mit der Rich­tung Bebels und Kaut­skys? Wo und wann sind zwis­chen mir ein­er­seits und Bebel und Kaut­sky ander­er­seits Dif­feren­zen zutage getreten, die auch nur annäh­ernd so ernst wären, wie z.B. die Dif­feren­zen zwis­chen Bebel und Kaut­sky in der Agrar­frage in Bres­lau?… Die volle Sol­i­dar­ität der inter­na­tionalen rev­o­lu­tionären Sozialdemokratie in allen wichti­gen Fra­gen des Pro­gramms und der Tak­tik ist eine unwider­leg­bare Tat­sache

Die Worte Lenins sind so klar, präzise und kat­e­gorisch, daß sie die ganze Frage sofort erledi­gen. Einein­halb Jahre später, am 7. Dezem­ber 1906, schrieb Lenin in dem Artikel Die Krise des Men­schewis­mus:

Haben wir doch von Anfang an erk­lärt (siehe Ein Schritt vor­wärts, zwei Schritt zurück): irgen­deine beson­dere ‚bolschewis­tis­che‘ Rich­tung schaf­fen wir nicht, wir vertei­di­gen nur über­all und stets den Stand­punkt der rev­o­lu­tionärenSozialdemokratie. In der Sozialdemokratie aber wird es unmit­tel­bar und bis zur sozialen Rev­o­lu­tion unbe­d­ingt einen oppor­tunis­tis­chen und einen rev­o­lu­tionären Flügel geben.

Wenn Lenin vom Men­schewis­mus als von einem oppor­tunis­tis­chen Flügel der Sozialdemokratie sprach, so stellte er die Men­schewis­ten nicht mit Kaut­sky, son­dern mit dem Revi­sion­is­mus auf eine Stufe. Der Bolschewis­mus aber erschien ihm als rus­sis­che Form des Kaut­skyanis­mus, der in seinen Augen in jen­er Peri­ode mit dem Marx­is­mus iden­tisch war. Das soeben ange­führte Zitat beweist übri­gens, daß Lenin keineswegs kat­e­gorisch für die Spal­tung mit den Oppor­tunis­ten ein­trat. Daß Revi­sion­is­ten bis zur sozialen Rev­o­lu­tion in der Sozialdemokratie bleiben wür­den, ges­tand er nicht nur zu, son­dern glaubte „unbe­d­ingt“ daran.

Zwei Wochen später, am 20. Dezem­ber 1906, begrüßte Lenin tri­um­phierend die Antwort Kaut­skys auf die Umfrage Plechanows über den Charak­ter der rus­sis­chen Rev­o­lu­tion:

Was wir für uns in Anspruch nah­men – die Vertei­di­gung der Posi­tio­nen der rev­o­lu­tionären Sozialdemokratie gegen den Oppor­tunis­mus, keineswegs die Schaf­fung irgen­dein­er ‚orig­inellen‘ bolschewis­tis­chen Rich­tung –, hat Kaut­sky vol­lauf bestätigt …

Soweit ist die Frage, wie wir hof­fen, völ­lig klar. Stal­in zufolge forderte Lenin schon seit 1903 von der deutschen Sozialdemokratie den Bruch mit den Oppor­tunis­ten, nicht nur mit denen des recht­en Flügels (Bern­stein), son­dern auch mit denen des linken (Kaut­sky). Lenin aber wies im Dezem­ber 1906 Plechanow und die Men­schewis­ten mit Stolz darauf hin, daß die Rich­tung Kaut­skys in Deutsch­land und die des Bolschewis­mus in Ruß­land – iden­tisch seien. So sieht der erste Teil von Stal­ins Streifzug durch die Geschichte der Ideen des Bolschewis­mus aus. Aufrichtigkeit und Gelehrsamkeit des Forsch­ers ste­hen auf gle­ichem Niveau!

