Deutschland

Scheiß auf Sylt! Mit dem 9-Euro-Ticket nach Elmau gegen den G7-Gipfel!

Nachdem das 9-Euro-Ticket so gut wie sicher war und auch bekannt wurde, dass das Regionalnetz mit einbezogen ist, gab es für die Deutsche-Internet-Linke ein klares Ziel: Reiche mobben auf Sylt!

Scheiß auf Sylt! Mit dem 9-Euro-Ticket nach Elmau gegen den G7-Gipfel!
Foto: mapman/ shutterstock.com

Proletarier aller Bundesländer vereinigt euch und reist nach Sylt! Mit Alkohol und Malle-Mentalität den Reichen ihren teuren Urlaub vermiesen!

Das als Höhepunkt des Linksseins zu bezeichnen, ist maßlos zynisch angesichts der aktuellen Krisen und finanziellen Belastungen der Arbeiter:innenklasse und Jugend. Dieses Meme wurde berühmt unter anderem dank vieler Hedonist:innen, Meme-Seiten und diversen Jugendgruppierungen bürgerlicher Parteien. Dadurch hat so ziemlich jede:r Jugendliche hierzulande schon einmal vom 9 € Ticket und dem Auftrag, Sylt einzunehmen, gehört.

Witzig? Ja! Wichtig? Nein!

Vor dem 9 € Ticket trennte sich die Spreu vom Weizen innerhalb der Linken, wenn man die Eigentumsfrage stellte. Heute tut sie das, wenn die Mobilisierung nur nach Sylt geht und nicht auch nach Elmau.

Ohne Frage. Das Bild einer von Arbeiter:innen und Linken besetzten Insel, auf der sich üblicherweise die Schönen und Reichen tummeln, sieht bestimmt prächtig aus; geschweige denn die Möglichkeit, die Hochzeit des neoliberalen Finanzministers Christian Linder im Juli auf Sylt zu stören. Jedoch muss sich unser aller Blick diesen Sommer nicht ausschließlich auf den Norden Deutschlands richten, sondern auch auf den südlichen Teil.

Der Feind trifft sich im Juni weniger auf Sylt, sondern vielmehr im bayerischen Elmau!

Vom 26.06. bis zum 28.06. tummeln sich dort im Alpenvorland die wahrlich Reichen, Mächtigen und in ihren eigenen Augen Schönen für den G7-Gipfel und dessen weitreichende weltpolitische Entscheidungskraft. Geschützt von circa 30.000 Polizist:innen aus dem gesamten Bundesgebiet – um sich vor dem Pöbel abzusichern – führen sie dort rücksichtslose, profit-getriebene Politik in ihrem eigenen Interesse.

Der G7-Gipfel wird von den einflussreichsten Industrie-Staaten dieser Welt gebildet, und sie sind alle bis auf Japan Teil der NATO. Daher ist es naheliegend, dass dort nicht die Probleme der Mehrheit der Menschen besprochen werden, sondern vielmehr die Interessen der teilnehmenden Staaten und die ihrer Anführer:innen. Bei dem G7 Gipfel werden keine Lösungen für die vielen Probleme gesucht, die es gibt, sondern es werden weitere Probleme geschaffen. Weitere Probleme, auf die nur die fortschrittlichsten Sektoren der Arbeiter:innenklasse, der Jugend und der Wissenschaft tatsächliche Lösungen wissen. Lösungen, die nicht darauf aus sind noch mehr Profite für Staaten, Konzerne und Kapitalist:innen zu schlagen. Denn diese sind auf genau solche Kriege, Krisen, Diskriminierung, Rassismus und Hass innerhalb unserer Klasse angewiesen, um uns zu spalten.

Was tun?

Wir können nicht auf die Partei Die Linke zählen, welche als vermeintliche Partei für die Arbeiter:innen eigentlich bei den Protesten gegen diesen Gipfel an der vordersten Front stehen müsste. Denn diese tief zerrüttete und in den bürgerlichen Staat integrierte Partei hat es nötig, an genau diesen Tagen ihren Parteitag zu halten, um ihre selbstgeschaffenen Krisen zu klären. Auf die Grünen und die SPD können wir ohnehin nicht zählen, da diese mit umweltfreundlicher Kriegsführung und Klimaaktivismus-Nazi-Vergleichen beschäftigt sind.

Wir brauchen eine anti-Imperialistische Linie mit einem internationalistischen Programm und Forderungen unserer Klasse, um dem Krieg und den Krisen selbst den Krieg zu erklären. Dafür ist es nötig, dass sich die Jugendgruppierungen wie Grüne Jugend, Jusos und Solid nicht nur mit Sylt-Einnahme-Träumereien den Tag versüßen und Reisetipps für ihre Follower geben, sondern konkret nach Elmau mobilisieren, um die Politik unserer Klasse sichtbar zu machen! Anti-Imperialistisch, Anti-Kolonial, Anti-Rassistisch, Anti-Kapitalistisch und vor allem voller Solidarität.

Kurzum: Sylt können wir auch später einnehmen, aber das Zeichen was wir jetzt in Elmau setzen können, ist ein politisch stärkeres und wichtigeres.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.