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Wombat's: Schließung verhindern, Hostel kollektivieren!

Ganz Berlin ruft nach der Enteignung von Deutsche Wohnen. Doch eine kleine Gruppe von kämpferischen Kolleg*innen ruft nach der Enteignung ihres Hostels. Warum? Die Bosse haben keinen Bock mehr auf den Betriebsrat und wollen lieber den Laden dicht machen. Am 17. Mai wird gegen die Schließung mit einer Kundgebung protestiert.

Wombat's: Schließung verhindern, Hostel kollektivieren!

Die Belegschaft von wombat’s musste schon viele Kämpfe führen: für die Etablierung eines Betriebsrats, für den ersten Tarifvertrag in einem Hostel überhaupt in Deutschland, gegen das Outsourcing der Reinigungskräfte, gegen heftigen Sexismus von Seiten der Chefetage – und nun auch noch gegen die Schließung des Hostels.

Der letzte Aktionstag vor dem wombat’s-Hostel am 19. März richtete sich gegen die geplante Ausgliederung der Reinigungskräfte, aber auch gegen den offenen Sexismus und die Betriebsratsfeindlichkeit der Geschäftsführung. Kolleg*innen aus verschiedenen Berliner Betrieben standen solidarisch an der Seite der wombat’s-Beschäftigten.

Seitdem sind die Bosse bei wombat’s noch einen Schritt weiter gegangen: Sie wollen das Hostel schließen – aus purer Vergeltung gegen gewerkschaftliche Organisierung. Und sie machen sich noch nicht einmal die Mühe, das zu verschleiern. In ihrer offiziellen Ankündigung an die Beschäftigten sagen sie: „Das Berliner Hostel ist zwar wirtschaftlich erfolgreich, aber auf diese Art und Weise wollen wir nicht arbeiten.“

Die Kolleg*innen des wombat’s haben sich organisiert, um ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das wombat’s-Management will deshalb die Arbeitsplätze einfach vernichten und so ihre bisherigen Angriffe auf die Spitze treiben. Der Kampf gegen die Schließung ist deshalb ein simpler Akt der Selbstverteidigung. Die Schließung ist völlig ungerechtfertigt und entspringt reiner kapitalistischer Boshaftigkeit. Doch sie ist nicht völlig willkürlich: Sie soll ein Signal an die anderen Belegschaften der wombat’s Hostels und auch darüber hinaus sein. Nach dem Motto: Organisiert euch, und ihr verliert euren Job.

Deshalb ist unbedingte Solidarität aller kämpferischen Belegschaften, aller Gewerkschaftsmitglieder und aller linken Organisationen notwendig, um die Schließung zu verhindern. Und wenn die Kapitalist*innen wirklich nicht weitermachen wollen, sondern auf der Schließung bestehen, ist zum Glück in den letzten Monaten – unter anderem durch die Kampagne „Deutsche Wohnen und Co. Enteignen“ – eine klassische Alternative wieder breiter in der Diskussion: Enteignung. Wenn das Hostel wirtschaftlich erfolgreich ist: Warum sollten die Beschäftigten aus einer Laune der Chefs heraus auf die Straße gesetzt werden?

Denn auch wenn das Hostel nicht dieselbe wirtschaftliche Relevanz wie Deutsche Wohnen, Vonovia und Co. hat, die Frage ist letztlich dieselbe: Warum sollte das Eigentum in kapitalistischer Hand sein? In der aktuellen Debatte wird immer häufiger anerkannt, dass das Eigentum an Wohnraum nicht kapitalistischen Regeln unterliegen darf, weil Wohnraum – besonders in einer Situation der Mietenkrise – zur Existenzbedingung für Menschen gehört. Doch auch darüber hinaus gilt die Devise: Die Kapitalist*innen brauchen unsere Arbeitskraft, doch wir brauchen die Kapitalist*innen nicht!

Dass es möglich ist, dass Arbeiter*innen Betriebe selbstverwaltet weiterführen, ist Teil des historischen Gedächtnisses der Arbeiter*innenbewegung weltweit. Um nur ein Beispiel aus den letzten Jahren zu nennen: In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires hatten die Beschäftigten des Hotels BAUEN im Zentrum der Stadt im Zuge der Wirtschaftskrise ab 2001 ihre Jobs verloren, das Hotel wurde geschlossen. Nachdem es über ein Jahr leer stand, haben sich die entlassenen Beschäftigten 2003 entschlossen, es zu besetzen und wieder in Betrieb zu nehmen. Damals hatte die Kooperative 35 Mitglieder – heute sind es über 160, die das Hotel selbstverwaltet betreiben. Immer noch kämpfen die Kolleg*innen für die Verstaatlichung des Hotels.

Der Berliner Senat muss dafür sorgen, dass der Betrieb im Zweifelsfall auch ohne die Geschäftsführung läuft. Falls das Hostel schließt, muss es enteignet und dann entweder mit einer Arbeitsplatzgarantie staatlich weitergeführt oder direkt den Arbeiter*innen unter ihrer Selbstverwaltung übergeben werden. Statt dass die Bosse nun an der kämpferischen Belegschaft ein Exempel der Kapitalmacht statuieren, sollten Arbeiter*innen und Linke daraus ein sozialistisches Exempel für die Stadt machen: Kämpfen lohnt sich!

Eigentum verpflichtet! Protest bei Wombats!

Was? Eigentum verpflichtet! Protest bei Wombats!
Wann? Freitag, 17. Mai, von 16:00 bis 19:00
Wo? Wombat’s City Hostel Berlin, Alte Schönhauserstraße 2, Nähe U2 Rosa-Luxemburg-Platz
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SOLI-Protest am Wombats München

Was? SOLI-Protest am Wombats München
Wann? Freitag· 17. Mai, von 16:00 bis 17:00
Wo? Wombat’s City Hostel Munich, Senefelderstraße 1
Facebook-Event

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