Gle­ich nach sein­er Behaup­tung bezüglich der Jahre 1903–4 macht Stal­in einen Sprung ins Jahr 1916 und beruft sich auf die scharfe Kri­tik Lenins an der Kriegs­broschüre von Junius, das heißt von Rosa Lux­em­burg. In dieser Peri­ode hat­te Lenin dem Kaut­skyanis­mus schon den unver­söhn­lichen Krieg erk­lärt und aus sein­er Kri­tik alle nöti­gen organ­isatorischen Schlüsse gezo­gen. Zweifel­los behan­delte Rosa Lux­em­burg die Frage des Kampfes gegen den Zen­tris­mus nicht mit der nöti­gen Klarheit; hier war die Über­legen­heit gän­zlich auf seit­en Lenins. Aber zwis­chen dem Okto­ber 1916, als Lenin über die Junius­broschüre schrieb, und dem Jahre 1903, als der Bolschewis­mus ent­stand, liegen 13 Jahre; und während des größten Teils dieser Peri­ode stand Rosa Lux­em­burg in Oppo­si­tion zu Kaut­sky und dem Bebelschen Parteivor­stand und gab ihrem Kampf gegen den for­malen, pedan­tis­chen, inner­lich faulen „Radikalis­mus“ Kaut­skys immer schär­fere For­men.

Lenin nahm an diesem Kampf keinen Anteil und unter­stützte Rosa Lux­em­burg nicht vor 1914. Lei­den­schaftlich mit den rus­sis­chen Angele­gen­heit­en befaßt, ver­hielt er sich in inter­na­tionalen Fra­gen über­aus vor­sichtig. In Lenins Augen standen Bebel und Kaut­sky als Rev­o­lu­tionäre unver­gle­ich­lich höher als in den Augen Rosa Lux­em­burgs, die sie aus größer­er Nähe, bei ihrer prak­tis­chen Tätigkeit beobachtete und die Atmo­sphäre der deutschen Poli­tik sehr viel unmit­tel­bar­er ken­nen­lernte.

Die Kapit­u­la­tion der deutschen Sozialdemokratie vom 4. August war für Lenin eine völ­lige Über­raschung. Es ist bekan­nt, daß Lenin die Num­mer des Vor­wärts mit der patri­o­tis­chen Dekla­ra­tion der sozialdemokratis­chen Frak­tion für eine Fälschung des deutschen Gen­er­al­stabs hielt. Erst als er sich endgültig von der scheußlichen Wahrheit überzeugt hat­te, rev­i­dierte er seine Beurteilung der Haup­trich­tun­gen der deutschen Sozialdemokratie, und zwar auf „lenin­is­tis­che“ Art, indem er sofort alle Kon­se­quen­zen daraus zog

Am 27. Okto­ber 1914 schrieb Lenin an A. Schl­jap­nikow:

Kaut­sky has­se und ver­achte ich jet­zt am aller­meis­ten: das ist dreck­ige, lumpige und selb­stzufriedene Heuchelei … Rosa Lux­em­burg hat­te recht, als sie bere­its vor langer Zeit schrieb, Kaut­sky sei die ‚Ser­vil­ität des The­o­retik­ers‘ eigen, die Kriecherei, ein­fach­er gesagt, die Kriecherei vor der Mehrheit der Partei, vor dem Oppor­tunis­mus (Lenin­s­ki sbornik II, S.200)

Selb­st wenn es keine anderen Doku­mente gäbe (aber es gibt hun­derte), kön­nten schon diese weni­gen Zeilen die Geschichte der Frage rest­los aufhellen. Lenin hält es für nötig, Ende 1914 einem sein­er (zu jen­er Zeit) näch­sten Mitar­beit­er zu erk­lären, daß er „jet­zt“ heute, zum Unter­schied von früher, Kaut­sky „haßt und ver­achtet“ Die Schärfe des Aus­drucks beweist untrüglich, in welchem Maße Kaut­sky die Erwartun­gen Lenins ent­täuscht hat­te. Nicht weniger klar ist die andere Aus­sage: „Rosa Lux­em­burg hat­te recht, als sie bere­its vor langer Zeit schrieb, Kaut­sky sei die ‚Ser­vil­ität des The­o­retik­ers‘ eigen.“

Lenin bemüht sich hier, anzuerken­nen, was er vor­dem nicht gese­hen oder doch nicht ganz anerkan­nt hat­te: daß Rosa Lux­em­burg recht gehabt hat­te.

