Frauen und LGBTI*

Feminismus bleibt antirassistisch! Gegen den “Marsch der Frauen” der AfD

Die AfD mobilisiert am 17. Februar mitten in Berlin-Kreuzberg zu einer Demo, die angeblich die Rechte von Frauen schützen soll – und zwar ausschließlich vor männlichen Migranten. Gegen diese zynische und rassistische Instrumentalisierung des Kampfs für ein Leben ohne Gewalt rufen Feministinnen zum Protest auf. Denn kein Feminismus ohne Antirassismus!

Feminismus bleibt antirassistisch! Gegen den

Für den 17. Feb­ru­ar mobil­isiert die AfD gemein­sam mit Ley­la Bilge, AfD Mit­glied und bekan­nt für antimus­lim­is­che Pro­pa­gan­da, zu einem “Marsch der Frauen”. Aus­gerech­net durch Berlin-Kreuzberg soll im Namen der Frauen­rechte eine migrant*innenfeindliche Demon­stra­tion laufen. Und auch wenn die Demon­stra­tion behauptet, sich “nur” gegen männliche Migranten zu richt­en, so ver­langt sie gle­ichzeit­ig die völ­lige Abschot­tung Deutsch­lands und damit auch die Abschiebung und den Auss­chluss von Migran­tinnen.

Diese ras­sis­tis­che Pro­voka­tion und die Instru­men­tal­isierung des Kampfs für Frauen­rechte kann nicht ein­fach so hin­genom­men wer­den. Deshalb rufen Feminist*innen zu Gegen­protesten auf. Dass sie ger­ade den Namen “Marsch für Frauen” dafür nutzen, ist kein Zufall, wollen sie doch damit in den Kon­test der bei­den Women’s March in den USA set­zen, wo Hun­dert­tausende gegen Don­ald Trump protestierten. Allerd­ings ging es bei diesen Demon­stra­tio­nen auch expliz­it gegen den Ras­sis­mus, für den Trump ste­ht – und damit genau gegen die Poli­tik, die die AfD mit dieser Tar­nak­tion ver­fol­gt.

Seit der Köl­ner Sivester­nacht haben die AfD und andere Rechte plöt­zlich das The­ma “Frauen­rechte” für sich ent­deckt. Sie insze­nieren sich als die “wahren” Beschützer*innen der Frauen und behaupten, dass allein männliche Migranten für Gewalt ver­ant­wortlich sein – in grober Mis­sach­tung all der Sta­tis­tiken, die immer wieder aufzeigen, dass Gewalt an Frauen ein gesamt­ge­sellschaftlich­es Phänomen ist, tiefver­wurzelt in die Funk­tion­sweise des Sys­tems in dem wir leben.

Dabei geht es ihnen nicht um die Rechte von Frauen, son­dern sie benutzen dieses The­ma, um ihre antimus­lim­is­che und migrant*innenfeindliche Poli­tik attrak­tiv zu machen, nicht zulet­zt für deutsche Frauen, die sich danach sehnen, eine ein­fache Erk­lärung für die Gewalt, die sie als dro­hende Kon­stante in ihrem Leben wis­sen, zu find­en. Gin­ge es ihnen um die Rechte von Frauen, so wür­den sie sich nicht gegen den Fam­i­li­en­nachzug wehren, dessen Aus­set­zung dazu führt, dass Frauen in ihren vom Krieg zer­störten Län­dern leben müssen. Sie wür­den auch nicht jegliche Gle­ich­stel­lungspoli­tik als “Dik­tatur” ablehnen und ver­suchen, Frauen auf ihre Rolle als Haus­frau und Mut­ter festzu­nageln.

Die Poli­tik der AfD richtet sich let­ztlich gegen die Inter­essen von uns allen. Ihre Ver­suche, uns in deutsche Frauen und migrantis­che Frauen, Frauen und Män­ner, Deutsche und Migrant*innen zu spal­ten, dür­fen wir nicht unbeant­wortet lassen und mit einem entsch­iede­nen anti­ras­sis­tis­chen Antifem­i­nis­mus antworten. Wir müssen gemein­sam gegen die Grund­lage des Erfol­gs der AfD kämpfen, die Prekarisierung, die auch uns alle trifft.

