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G7: Protestcamp von der Polizei angegriffen

Massive Repression bereits vor dem Beginn der Proteste: Die französische Polizei drang am Freitagabend in ein Anti-G7-Protestcamp ein und griff die Aktivist*innen mit Tränengas und Gummigeschossen an.

G7: Protestcamp von der Polizei angegriffen

An diesem Wochenende findet der G7-Gipfel französischen Biarritz statt. Unter der Leitung von Innenminister Castaner wurde das Gelände geradezu militärisch abgeriegelt und mit mehr als 13.000 Einsatzkräften besetzt.

Ein Camp, das für viele der Gegendemonstrant*innen als Rückzugsort während der Proteste gedacht war, wurde am Freitagabend von der Bereitschaftspolizei angegriffen. Diese setzte unter anderem Tränengas und Gummigeschosse ein. Mindestens eine Person wurde am Kopf verletzt.

Damit hat der französische Staat die Repression bereits auf ein beachtliches Niveau gehoben, bevor die großen Proteste gegen das Treffen der Führungen der sieben reichsten Nationen richtig begonnen haben. Die größte Demonstration wird für den heutigen Samstag erwartet. Gerade angesichts der weitreichenden Krisen und Skandale, sowie der Ankündigung weiterer sozialer Einschnitte wird aber auch mit einer starken Mobilisierung gegen Macron selbst gerechnet.

Seit dem Beginn der Gelbwestenbewegung im November vergangenen Jahres hat immer wieder eine quasi-militärische Bekämpfung sozialer Proteste stattgefunden. Dabei erschoss die Polizei im November die unbeteiligte Rentnerin Zineb Redouane mit einem Tränengaskanister. Zahlreiche Demonstrant*innen verloren eine Hand durch Schockgranaten oder ein Auge durch Gummigeschosse.

Ein weiterer Höhepunkt ereignete sich im Juni, als der 24-jährige Steve Maia Caniço durch einen Polizeiangriff auf eine feiernde Menge in die Loire fiel und ertrank.

Auch kritische Berichterstattung versucht der Staat mit allen Mitteln zu verhindern: Im Vorfeld wurde unter anderem ein Journalist eines deutschen Radiosenders ausgewiesen, weil er verdächtigt wurde, ein linker Aktivist zu sein.

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