Das sind die wichtig­sten Ori­en­tierungspunk­te zur Beurteilung der poli­tis­chen Biogra­phie Lenins. Natür­lich ist seine ideelle Entwick­lung aus einem Guß. Das bedeutet aber auch, daß Lenin nicht als Lenin geboren wurde, wie es von den Sus­daler Iko­nen­malern dargestellt wird, son­dern sich dazu machte. Lenin erweit­erte seinen Gesicht­skreis, lernte bei anderen und erhob sich ständig über das schon erre­ichte Niveau. In dieser Behar­rlichkeit der beständi­gen geisti­gen Anstren­gung, über sich selb­st hin­auszukom­men, fand seine kühne Seele ihren Aus­druck. Wenn Lenin im Jahre 1903 alles ver­standen und for­muliert hätte, was für kün­ftige Zeit­en erforder­lich war, so hätte sein ganzes übriges Leben nur aus beständi­ger Wieder­hol­ung bestanden. In Wirk­lichkeit war es ganz anders. Stal­in stal­in­isiert ein­fach Lenin, indem er ihn seinen numerierten Sch­ablo­nen anpaßt. Im Kampf Rosa Lux­em­burgs gegen Kaut­sky hat­ten – beson­ders in den Jahren 1910–1914 – die Prob­leme des Krieges, des Mil­i­taris­mus und des Paz­i­fis­mus her­vor­ra­gende Bedeu­tung. Kaut­sky vertei­digte das reformistis­che Pro­gramm: Rüs­tungs­beschränkung, inter­na­tionales Schieds­gericht usw. Rosa Lux­em­burg bekämpfte dieses Pro­gramm mit aller Entsch­ieden­heit, da sie es für illu­sorisch hielt. Lenin ver­hielt sich in dieser Frage schwank­end, stand aber während ein­er gewis­sen Zeit Kaut­sky näher als Rosa Lux­em­burg. Aus meinen dama­li­gen Unter­hal­tun­gen mit Lenin entsinne ich mich, daß auf ihn das fol­gende Argu­ment Kaut­skys einen großen Ein­druck machte: So wie Refor­men in der Innen­poli­tik ein Pro­dukt des rev­o­lu­tionären Klassenkampfes darstellen, so kann man auch in den inter­na­tionalen Beziehun­gen gewisse Garantien („Refor­men“ durch inter­na­tionalen Klassenkampf erobern. Lenin meinte, daß man diese Posi­tion Kaut­skys völ­lig unter­stützen könne, sofern er nach sein­er Polemik mit Rosa Lux­em­burg auf die Recht­en schlage (Noske u. Cie.). Ich kann jet­zt nicht aus dem Gedächt­nis sagen, in welchem Maß diese Über­legun­gen in den Artikeln Lenins zum Aus­druck gekom­men sind – die Frage würde eine beson­dere, gründliche Analyse fordern. Ich kann auch nicht nach dem Gedächt­nis fest­stellen, wann Lenins Schwanken in dieser Frage sich entsch­ieden hat. Auf jeden Fall fand diese Unschlüs­sigkeit ihren Aus­druck nicht nur in Unter­hal­tun­gen, son­dern auch im Briefwech­sel. Der Besitzer eines dieser Briefe ist Karl Radek.

Ich halte es für nötig, hier eine Zeu­ge­naus­sage in dieser Angele­gen­heit zu machen, um zu ver­suchen, ein für die the­o­retis­che Biogra­phie Lenins außeror­dentlich wertvolles Doku­ment zu ret­ten. Im Herb­st 1926, während unser­er gemein­samen Arbeit an der Plat­tform der Linken Oppo­si­tion, zeigte Radek Kame­new, Sinow­jew und mir – wahrschein­lich auch anderen Genossen einen Brief, den ihm Lenin (1911?) geschickt hat­te, und der eine Vertei­di­gung Kaut­skys gegen die Kri­tik der deutschen Linken enthielt. Einem ZK-Beschluß zufolge wäre Radek wie jed­er andere Genosse verpflichtet gewe­sen, diesen Brief dem Leninin­sti­tut zu übergeben. Aber in Furcht, daß der Brief in der Stal­in­schen Fab­rik der Fälschun­gen unter­drückt oder gar ver­nichtet werde, entschloß sich Radek, den Brief für bessere Zeit­en aufzuheben. Dieser Über­legung Radeks kon­nte man keineswegs die Berech­ti­gung absprechen. Inzwis­chen aber beteiligt sich Radek sel­ber aktiv genug an der Her­stel­lung poli­tis­ch­er Fälschun­gen, mag er auch nur geringe Ver­ant­wor­tung dafür tra­gen. Es genügt, daran zu erin­nern, daß Radek, der zum Unter­schied von Stal­in mit der Geschichte des Marx­is­mus ver­traut ist und auf jeden Fall den Brief Lenins gut ken­nt, es für möglich hielt, sich offen mit der scham­losen „Charak­ter­is­tik“ Rosa Lux­em­burgs durch Stal­in zu sol­i­darisieren. Daß Radek dabei unter der Peitsche Jarowslawskis han­delte, mildert seine Schuld nicht, denn nur verächtliche Sklaven kön­nen den Prinzip­i­en des Marx­is­mus im Namen der Prinzip­i­en der Peitsche abschwören.