5 thoughts on “Feminismus bleibt antirassistisch! Gegen den “Marsch der Frauen” der AfD

  1. Silvia Nertz sagt:

    Lächer­lich, also nur weil es ange­blich von der AfD kommt sind die Rechte dieser Frauen egal?

    Ekel­hafte Dop­pel­moral. Aus Angst vor der Ras­sis­muskeule, wer­den Frauen­rechte ver­nach­läs­sigt!

    Femanzen waren schon immer Islamis­che anbläserin­nen.

    Sklaven der Migranten, wie immer

  2. Aysel Bentetik sagt:

    Was für eine Witztruppe ihr seit?

    Fem­i­nistin­nen rufen zum Protest gegen einen „Marsch der Frauen“auf. Merkt Ihr eigentlich noch irgend­was?

    Völ­lig egal ob von rechts oder links oder sonst­wo, scheinen für euch nur gewisse Frauen schützenswert zu sein, das lässt tief blick­en!

    Mit Ras­sis­mus hat dieser marsch nichts zu tun.

    Links liegt im Ster­ben, Fem­i­nis­mus dieser Art ist Tod. Zurecht.

  3. Anna-Lena sagt:

    Hier geht es doch auch um Anti­ras­sis­mus.

    Sind gezielte Verge­wal­ti­gun­gen deutsch­er bzw. weis­er Frauen (lei­der nicht zum ersten Mal) etwa kein Ras­sis­mus?

    Ich werde dort teil­nehmen und ich hoffe das diese wichtige Demo nicht von anderen Frauen gestört wird. Anson­sten ist die Sache mit dem Fem­i­nis­mus und der inter­na­tionalen Sol­i­dar­ität wohl ein Irrtum gewe­sen wenn Frauen gegen Frauen demon­stri­eren die gegen Gewalt auf die Straße gehen.

    Es hat nie jemand behauptet das weisse Män­ner keine Verge­wal­ti­gun­gen bege­hen. Nur diese Ver­brechen wer­den in der Regel von der Polizei und Jus­tiz ver­fol­gt.

    Denn mir ist nicht bekan­nt das nicht-weisse Fem­i­nistin­nen sich gegen die Zustände engagiert haben denen wir Frauen ger­ade in Deutsch­land aus­ge­set­zt sind. Oder gegen die Zustände in Eng­land (Rothen­ham). Ganz schlimm was da los war. Und ganz schlimm auch das Schweigen der Fem­i­nistin­nen weil die Opfer weiss waren und die Täter Pak­istan­er.

    Ich kann nicht glauben daß es “Fem­i­nistin­nen” gibt die gegen uns demon­stri­eren wollen.

    Das wird ein trau­riges Schaus­piel wer­den.

    Liebe Grüße

    Anna-Lena

  4. jonas sagt:

    Die Per­spek­tive der bish­eri­gen drei Kom­mentare ist trau­rig und wenn mir meine Zeit son­st zu schade zum kom­men­tieren ist, will ich das dies­mal nicht so ste­hen lassen.

