Jugend

Klasse gegen Klasse startet Uniredaktion

In diesem Semester startet Klasse gegen Klasse eine Uniredaktion in Berlin. Die Aufgabe: ein Kontrastprogramm zur kapitalistischen Ideologie an den Hochschulen aufstellen!

Klasse gegen Klasse startet Uniredaktion
Foto: Ayrin Giorgia / KGK

Am Dienstag, 22. November, sind Studierende und Beschäftigte für das Auftakttreffen der KGK Uniredaktion zusammengekommen. Den Startschuss lieferte Nathaniel Flakin in Form einer Schreibwerkstatt, die den Teilnehmenden die Grundlagen unserer Zeitungsarbeit aufzeigen, sowie etwaige Schreibhemmungen auflösen sollte: In knapp 45 Minuten waren Artikel zu verschiedensten Themen geschrieben.

Damit ist der Grundstein für unsere weitere Arbeit an den Berliner Unis gelegt. Diese Arbeit hat zum Ziel, dort in das akademische und ideologische Geschehen einzugreifen, wo es maßgeblich produziert und zirkuliert wird. Dabei handelt es sich jedoch nicht bloß um eine theoretische Intervention.

Warum Zeitung?

Die Zeitungsarbeit ist für uns mehr als nur eine journalistische Übung, um Informationen zu verbreiten. Zum einen verstehen wir die Zeitung als Mittel, um aktiv in verschiedene Kämpfe einzugreifen, von den bürgerlichen Medien ausgeblendete Themen zu begleiten und so den Arbeiter:innen, der Jugend und den Unterdrückten eine echte, selbstorganisierte Stimme zu geben. Zum anderen ist die Zeitung ein Ort, an dem wichtige Debatten der linken Bewegung öffentlich geführt werden, zu Kämpfen aufgerufen und so das Klassenbewusstsein vorangetrieben werden kann. Letztlich geht es darum, Leute von der Relevanz und Notwendigkeit der politischen Organisierung zu überzeugen. Mehr zu unserem Verständnis der Rolle der Zeitung findet ihr in unserem Podcast.

Warum Uniredaktion?

Die Hochschulen sind ein zentraler, wenn nicht der zentrale Ort der kapitalistischen Ideologieproduktion. Außerdem sind sie der Ort, wo wir und viele andere Menschen einen Großteil unserer Zeit verbringen, soziale Kontakte haben, lernen, arbeiten und leben. Wir sind der Ansicht, dass der Intervention an den Unis daher eine besondere Funktion zukommt.

In der Eigenschaft als ideologische und ideologisierende Institution ist das Schul- bzw. Hochschulwesen heute einzigartig. Dessen Leistungsmerkmal im Erhalt der bestehenden Klassenherrschaft darf nicht nur im Sinne der Vermittlung von staatstragenden und kapitalfreundlichen Ideen verstanden werden. Denn darüber hinaus gibt die Uni oftmals überproportionalen Raum für vermeintlich radikale Ideen, die aber von einer Überwindung der bestehenden Verhältnisse losgelöst sind. Unter dem Deckmantel der de facto fast inexistenten Autonomie der Hochschulen werden so Ansätze gefördert, die die Trennung von Theorie und Praxis weiter verstärken. Dies prägt eine losgelöste Kritik in den Seminarräumen, in denen revolutionäre Ambitionen ziellos verpuffen können. Die Uni ist sowohl ein Herd für konservative Einstellungen als auch ein Ventil für Unzufriedenheit.

Dabei könnte es ganz anders sein. Man denke an die Unmengen “linker” Studierenden vor, die nach ihrem Marx-Seminar einfach nach Hause gehen. Stattdessen muss dieses wichtige, aber theoretische Wissen mit einem Ziel verknüpft werden. Dafür soll die Uniredaktion einen Raum bieten. Hier können sich Studierende nach ihrem Seminar mit anderen Studierenden und Arbeiter:innen austauschen, ihr gesammeltes Wissen bündeln und über Möglichkeiten der Anwendung nachdenken.

Als Ort, wo wir lernen, arbeiten und leben, ist die Hochschule zudem auch ein Ort von Problemen, Missständen und Ungerechtigkeiten. Mehr als ein Drittel der Studierenden in Deutschland ist arm. BAföG erhalten hingegen nur weniger als 12 Prozent aller Studierenden. Ob Wohnungs- oder Geldnot, schlechte Bezahlung in universitären Jobs, oder aber nur der fehlende Kaiserschmarrn in der Mensa: Es gibt einiges zu verbessern. Wir verstehen uns auch als Sprachrohr der Jugend, die in diesen Umständen gefangen ist, oftmals ohne in der Debatte ernst genommen zu werden. All das soll im Rahmen der Uniredaktion geschehen können.

Kommt zur Uniredaktion!

Als KGK sind wir Teil eines internationalen Zeitungsnetzwerks, über das wir mehrere Hunderttausend Menschen erreichen können. Diese Möglichkeit möchten wir der Uniredaktion zur Verfügung stellen. Wir möchten uns alle zwei Wochen treffen, um gemeinsam zu diskutieren, Themenideen und Artikelentwürfe zu besprechen. Kein Vorwissen ist erforderlich. Der genaue Ablauf und Aufbau jedes Treffens und der Uniredaktion an sich ist offen: Wir entscheiden zusammen, was wir uns vorstellen und was wir für politisch wichtig halten. Die Uniredaktion ist unser linker, selbstorganisierter Raum. Ihr Ziel ist es, die Herrschaft der kapitalistischen Ideologie an den Unis zu brechen.

Kommt zur KGK Uniredaktion!
Für mehr Informationen und Termine, kontaktiert uns:
Mail: info@klassegegenklasse.org.
Twitter: @KGK_News
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Instagram: Klasse gegen Klasse

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