Aber es geht jet­zt nicht um die per­sön­liche Charak­ter­is­tik Radeks, son­dern um das Schick­sal des Lenin­schen Briefes. Was ist mit ihm geschehen? Ver­steckt ihn Radek auch jet­zt noch vor dem Lenin-Insti­tut? Kaum. Wahrschein­lich über­gab er ihn der zuständi­gen Stelle als greif­baren Beweis (neben so vie­len anderen) sein­er ungreif­baren Ergeben­heit. Welch­es weit­ere Schick­sal wurde dem Brief zuteil? Wird er im per­sön­lichen Archiv Stal­ins zusam­men mit den für seine näch­sten Mitar­beit­er kom­pro­mit­tieren­den Doku­menten auf­be­wahrt? Oder wurde er ver­nichtet wie viele andere wertvolle Doku­mente aus der Ver­gan­gen­heit der Partei? jeden­falls kann es kein­er­lei poli­tis­che Gründe für die Ver­heim­lichung eines Briefes geben, der vor zwei Jahrzehn­ten geschrieben wurde und ein­er Frage gewid­met ist, die nurmehr his­torisches Inter­esse beansprucht. Aber ger­ade der his­torische Wert des Briefes ist über­aus groß. Er zeigt Lenin, wie er in Wirk­lichkeit gewe­sen ist, nicht so, wie ihn bürokratis­che Dummköpfe, die Unfehlbarkeit beanspruchen, nach ihrem eige­nen Bilde for­men. Wir fra­gen: Wo ist Lenins Brief an Radek? Macht ihn der Partei und der Kom­mu­nis­tis­chen Inter­na­tionale bekan­nt!

Wenn man die Dif­feren­zen Lenins und Rosa Lux­em­burgs in ihrer Gesamtheit betra­chtet, so ergibt sich als his­torische Wahrheit, daß Lenin zweifel­los recht hat­te. Aber das schließt nicht aus, daß in bes­timmten Peri­o­den Rosa Lux­em­burg in manchen Fra­gen Lenin gegenüber im Recht war. Auf jeden Fall entwick­el­ten sich die Mei­n­ungsver­schieden­heit­en ungeachtet ihrer Bedeu­tung und ihrer zeitweilig außeror­dentlichen Schärfe auf der ihnen bei­den gemein­samen Grund­lage der rev­o­lu­tionären pro­le­tarischen Poli­tik.

Als Lenin rück­blick­end im Okto­ber 1919 schrieb (Gruß den ital­ienis­chen, franzö­sis­chen und deutschen Kom­mu­nis­ten): „…im entschei­den­den Augen­blick, als es um die Eroberung der Macht und die Schaf­fung der Sow­je­tre­pub­lik ging, waren die Bolschewi­ki einig und geschlossen, zogen sie die besten Ele­mente der ihnen nah­este­hen­den sozial­is­tis­chen Rich­tun­gen zu sich her­an …“, hat­te er zweifel­los auch die Rich­tung Rosa Lux­em­burgs im Sinn, deren näch­ste Gesin­nungsgenossen, March­lews­ki, Dser­schin­s­ki und andere in den Rei­hen der Bolschewi­ki kämpften.

