Jugend

Lost Generation?

Kriege, die im Interesse der Kapitalist*innen geführt werden, zerstören die Lebensgrundlage von Jugendlichen auf der ganzen Welt. Und die Jugendarbeitslosigkeit in Ländern wie Griechenland nimmt einer ganzen Generation die Hoffnung auf eine Zukunft. Schuld daran ist der deutsche Imperialismus. Was aber heißt Imperialismus und wie kann eine kämpferische Jugend gegen ihn kämpfen?

Lost Generation?

Ist es Zufall, dass die Jugen­dar­beit­slosigkeit in allen Län­dern der EU schwindel­er­re­gend hoch ist? Oder dass Jugendliche viel häu­figer von prekären Arbeitsver­hält­nis­sen betrof­fen sind als der Rest der Bevölkerung, vor allem migrantis­che Jugendliche? Nein. Es liegt am Kap­i­tal­is­mus, dass die Jugend stärk­er aus­ge­beutet und poli­tisch-rechtlich unter­drückt wird. Und das bet­rifft vor allem Jugendliche aus den vom Impe­ri­al­is­mus abhängi­gen Län­dern.

So darf es nicht weitergehen

Im Rah­men der Weltwirtschaft­skrise wur­den immer mehr Jugendliche dazu gezwun­gen, ihre Heimatlän­der zu ver­lassen und in den impe­ri­al­is­tis­chen Zen­tren unter­bezahlt zu arbeit­en. Etliche junge Men­schen sind zum Beispiel nach Deutsch­land gekom­men, um so wie wir unter prekären Arbeits­be­din­gun­gen einen mis­er­ablen Lohn zu bekom­men, beson­ders aus Län­dern wie Griechen­land, Spanien oder Por­tu­gal. Ihre Verzwei­flung wird dabei aus­genutzt, um die Löhne aller zu drück­en. Es ist nicht ver­wun­der­lich, dass Deutsch­land Men­schen anzieht, die in ihren Heimatlän­dern keine Per­spek­tiv­en mehr für sich sehen. Denn die deutsche Wirtschaft wächst und die Kapitalist*innen haben Bedarf an neuen Arbeiter*innen, um sie auszubeuten.

Wie kommt es, dass die deutsche Wirtschaft im Ver­gle­ich zu anderen Län­dern so sta­bil ist? Das liegt an der Rolle Deutsch­lands auf inter­na­tionaler Ebene. Wir sprechen im Zusam­men­hang damit vom deutschen Impe­ri­al­is­mus. Deutsch­land ist auf­grund sein­er hochen­twick­el­ten Wirtschaft in der Lage, seine Güter massen­haft zu exportieren. Dadurch kann das deutsche Kap­i­tal Ein­fluss auf Län­der ausüben, die von diesen Exporten abhängig sind. Und nicht nur Waren wer­den exportiert, son­dern auch Kap­i­tal: Dem deutschen Kap­i­tal gehören viele Unternehmen außer­halb Deutsch­lands. Die deutsche Regierung und unter ihrem Ein­fluss die europäis­chen Insti­tu­tio­nen han­deln dabei im Inter­esse der deutschen Bour­geoisie. Zum Beispiel wur­den in Griechen­land Pri­vatisierun­gen erzwun­gen, die deutschen Kapitalist*innen zugute kamen: Unter anderem wur­den pri­vatisierte Flughäfen zu niedri­gen Preisen an deutsche Kapitalist*innen verkauft. Der deutsche Impe­ri­al­is­mus ver­sucht alles, um für die deutschen Unternehmen einen Vorteil aus der Krise zu schla­gen.

Die impe­ri­al­is­tis­chen Län­der zwin­gen also andere Län­der in ein Abhängigkeitsver­hält­nis. Es geht ihnen dabei einzig und allein um die Prof­ite der Kapitalist*innen, die expandieren wollen, weil sie in ihren eige­nen Län­dern an Gren­zen stoßen. Die Regierun­gen der impe­ri­al­is­tis­chen Län­der set­zen die Inter­essen ihrer Bour­geoisie not­falls auch mil­itärisch durch. Zahlre­iche NATO-Kriege wie in Libyen, Soma­lia oder Ser­bi­en sind Beispiele dafür.

So kommt es auch zu mas­siv­en Geflüchteten­strö­men: Mil­lio­nen Men­schen in aller Welt fliehen, nach­dem ihre Län­der aus­ge­beutet und zer­stört wur­den. Dem deutschen Kap­i­tal dienen sie dann als bil­lige und entrechtete Arbeit­skräfte, die teil­weise auch ille­gal­isiert arbeit­en müssen. Auch viele Jugendliche begeben sich auf die Flucht. Ob nun ille­gal­isiert oder nicht, müssen sie unter den gle­ichen – oder noch schlim­meren – Bedin­gun­gen arbeit­en wie wir. Der Impe­ri­al­is­mus und die Krise lassen also die Jugend bluten und es sieht fast so aus, als sei daran nichts zu ändern …

Für eine kämpferische Jugend!

Doch es gibt zwei Möglichkeit­en, wie wir reagieren kön­nen: entwed­er wir lassen den Kopf hän­gen – oder wir kämpfen für unsere Zukun­ft! Wenn wir für unsere Zukun­ft kämpfen wollen, müssen wir gemein­sam mit allen unter­drück­ten und aus­ge­beuteten Jugendlichen hierzu­lande kämpfen. Dann müssen wir uns selb­st organ­isieren und für unsere poli­tis­chen Rechte kämpfen! Wir müssen gegen die Aus­beu­tung der Jugendlichen im Arbeit­sleben kämpfen! Wir müssen uns inter­na­tion­al mit den Jugendlichen in Griechen­land, Spanien oder Syrien sol­i­darisieren! Wir müssen den Impe­ri­al­is­mus stürzen! Dies kön­nen wir nur tun, indem wir zunächst Wider­stand gegen die Kapitalist*innen im eige­nen Land leis­ten.

Die Politiker*innen sehen es als aus­gemachte Sache an, dass die Jugend still­hält und sich ein Leben lang für die Prof­ite der Kapitalist*innen abschuftet. Wir nicht. Wir wollen unsere Zukun­ft nicht für ver­loren geben. Deshalb kämpfen wir mit einem anti-impe­ri­al­is­tis­chen Pro­gramm gegen Ras­sis­mus und Faschis­mus, die bei­de Werkzeuge des Kap­i­tals sind. Der Kampf gegen den Impe­ri­al­is­mus muss ein antikap­i­tal­is­tis­ch­er sein, weil der Impe­ri­al­is­mus nur für die Bedürfnisse des Kap­i­tals da ist. Unser Kampf muss deshalb gemein­sam mit denen stat­tfind­en, die wie wir im Kap­i­tal­is­mus aus­ge­beutet und unter­drückt wer­den. Deshalb organ­isieren wir uns heute an der Seite der Arbeiter*innen und Frauen für unsere Zukun­ft.

Lost Gen­er­a­tion? No Way!

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