Frauen und LGBTI*

Für Lucía Pérez: Frauenstreik in Argentinien

In Argentinien streiken und demonstrieren Frauen am heutigen Mittwoch gegen Gewalt an Frauen. Die Trauer und Empörung über den Mord an der 16-jährigen Lucía Pérez löste diese neue Mobilisierung unter dem Motto #NiUnaMenos (#NichtEineWeniger) und #NosotrasParamos (#WirStreiken) aus.

Für Lucía Pérez: Frauenstreik in Argentinien

Lucía Pérez, Marcela Crelz, zwei Mäd­chen aus Buenos Aires, Natalia Padil­la, eine Frau aus Men­doza, Saman­tha Yoerg, zwei weit­ere Frauen erst vorgestern – dies sind nur einige der­jeni­gen Frauen, die in Argen­tinien inner­halb der let­zten Woche ermordet wur­den. Im Schnitt wird hier alle 21 Stun­den eine Frau ermordet, oft von ihrem Part­ner oder einem Fam­i­lien­mit­glied. Weil sie sich gegen eine Verge­wal­ti­gung wehrt, weil sie ihren Part­ner ver­lassen will, weil sie les­bisch ist – aber vor allem, weil die Täter Teil eines bru­tal­en patri­ar­chalen Sys­tems sind, das Frauen mit Gewalt unterord­net und unter­drückt.

Dage­gen gibt es Gegen­wehr. Unter dem Mot­to #NiU­na­Menos (#NichtEineWeniger) gab es in den let­zten zwei Jahren große Mobil­isierun­gen, die sich aus­ge­hend von Argen­tinien auf ganz Lateinameri­ka aus­bre­it­eten. Sie forderten ein Ende der Gewalt an Frauen. Auch bei einem nationalen Frauen­tr­e­f­fen vor ein­er Woche – mit 70.000 Teil­nehmerin­nen — wurde darüber disku­tiert, wie gegen Gewalt an Frauen gekämpft wer­den kann.

Der bru­tale Mord an Lucía Pérez hat nun eine neue Welle der Mobil­isierung aus­gelöst. Die 16-jährige Schü­lerin wurde ent­führt, unter Dro­gen geset­zt, verge­waltigt und gepfählt. Sie starb an den ihr zuge­fügten Ver­let­zun­gen.

Frauenor­gan­i­sa­tio­nen und fem­i­nis­tis­che Grup­pen haben deshalb für den heuti­gen Mittwoch zu einem Streik­tag aufgerufen. Sie fordern alle Frauen auf, zwis­chen 13 Uhr und 14 Uhr ihre Arbeit niederzule­gen und Ver­samm­lun­gen vor ihren Betrieben zu organ­isieren. Auch die Hausar­beit soll bestreikt wer­den. Nach­mit­tags wird darüber hin­aus eine große Demon­stra­tion in Buenos Aires stat­tfind­en. Und auch in vie­len anderen Städten in Argen­tinien wer­den zusät­zlich zu dem Streik Aktio­nen und Demos organ­isiert.

Viele Arbei­t­erin­nen (wie zum Beispiel die Arbei­t­erin­nen der U‑Bahn in Buenos Aires) haben schon angekündigt, gemein­sam teilzunehmen.

Die Idee des Frauen­streiks ist angelehnt an einen Streik der isländis­chen Frauen im Jahr 1975, wie es auch kür­zlich der Frauen­streik gegen ein Abtrei­bungsver­bot in Polen war.

Die sozial­is­tis­che Frauen­grup­pierung Pan y Rosas (Brot und Rosen) fordert darüber hin­aus auch die großen Gew­erkschaft­szen­tralen auf, ihre Mit­glieder an diesem Tag zum aktiv­en Streik aufzu­rufen, damit möglichst viele sich an diesem “19O” beteili­gen. Sie rufen die Frauen auf, Komi­tees in ihren Schulen, Uni­ver­sitäten und Betrieben zu grün­den, um sich für den Streik­tag und darüber hin­aus zu organ­isieren.

Und sie fordern von der Regierung ein Not­fall­pro­gramm für alle von Gewalt bedro­ht­en Frauen – zum Beispiel die Ein­rich­tung von ein­er angemesse­nen Zahl an Frauen­häusern als Zufluchtsstätte.

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