    Wie in der Ankündi­gung richtig benan­nt, ist Gewalt gegen Frauen* ein ‘gesamt­ge­sellschaftlich­es Phänomen’. Und sie ist eng verknüpft mit den zugeschriebe­nen Geschlechter­rollen & der gesellschaftlichen (u.a. ökonomis­chen) Abw­er­tung von Tätigkeit­en für die auf­grund der ungle­ichen Arbeit­steilung v.a. Frauen* ver­ant­wortlich sind. Diese geschlechtliche Arbeit­steilung will die AFD nicht aufge­hoben sehen und sog­ar wieder ver­stärken. Da die Ursache für das enorme Aus­maß an Gewalt gegen Frauen* in ökonomis­ch­er Abhängigkeit und ungle­ich­er Verteilung gesellschaftlich­er Ressourcen und Macht liegt, würde eine solche Poli­tik die Prob­leme ver­schlim­mern. Der AFD geht es nicht um Frauen*rechte und es ließe sich noch viel zum Anti-Fem­i­nis­mus der AFD schreiben. Vielmehr instru­men­tal­isiert die AFD ‘Frauen*rechte’, um mit einem emo­tionalen The­ma ihre ras­sis­tis­chen Posi­tio­nen zu ver­bre­it­en. Dabei kann sie an eine jahrhun­derte­lange ras­sis­tis­che Kon­ti­nu­ität und in dieser Gesellschaft weit ver­bre­it­ete Vorurteile unter anderem den Mythos des ‘über­grif­fi­gen Frem­den’ anknüpfen. Durch ein­seit­iges Informieren bzw. ein­seit­ige Berichter­stat­tung fühlen sich viele Men­schen in ihren Vorurteilen bestätigt bzw. bestäti­gen sich ihre Vorurteile. Der Ras­sis­mus in dieser Gesellschaft lässt sich auch daran erken­nen, wessen Per­spek­tiv­en sicht­bar sind und wessen an den Rand gedrängt wer­den. Wo ist der Auf­schrei bei der täglichen Gewalt gegen Migranti*innen? Bei der täglichen Gewalt staatlich­er Insti­tu­tio­nen gegen Men­schen mit Fluchter­fahrung ist es real­itäts­fern zu schreiben, dass die Polizei diesen gegenüber nicht aktiv wird. Ein Beispiel dafür, dass die Polizei auf­grund ras­sis­tis­ch­er Stimmung(smache) sog­ar Angst vor diesem Vor­wurf hat, ist ihre Reak­tion nach der Köl­ner Sil­ver­ster­nacht. Hier wurde gezielt dazu aufgerufen, dass sich Frauen* melden, wenn sie einen Über­griff erlebt haben. Auf dem Münch­n­er Okto­ber­fest oder dem Köl­ner Karneval, wo es jedes Jahr sicher­lich mehr sex­uelle Über­griffe gibt, ist das noch nie geschehen. Nicht, dass es nicht wün­schenswert ist, sex­uelle Gewalt ernst zu nehmen. Dass dies aber nur geschieht, wenn die ver­meintlichen Täter nicht weiß sind, ist Aus­druck der ras­sis­tis­chen Dop­pel­moral dieser Gesellschaft.

    @Anna-Lena: Nein, Ras­sis­mus gegen weiße Men­schen gibt es nicht. Dein Wis­sen über Ras­sis­mus soll­test du mein­er Mei­n­ung nach defin­i­tiv ver­tiefen, wenn du in Kom­men­tarspal­ten so wild drau­f­los schreib­st und dabei auch nicht weißen Men­schen die Def­i­n­i­tion­s­macht über­lassen. Ich empfehle dir das Buch ‘ecit RACISM — ras­sis­muskri­tisch denken ler­nen’ von Tupo­ka Ogette.

  5. Eberhard Schmidt sagt:

    Man kön­nte auch sagen: Kein Anti­ras­sis­mus ohne Fem­i­nis­mus — sprich Recht auf Selb­st­bes­tim­mung und Gle­ich­berech­ti­gung der Frauen (und der Män­ner).
    Es ist Quatsch, aber für die aufrecht­en Linken und Antifaschistin­nin­nen unbe­stre­it­bar, daß man gegen die Gewalt gegen Frauen anders oder nicht vorge­hen dürfe, wenn es sich um behin­derte, benachteiligte, unter­drück­te, ras­sis­tisch ver­femte oder “geflüchtete” sprich wan­dernde Fremde han­delt.
    Das habe ich schon in den 90er Jahren erst mit Ver­wun­derung, dann mit stillem Grin­sen kon­sta­tiert: Für die pro­gres­siv­en Frauen im West­en (taz usw.) gab es ein Prob­lem, wenn man gegen Män­nerge­walt war, aber der Mann ein Fremder / Aus­län­der. Denn dann wäre man ja frem­den­feindlich bzw. ras­sis­tisch gewe­sen. Also wie nun? Ein Dilem­ma, das keines sein müßte, wenn man nicht ide­ol­o­gisch ver­bohrt wäre.
    Dann mal viel Vergnü­gen noch, liebe aufrechte Frauen!

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