Lenin kan­nte die Irrtümer Rosa Lux­em­burgs bess­er als Stal­in, aber es ist kein Zufall, daß er den alten rus­sis­chen Zweizeil­er „Wohl traf’s sich, daß des Adlers Flug ihn niedriger, als Hüh­n­er fliegen, trug, doch fliegen Hüh­n­er nie auf Adlershöh’n!“ ger­ade auf Rosa Lux­em­burg anwandte. Genau das ist es! Und darum sollte Stal­in seine ressen­ti­ment­ge­ladene Mit­telmäßigkeit bess­er im Zaum hal­ten, wenn er mit Men­schen vom Range Rosa Lux­em­burgs zu tun hat.

In dem Artikel Geschichtlich­es zur Frage der Dik­tatur (vom Okto­ber 1920) schrieb Lenin im Hin­blick auf die schon von der Rev­o­lu­tion des Jahres 1905 aufge­wor­fene Frage der Rätemacht und der Dik­tatur des Pro­le­tari­ats:

So her­vor­ra­gende Vertreter des rev­o­lu­tionären Pro­le­tari­ats und des unver­fälscht­en Marx­is­mus, wie Rosa Lux­em­burg, erkan­nten sofort die Bedeu­tung dieser prak­tis­chen Erfahrung und trat­en sofort in Ver­samm­lun­gen und in der Presse mit ein­er kri­tis­chen Analyse auf, während … Leute vom Schlage der späteren ‚Kaut­skyan­er‘ … sich als abso­lut unfähig erwiesen, die Bedeu­tung dieser Erfahrung zu erfassen …

In weni­gen Zeilen bestätigt Lenin die große his­torische Bedeu­tung des Kampfes Rosa Lux­em­burgs gegen Kaut­sky, dessen Trag­weite er selb­st bei weit­em nicht sogle­ich erkan­nt hat­te. Wenn für Stal­in, den Ver­bün­de­ten Tschi­ang Kai-scheks und Pur­cells, den The­o­retik­er der „Arbeit­er- und Bauern­partei“ der „demokratis­chen Dik­tatur“ des „Nichtzurück­stoßens der Bour­geoisie“ usw. Rosa Lux­em­burg die Repräsen­tan­tin des Zen­tris­mus ist, so ist sie für Lenin Repräsen­tan­tin des „unver­fälscht­en Marx­is­mus“. Was diese For­mulierung aus Lenins Fed­er bedeutet, ist jedem klar, der Lenin auch nur ein wenig ken­nt.

Wir fügen hier noch hinzu, daß in den Anmerkun­gen zu den Werken Lenins über Rosa Lux­em­burg unter anderem Fol­gen­des gesagt wird:

In der Blütezeit des Bern­stein­schen Revi­sion­is­mus, und später des Min­is­te­ri­al­is­mus (Millerand) führte Lux­em­burg, die ihren Platz auf dem linken Flügel der deutschen Partei ein­nahm, gegen diese Strö­mungen einen entschei­den­den Kampf … Im Jahre 1907 nahm sie als Delegierte der pol­nis­chen und litauis­chen Sozialdemokratie auf dem Lon­don­er Parteitag der russ. soz.-dem. Arbeit­er­partei teil, wobei sie in den Grund­fra­gen der rus­sis­chen Rev­o­lu­tion die bolschewis­tis­che Frak­tion unter­stützte. Seit 1907 gab sich Lux­em­burg gän­zlich der deutschen Arbeit hin, wobei sie eine linksradikale Stel­lung ein­nahm und das Zen­trum und den recht­en Flügel bekämpfte … Ihre Teil­nahme im Jan­u­a­rauf­s­tand machte ihren Namen zum Ban­ner der pro­le­tarischen Rev­o­lu­tion.

Natür­lich wird der Autor der Anmerkung zweifel­los schon mor­gen seine Sünde beken­nen und erk­lären, daß er zu Lenins Zeit­en blind gewe­sen und erst unter Stal­in zu voller Klarheit gekom­men sei. Heutzu­tage wer­den solche Erk­lärun­gen – ein Gemisch von Plattheit, Kre­tinis­mus und Posse – in der Moskauer Presse jeden Tag abgegeben. Aber an der Sache ändern sie nichts: „Was mit der Fed­er geschrieben ist, wird mit dem Beil abge­hauen.“ Jawohl, Rosa Lux­em­burg wurde zum Ban­ner der pro­le­tarischen Rev­o­lu­tion.

