Brot und Rosen

Trefft uns auf dem CSD in München!

Am Samstag den 16. Juli wird in München der Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Trefft uns am Brot-und-Rosen-Stand an der Rosenstr. 7!

Trefft uns auf dem CSD in München!
Quelle: Shutterstock

Der Pride Month ist offiziell beendet und Firmenlogos haben die Regenbogenfarben wieder abgelegt. Doch der Kampf geht weiter. Was für Kapitalist:innen lediglich eine Möglichkeit ist, sich über öffentliche Kanäle zu profilieren, ist für die unterdrückten Menschen verbunden mit einem andauerndem Streit um ihre Rechte. Zwar ringen die Unterdrückten dem Reformismus immer wieder Zugeständnisse ab – zuletzt bekamen trans, inter und nicht-binäre Personen in Deutschland nach jahrelangem Kampf endlich die Aussicht darauf, eine legale Anerkennung ihrer Geschlechtsidentität zu erhalten – ohne von Psychiatern drangsaliert zu werden und mehrere Tausend Euro dafür zahlen zu müssen. Doch der Kapitalismus braucht das Patriarchat wie wir die Luft zum atmen. Deshalb kann nur ein gemeinsamer Kampf von Arbeiter:innen und queeren Revolutionär:innen die queere Befreiung erreichen.

Wie stark diese Reformen daran hängen, wer gerade die Institutionen des bürgerlichen Staats besetzt, sehen wir derzeit in den USA: Roe v. Wade wurde zurückgenommen und das Recht auf Abtreibung, ein essentielles Recht in Sachen körperliche Selbstbestimmung, erhält einen schweren Schlag. Einen Schlag, der im größten imperialistischen Zentrum der Welt stattfindet. Der Wille der Demokraten, um reproduktive Rechte zu kämpfen bleibt schwach und wir können nur eine Lehre daraus ziehen: Selbst in einer wirtschaftlich starken “modernen Demokratie” sind unsere Rechte verhandelbar und diese reichen wohlgemerkt alleine nicht aus. Queere Menschen leben bspw. in allen imperialistischen Zentren immer noch in ständiger Angst vor gewaltsamen Übergriffen, selbst wenn ihnen rechtliche Zugeständnisse gemacht wurden.

Und wir dürfen nicht vergessen, dass diese Rechte in vielen Ländern, gerade in der Peripherie, nicht erkämpft werden konnten. Die deutsche Regierung unterstützt dort in der Durchsetzung ihrer geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen queerfeindliche Regime wie z.B. Katar. Die konstante Einmischung und politische Destabilisierung von Westasien durch die imperialistischen Mächte produzierte reaktionäre queerfeindliche Kräfte wie den Islamischen Staat und die Taliban. In Lateinamerika führt der soziale Kahlschlag und die Unterdrückung der Arbeiter:innenbewegung durch die imperialistische Wirtschaftspolitik des IWF und der Weltbank zu allgemeiner Armut und Kriminalität, die tödliche Folgen für queere Menschen hat. Ein Kampf gegen queere Unterdrückung muss daher auch ein Kampf gegen Imperialismus sein!

Vom Elend, das der Imperialismus in der Peripherie hinterlässt, fliehen Millionen von Menschen. Diejenigen von ihnen, die in Deutschland landen, werden in Lager gesperrt, in denen die besondere medizinische Versorgung, die bspw. Transmenschen brauchen, zu großen Teilen nicht gegeben ist. Gegebenenfalls sind queere Menschen dort mit anderen queerphoben Geflüchteten in angespannten Situationen zusammengepfercht.

Denn die Unterdrückung von queeren Menschen ergibt sich aus einem kapitalistischen Weltsystem, das untrennbar mit dem Patriarchat verbunden ist, das queere Menschen und Frauen – die meisten von ihnen ausgebeutete Arbeiter:innen – unterdrückt:

Unbezahlte Care-Arbeit, besonders im Familienbereich, ist etwas, auf das die Kapitalist:innen nicht verzichten möchten. Ebenso wie die Spaltung von Arbeiter:innen durch sexistische und queerfeindliche Ideologien, die die Rechte immer wieder in Stellung bringt. Auch wenn der Kapitalismus behauptet, dass die romantische familiäre Partnerschaft auf Liebe beruhen soll, spielen in Wirklichkeit ökonomische Fragen eine sehr große Rolle darin, wer mit wem wie zusammen ist und bleibt. Besonders für mehrfach unterdrückte Arbeiter:innen, deren Arbeit oftmals prekär und weniger bezahlt ist. Wer die familiäre Ordnung des kapitalistischen Staats nicht einhält, wird als anders markiert, um diese Ordnung zu stärken. So wird im Kapitalismus durch die Ausgrenzung von Queerness die sexuelle Norm erst hergestellt, die der Kapitalismus dringend benötigt. Queerfeindlichkeit ist daher nichts, das irgendwie zufällig gewachsen ist und mit genug Aufklärungsarbeit wieder weggeht, sondern ist funktional für den patriarchalen Kapitalismus und wird darin immer wieder erneuert.” (Aus dem Klasse gegen Klasse Magazin #4 zum Pride Month 2021: Warum wir 2021 noch für queere Befreiung kämpfen)

Der liberale Queerfeminismus erkennt hingegen diese untrennbare Verbindung zwischen Kapitalismus und Patriarchat nicht an oder macht ihr gegenüber nur Lippenbekenntnisse. Anstatt für die Einheit der Kämpfe gegen Unterdrückung und Ausbeutung zu kämpfen, verdoppelt er die Spaltung, die die Bourgeoisie nutzt, um uns zu schwächen. Wir müssen gegen diese Spaltung vorgehen, uns unserer Gemeinsamkeiten bewusst werden und die Kampfkraft einer Arbeiter:innenklasse nutzen, die schon immer weiblich und queer war und es mehr und mehr wird, um das Patriarchat entgültig zu zerschalgen.

Der Kampf um queere Befreiung ist bei weitem nicht zu Ende! Wer diesen Kampf gemeinsam mit uns führen und diese und viele andere Aspekte mit uns diskutieren will, findet uns den ganzen Tag über am 16. Juli 2022 beim CSD in München. Trefft uns am Brot-und-Rosen-Stand an der Rosenstr. 7!

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