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Iran: Neuer Massenaufstand gegen das Regime

In der Nacht von Freitag auf Samstag hat das iranische Regime den Benzinpreis verdreifacht. Aus Protest gingen die Leute spontan auf die Straße und setzten Tankstellen in Brand.

Iran: Neuer Massenaufstand gegen das Regime

Der Auf­s­tand begann in drei Städten, eine davon die Metro­pole Schi­raz. Am sel­ben Mor­gen ver­bre­it­ete sich die  Infor­ma­tion über soziale Net­zw­erke, dass Fahrer*innen eigene Autos mit­ten auf den Straßen stop­pen und diese so block­ieren wür­den. Auf diese gewalt­freie Art der Demon­stra­tion haben die Sicher­heit­skräfte mit bru­taler Gewalt reagiert. Allein in den ersten Stun­den des Protests star­ben drei Men­schen durch Polizeige­walt. Doch statt die Men­schen abzuschreck­en, löste es  größere Sol­i­dar­ität mit den Demonstrant*innen aus und es gin­gen sog­ar noch mehr Men­schen auf die Straße. Von den drei Städten zu Beginn des Protestes weit­ete sel­biger sich auf erst neun, später auf mehrere dutzend Städte aus.

Der Angriff der Polizei hat diese friedliche Art des Protestes radikalisiert. Polizeiau­tos wur­den in Brand geset­zt. Polizeis­ta­tio­nen wur­den von den Massen gestürmt und auch in Brand geset­zt.

Auch Banken wur­den ein zen­trales Angriff­sziel der Demonstrant*innen. Es wur­den sog­ar zwei Rathäuser in Brand geset­zt. Inzwis­chen erre­ichte dieser Protest auch die iranis­che Haupt­stadt Teheran und andere Metropolen wie Tebriz, Mash­had, Isfa­han und viele andere Städte. Die Arbeiter*innen von Haft-Tapeh und Bazar sind im Streik, und die Studieren­den der Kur­dis­tan-Uni­ver­sität und der Tabriz- Uni­ver­sität haben sich den Protesten angeschlossen.

Das Regime set­zt seine Aggres­sion fort und bish­er wur­den min­destens 20 Men­schen durch staatliche Gewalt umge­bracht. Um die Kom­mu­nika­tion der Demon­stri­eren­den zu unter­brechen, hat das Regime  das Inter­net in vie­len Städten abgestellt. Das bet­rifft haupt­säch­liche Gebi­ete, wo Kurd*innen, Azari und Araber*innen leben, wie Merivan, Tebriz und Ahvaz. Das iranis­che Regime dro­ht den unter­drück­ten Völk­ern im eige­nen Land mit einem größeren Mas­sak­er.

Wir haben bere­its analysiert, zulet­zt in unserem Artikel im Früh­ling dieses Jahres, dass das iranis­che Regime nicht in der Lage ist, die ein­fach­sten Bedürfnisse der Men­schen zu erfüllen. Der Aus­bruch der Proteste zeigt, dass das Regime die ver­schärfte Sit­u­a­tion nicht mehr wie bish­er unter­drück­en kann. Die Massen haben die lib­erale Führung der „Grü­nen Rev­o­lu­tion” hin­ter sich gelassen und kämpfen mit den Losun­gen wie: „Das Ben­zin  ist teuer gewor­den; die Armut hat zugenom­men“ und „Habt keine Angst, wir sind alle zusam­men“.

Nach den Masse­nauf­stän­den in Libanon und Irak  war es nur eine Frage der Zeit, dass die Proteste auf Iran über­sprin­gen. Während die Proteste in Libanon und Irak sich auch teil­weise gegen die iranis­che Außen­poli­tik in diesen Län­dern richt­en, haben die Massen im Iran diese als inspiri­erende Proteste für die eige­nen Ziele ver­standen. Das Ben­zin ist nur der konkrete Aus­lös­er der tiefen Regimekrise im Iran.

 

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