Wieso und warum aber befaßte sich Stal­in auf ein­mal – und mit so großer Ver­spä­tung! – mit der Revi­sion der alten bolschewis­tis­chen Ein­schätzung von Rosa Lux­em­burg? Ähn­lich all seinen früheren unglück­lichen Unternehmungen im Felde der The­o­rie ist auch diese let­zte, skan­dalös­es­te, durch die Logik seines Kampfes gegen die The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion her­vorgerufen. In seinem „his­torischen“ Artikel wid­met Stal­in dieser The­o­rie wiederum den größten Raum. Er bringt nichts Neues vor. Wir haben all seine Argu­mente längst in unserem Buch Die per­ma­nente Rev­o­lu­tion beant­wortet. Unter his­torischem Aspekt wird die Frage, wie wir hof­fen, in dem in Druck befind­lichen zweit­en Band der Geschichte der rus­sis­chen Rev­o­lu­tion (Okto­ber­rev­o­lu­tion) zure­ichend aufgek­lärt. Hier beschäftigt uns die Frage der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion nur, soweit Stal­in sie mit dem Namen Rosa Lux­em­burg verknüpft. Wir wer­den sogle­ich sehen, wie der unglück­selige The­o­retik­er es fer­tigge­bracht hat, sich selb­st eine tödliche Falle zu stellen.

Nach­dem er an die Stre­it­igkeit­en der Men­schewis­ten mit den Bolschewis­ten in der Frage der Triebkräfte der rus­sis­chen Rev­o­lu­tion erin­nert und es fer­tigge­bracht hat, in weni­gen Zeilen eine Rei­he von Irrtümern aufzuhäufen, die wir außer Betra­cht lassen müssen, schreibt Stal­in:

Wie ver­hiel­ten sich zu diesen Auseinan­der­set­zun­gen die Linken in der deutschen Sozialdemokratie, Parvus und Rosa Lux­em­burg? Sie ersan­nen ein utopis­ches und halb­men­schewis­tis­ches Schema, das der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion … Im weit­eren wurde dieses halb­men­schewis­tis­che Schema der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion von Trotz­ki (teil­weise von Mar­tow) aufge­grif­f­en und zu ein­er Waffe des Kampfes gegen den Lenin­is­mus gemacht.

So sieht die über­raschende Geschichte der Entste­hung der The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion nach den let­zten geschichtlichen Forschun­gen Stal­ins aus. Aber lei­der hat der Forsch­er vergessen, seine früheren gelehrten Arbeit­en zu berück­sichti­gen. Schon 1925 hat sich der gle­iche Stal­in in sein­er Polemik gegen Radek zu dieser Frage geäußert. Damals schrieb er:

Es ist nicht wahr, daß die The­o­rie der ‚per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion‘ … im Jahre 1905 von Rosa Lux­em­burg und Trotz­ki vorge­bracht wurde. In Wirk­lichkeit wurde diese The­o­rie von Parvus und Trotz­ki vorge­bracht.

Diese Fest­stel­lung kann man auf Seite 185 der rus­sis­chen Aus­gabe der Fra­gen des Lenin­is­mus von 1926 find­en. Es ist zu hof­fen, daß sie auch in allen ander­ssprachi­gen Aus­gaben enthal­ten ist.

Im Jahre 1925 erk­lärte Stal­in Rosa Lux­em­burg also für unschuldig an der Bege­hung ein­er solchen Tod­sünde, wie es die Beteili­gung an der Ausar­beitung der The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion ist. „In Wirk­lichkeit wurde diese The­o­rie von Parvus und Trotz­ki vorge­bracht.“ Im Jahre 1931 erfahren wir von dem gle­ichen Stal­in, daß ger­ade „Parvus und Rosa Lux­em­burg … ein utopis­ches und halb­men­schewis­tis­ches Schema, das der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion … ersan­nen“. Trotz­ki aber war nicht schuld an der Ausar­beitung der The­o­rie, sie wurde von ihm nur „aufge­grif­f­en“ und zugle­ich auch von … Mar­tow!!!? Wiederum ist Stal­in auf frisch­er Tat ertappt. Schreibt er über Fra­gen, von denen er nichts ver­ste­ht? Oder stiftet er vorsät­zlich in den Grund­fra­gen des Marx­is­mus Ver­wirrung? Diese Alter­na­tive ist falsch. In Wirk­lichkeit ist das eine wie das andere der Fall. Die Stal­in­schen Fälschun­gen sind bewußt, soweit sie in einem bes­timmten Moment von wohlver­stande­nen per­sön­lichen Inter­essen dik­tiert sind. Gle­ichzeit­ig sind sie nur halbbe­wußt, soweit seine plumpe Unwis­senheit sein­er the­o­retis­chen Willkür kein­er­lei Hem­mungen ent­ge­gen­stellt.

