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Kundgebung gegen Outsourcing bei Wombat’s Berlin am Dienstag, 19. März: “Wir sind #unteilbar!”

Am Dienstag, 19. März 2019 um 16:00 Uhr protestieren Beschäftigte verschiedener Berliner Betriebe gemeinsam mit solidarischen Aktivist*innen vor dem Wombat's Hostel in der Alten Schönhauserstr. 2 in Berlin – Mitte. Wir dokumentieren den Aufruf der Wombat's-Kolleg*innen zur Kundgebung.

Kundgebung gegen Outsourcing bei Wombat's Berlin am Dienstag, 19. März:

Wir sind #unteilbar: Auslagerungen verhindern! Festanstellungen und Rückführungen erkämpfen!

Was dro­ht im Wombat’s Berlin?

Nach­dem die Belegschaft des Wombat’s Berlin mit ihrer Gew­erkschaft NGG einen Tar­ifver­trag erkämpft hat, will die Geschäfts­führung nun den Betrieb zer­schla­gen. Die Reini­gungskräfte wür­den durch das Out­sourc­ing einen neuen Arbeit­ge­ber bekom­men. Derzeit wird der Münch­n­er Reini­gungs­baron Mustafa Yalçinkaya (Thal­ham­mer GmbH / EAK GmbH) als aus­sicht­sre­ich­er Kan­di­dat für die Aus­lagerung im Wombat’s gehan­delt. Die Reini­gungskräfte sind zum größten Teil Arbeit­nehmerin­nen, die schon jahre­lang im Wombat’s arbeit­en. Set­zt sich die Geschäfts­führung durch, so ste­hen sie zukün­ftig wahrschein­lich ohne effek­tiv­en Schutz vor Kündi­gung dar. Der Tar­ifver­trag, den Sie mit erkämpft haben, würde für Sie nicht mehr gel­ten. Ihr Betrieb­srat ver­liert seine Zuständigkeit.

Doch es geht um noch mehr!

Über­all im Land wer­den Belegschaften ges­pal­ten. Die Zer­störung von Gemein­schaftssinn und Organ­isier­barkeit wird von Unternehmensberater*innen und Manager*innen gezielt betrieben, um Lohn­dump­ing, Arbeitsverdich­tung und Flex­i­bil­isierung voran zu treiben. In jährlichen Auss­chrei­bun­gen tritt ein Dic­kicht aus Sub-Unternehmen gegeneinan­der an, das man bei geschick­ter Steuerung in einen ruinösen Preiskampf um Aufträge ver­set­zt. Die Zeche zahlen diejeni­gen, die die eigentliche Arbeit ver­richt­en. So wird gesellschaftlich notwendi­ge Arbeit zu men­sche­nun­würdi­ger Arbeit, während sich das Man­age­ment die Taschen voll­stopft.

Am Beispiel des Wombat’s City Hos­tel kön­nen wir wie unter einem Bren­n­glas erken­nen, was die Arbeitswelt in Deutsch­land zu einem kalten und für viele Beschäftigte hoff­nungslosen Ort gemacht hat: Die Zer­schla­gung von gewach­se­nen Belegschaften. Das ist sozialschädlich, undemokratisch und gew­erkschafts­feindlich. Aus­lagerun­gen wer­den nur dadurch prof­ita­bel, dass das Man­age­ment den Arbeits­druck erhöht und die Arbeits­be­din­gun­gen ständig ver­schlechtert.

Um die Belegschaft und den Betrieb­srat fer­tig zu machen, schreck­en diese Leute anscheinend vor nichts zurück: Nach Kündi­gun­gen und Abmah­nun­gen wegen Streik­teil­nahme, wer­den neue Verträge nun grund­sät­zlich nur noch befris­tet abgeschlossen. Bevor ein Recht­sanspruch auf Ent­fris­tung entste­ht, set­zt man die Beschäftigten kurz­er­hand auf die Straße. Bei ständi­ger Unsicher­heit kön­nen Mei­n­ungs­frei­heit und demokratis­che Grun­drechte eingeschränkt wer­den.

Es entste­ht ein Kli­ma, das eklige Blüten treibt: Ein chau­vin­is­tis­ches Man­age­ment, das offen­sichtlich glaubt, sich in einem rechts­freien Raum zu bewe­gen, sprüht auf die Straße obszöne Zeich­nun­gen, Belei­di­gun­gen und “Fuck U Betrieb­srat” in Rich­tung Belegschaft. So geschehen im März 2019 vor dem Wombat’s.

Als Union Buster im Hin­ter­grund fungiert hier Tobias Gram­bow aus der berüchtigten Recht­san­walt­skan­zlei Buse Heber­er Fromm.

Was kön­nt ihr tun?

Wir protestieren am Dien­stag, 19. März 2019 um 16:00 Uhr, vor dem Hos­tel in der Alten Schön­hauser­str. 2 in Berlin — Mitte gegen Out­sourc­ing und die Zer­schla­gung gewach­sen­er Belegschaften — für Kol­le­gial­ität am Arbeit­splatz und gute Tar­ifverträge. Kommt zahlre­ich und beteiligt euch an dem Protest.

Außer­dem kön­nt ihr die Onlinep­e­ti­tion: Mustafa, bleib in Bay­ern! unter­stützen. Es geht darum, dass der Münch­n­er Reini­gungs­baron Mustafa Yalçinkaya dazu aufge­fordert wird, seine Rolle in diesem dreck­i­gen Spiel zu über­denken.

Wir erk­lären uns dabei sol­i­darisch mit allen Kolleg*innen, die mit ihren Gew­erkschaften für die Rück­führung der Tochterun­ternehmen in Ver­ant­wor­tung des Lan­des Berlins kämpfen! Dazu gehören beispiel­sweise Kul­turein­rich­tun­gen wie das Tech­nikmu­se­um, der Botanis­che Garten, Freie Träger, die Kranken­häuser Vivantes und Char­ité, Musikschulen uvm.

Es rufen bish­er auf und beteili­gen sich:

Dieser Aufruf als PDF

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