Brot und Rosen

Katalanische Gewerkschaft ruft am Frauenkampftag zum Streik auf

Die Confederación General del Trabajo (CGT) ruft in Katalonien am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, zu einem 24-stündigen Streik auf.

Katalanische Gewerkschaft ruft am Frauenkampftag zum Streik auf

Nach intensiven Debatten haben die territorialen Gewerkschaften der katalanischen CGT zu einem 24-stündigen Streik am internationalen Frauenkampftag aufgerufen, dem 8. März. Die CGT ist ein anarcho-syndikalistischer Gewerkschaftsverband mit 100.000 Mitgliedern im Spanischen Staat. In Katalonien vertritt er Arbeiter*innen unter anderem in der Seat-Automobilfabrik oder der U-Bahn von Barcelona.

In ihrer Erklärung gab die Gewerkschaft bekannt:

In Abstimmung mit der feministischen Bewegung haben die 17.200 Menschen der drittgrößten Gewerkschaft in Katalonien mit den 54 territorialen Versammlungen über einen Generalstreikaufruf am diesjährigen Tag der arbeitenden Frau debattiert.

Der internationale Frauenkampftag, der am 8. März gefeiert wird, erinnert an einen Textilarbeiter*innenstreik in New York City. Angeregt durch die Aktionen der Arbeiterinnenbewegungen in den Vereinigten Staaten und anderswo schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin während des Internationalen Sozialistischen Frauenkongresses von 1910 vor, den 8. März zum internationalen Frauenkampftag zu erklären. In den vergangenen Jahren haben die massiven Mobilisierungen in der ganzen Welt dem Tag neues Leben eingehaucht.

In Katalonien ruft die CGT nun zum dritten Jahr in Folge zu einem Streik am internationalen Frauenkampftag auf. Die Gewerkschaft erklärte:

Die gewählten Delegierten haben sich darauf geeinigt, dass die CGT im dritten Jahr in Folge in Katalonien einen Generalstreik ausrufen soll, um verschiedene Forderungen gegen die doppelte Unterdrückung zu erheben, die der Kapitalismus und das Patriarchat den Frauen der Arbeiter*innenklasse auferlegen.

Und auch wenn der 8. März in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, sei es für die CGT in Katalonien

kein Feiertag für all die Menschen, die im Schichtbetrieb arbeiten, im Hotel- und Gaststättengewerbe, in Call-Centern, in Krankenhäusern, im Transportwesen. Viele dieser Arbeitsplätze sind stark feminisiert und im Allgemeinen Situationen prekärer Arbeit.

Aus diesem Grund rufen sie in Unterstützung der feministischen Versammlungen zu einem Streik auf. Die feministische Bewegung gab eine Erklärung heraus:

Wir rufen zum Streik der Erwerbsarbeit auf. Wir rufen alle Frauen dazu auf, in einen Sorgestreik zu treten, um mit Entschlossenheit und Bestimmtheit an den Streikposten in den Nachbarschaften teilzunehmen, zu denen aufgerufen wird. Wir rufen alle Menschen zum Konsumstreik gegen das kapitalistische System auf. Kauft nicht, konsumiert nicht. Wir rufen alle dazu auf, auf die Straßen zu gehen, um unsere Ablehnung patriarchaler Gewalt gegen Frauen, der Diskriminierung auf Grund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung, von Rassismus und Ausbeutung der Arbeit auszudrücken. Denn als Frauen und als Klasse können wir uns nur selbst befreien. Lang lebe der Generalstreik!

Diesem Aufruf gingen im Jahr 2019 in Katalonien massenhafte Mobilisierungen voraus. Diese fanden gegen die langen Gefängnisstrafen für Vorkämpfer*innen der Unabhängigkeit statt, aber auch im weiteren Sinne für die katalanische Unabhängigkeit. Hunderttausende gingen in Katalonien auf die Straßen und sahen sich wochenlang mit polizeilicher Repression konfrontiert. So ist nicht überraschend, dass gerade Katalonien der Ort ist, an dem eine Gewerkschaft zu einem Streik am internationalen Frauenkampftag aufruft.

2017 war der internationale Frauenkampftag mit massenhaften Protesten auf der ganzen Welt ein globales Phänomen geworden. 2018 beteiligten sich im Spanischen Staat sechs Millionen Menschen an jenem Tag an Streiks. In diesem Jahr jedoch ist der Ruf nach einem Streik leiser geworden, da mit den „linken“ Parteien PSOE und Podemos an der Macht der Eindruck entsteht, die Regierung würde die Forderungen der feministischen Bewegung unterstützen.

Auch in anderen Ländern der Welt werden Demonstrationen und Kundgebungen organisiert. In Mexiko-Stadt planen Tausende von Frauen, ihre Arbeitsplätze zu verlassen. Es gibt auf der ganzen Welt große Versammlungen, um Märsche zum Internationalen Frauentag zu planen. Dieser 8. März wird einmal mehr zeigen, dass es eine globale feministische Bewegung gibt, die bereit ist, auf die Straße zu gehen und für ihre Rechte zu kämpfen.

Dieser Artikel erschien am 3. März bei Left Voice. Er basiert auf der Berichterstattung unserer Schwesterseite IzquierdaDiario.es.

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