Aber die Tat­sache ist festzuhal­ten: Im Kampfe mit der „trotzk­istis­chen Kon­ter­bande“ stieß Stal­in im Jahre 1931 auf einen neuen per­sön­lichen Feind: Rosa Lux­em­burg! Er zögerte keinen Augen­blick, sie zu ver­leum­den, wobei er, bevor er in großen Dosen Grob­heit und Illoy­al­ität in Umlauf brachte, sich nicht ein­mal die Mühe machte, nachzuschla­gen, was er selb­st fünf Jahre früher zur gle­ichen Frage gesagt hat­te.

Die neue Vari­ante der Geschichte der The­o­rie der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion ist vor allem dik­tiert durch den Wun­sch, ein noch gepf­ef­fer­t­eres Gericht aufzu­tra­gen als die vorigen. Man braucht nicht erst zu sagen, daß Mar­tow lediglich zur besseren Würze der the­o­retisch-his­torischen Speise an den Haaren her­beige­zo­gen wird. Mar­tow stand The­o­rie und Prax­is der per­ma­nen­ten Rev­o­lu­tion stets feind­selig gegenüber und unter­strich sein­erzeit mehr als ein­mal, daß die Anschau­un­gen Trotzkis über die Rev­o­lu­tion in gle­ich­er Weise von den Bolschewis­ten wie von den Men­schewis­ten abgelehnt wur­den. Aber es lohnt nicht, sich dabei aufzuhal­ten.

Es ist in der Tat fatal, daß es keine einzige wichtige Frage der inter­na­tionalen pro­le­tarischen Rev­o­lu­tion gibt, in der Stal­in nicht zweier­lei einan­der ger­ade ent­ge­genge­set­zte Mei­n­un­gen aus­ge­sprochen hätte. Wir wis­sen, daß er im April 1924 in den Fra­gen des Lenin­is­mus die Unmöglichkeit des Auf­baus des Sozial­is­mus in einem einzel­nen Lande bewies. Im Herb­st, in der neuen Auflage des Buch­es, erset­zte er diese Stelle durch den Beweis (d.h. durch die sim­ple Behaup­tung), daß das Pro­le­tari­at den Sozial­is­mus in einem einzi­gen Land auf­bauen „kann und muß“ Der gesamte übrige Text blieb unverän­dert. In der Frage der Arbeit­er- und Bauern­partei, der Brest-Litowsker Ver­hand­lun­gen, der Führung der Okto­ber­rev­o­lu­tion, in der Nation­al­itäten­frage usw. brachte Stal­in es fer­tig, bin­nen weniger Jahre, manch­mal weniger Monate, einan­der diame­tral ent­ge­genge­set­zte Mei­n­un­gen von sich zu geben. Es wäre falsch, all das seinem schlecht­en Gedächt­nis zugute zu hal­ten. Es han­delt sich um einen sehr viel ern­steren Man­gel. Stal­in fehlt jede Meth­ode wis­senschaftlichen Denkens, und er ver­fügt über kein­er­lei prinzip­ielle Kri­te­rien. Er geht an jede Frage so her­an, als sei diese Frage ger­ade erst jet­zt aufge­taucht und von allen anderen isoliert. Sein Urteil unter­liegt seinem unmit­tel­baren Tagesin­ter­esse. Die demüti­gen­den Wider­sprüche sind der Preis für seinen vul­gären Empiris­mus. Für ihn ste­ht Rosa Lux­em­burg nicht im Kon­text der deutschen, pol­nis­chen und inter­na­tionalen Arbeit­er­be­we­gung des let­zten hal­ben Jahrhun­derts, son­dern sie erscheint ihm stets wieder als eine unbekan­nte, isolierte Per­son, vor der er sich in jed­er neuen Sit­u­a­tion fra­gen muß: Ist das Fre­und oder Feind? Ein richtiger Instinkt sagte dem The­o­retik­er des Sozial­is­mus in einem einzel­nen Lande für dies­mal, daß Rosa Lux­em­burgs Schat­ten ihm unver­söhn­lich feindlich ist. Aber das hin­dert den großen Schat­ten nicht, das Ban­ner der inter­na­tionalen pro­le­tarischen Rev­o­lu­tion zu bleiben

Rosa Lux­em­burg gab im Jahre 1918 aus dem Gefäng­nis her­aus eine sehr strenge und im ganzen genom­men falsche Kri­tik der bolschewis­tis­chen Poli­tik. Aber selb­st in dieser Arbeit – die zu ihren an Fehlein­schätzun­gen reich­sten gehört – sind die Adler­schwin­gen sicht­bar. Hier ihre all­ge­meine Ein­schätzung des Okto­ber­auf­s­tands:

Was eine Partei in geschichtlich­er Stunde an Mut, Tatkraft, rev­o­lu­tionärem Weit­blick und Kon­se­quenz aufzubrin­gen ver­mag, das haben Lenin, Trotz­ki und Genossen vol­lauf geleis­tet. Die ganze rev­o­lu­tionäre Ehre und Aktions­fähigkeit, die der Sozialdemokratie im West­en gebrach, war in den Bolschewi­ki vertreten. Ihr Okto­ber-Auf­s­tand war nicht nur eine tat­säch­liche Ret­tung für die rus­sis­che Rev­o­lu­tion, son­dern auch eine Ehren­ret­tung des inter­na­tionalen Sozial­is­mus.

Ist das die Stimme des Zen­tris­mus?

Lux­em­burg unter­wirft auf den fol­gen­den Seit­en die Poli­tik der Bolschewis­ten in der Agrar­frage, die Losung der nationalen Selb­st­bes­tim­mung und den Verzicht auf die for­male Demokratie ein­er harten Kri­tik. In dieser Kri­tik, die gle­icher­weise gegen Lenin wie gegen Trotz­ki gerichtet ist, macht sie, neben­bei gesagt, zwis­chen deren Anschau­un­gen kein­er­lei Unter­schied, und Rosa Lux­em­burg ver­stand zu lesen, zu begreifen und Nuan­cen zu erken­nen. Es kam ihr nicht ein­mal in den Sinn, mich anzuk­la­gen, daß ich meine Anschau­un­gen über die Bauern­schaft geän­dert hätte, als ich mich mit Lenin in der Agrar­frage sol­i­darisierte. Dabei kan­nte sie diese Anschau­un­gen gut, denn ich hat­te sie in ihrer pol­nis­chen Zeitschrift im Jahre 1909 einge­hend dargelegt …

Rosa Lux­em­burg schließt ihre Kri­tik mit der Forderung, „in der Poli­tik der Bolschewi­ki das Wesentliche vom Unwesentlichen, den Kern vom Zufäl­li­gen zu unter­schei­den“ Das Wesentliche ist ihr „die Tatkraft der Massen, der Wille zur Macht des Sozial­is­mus über­haupt“ „In dieser Beziehung“ schreibt sie, „waren Lenin und Trotz­ki mit ihren Fre­un­den die ersten, die dem Welt­pro­le­tari­at mit dem Beispiel vor­ange­gan­gen sind, sie sind bis jet­zt noch immer die einzi­gen, die mit Hut­ten aus­rufen kön­nen: Ich hab’s gewagt!“

Wahrlich, Stal­in hat allen Grund, Rosa Lux­em­burg zu has­sen. Umso größer ist unsere Verpflich­tung, die Erin­nerung an Rosa Lux­em­burg von Stal­ins Ver­leum­dung rein zu hal­ten, die von besol­de­ten Funk­tionären bei­der Hemis­phären wieder­holt wird; umso mehr ist es unsere Pflicht, diese wahrlich unver­gle­ich­liche hero­isch-tragis­che Gestalt den jun­gen Gen­er­a­tio­nen des Pro­le­tari­ats in all ihrem Glanz und ihrer großen erzieherischen Kraft zu über­liefern.

Zuerst veröf­fentlicht: The Mil­i­tant, 6.–13. August 1932.

Dig­i­tale Ver­sion: Marxists.org

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