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Haben Rechte und Undercover-Cops die Randale in Hamburg angeheizt?

Klingt komisch? Bei der Berichterstattung der bürgerlichen Medien über die Anti-G20-Proteste werden einzig und allein die Krawalle und Ausschreitungen im Schanzenviertel in den Mittelpunkt gerückt. Doch dabei werden nur die Autonomen angegriffen und zwei weitere beteiligte Akteure außen vor gelassen: Nazis und polizeiliche Agents provocateurs.

Haben Rechte und Undercover-Cops die Randale in Hamburg angeheizt?

Der medi­ale und poli­tis­che Fokus auf die Krawalle und Zer­störun­gen im Ham­burg­er Schanzen­vier­tel hat ein klares Ziel: Um den Blick von den riesi­gen Demon­stra­tio­nen gegen die G20 mit mehr als 80.000 Teilnehmer*innen aus ganz Europa abzu­lenken, schießen sich bürg­er­liche Medi­en und Politiker*innen stattdessen auf einige Hun­derte Ran­dalierende ein, um den gesamten Protest zu dele­git­imieren.

Und noch mehr: Es han­delt sich um einen Angriff auf die gesamte organ­isierte Linke. Obwohl sich die Rote Flo­ra von den Auss­chre­itun­gen dis­tanzierte, gerät sie nun eben­falls ins Kreuzfeuer der kon­ser­v­a­tiv­en Presse. Auch die zahlre­ichen Berichte über den Schwarzen Block – während in Ham­burg die Polizei den mit Anstand größten schwarzen Block stellte – und “gewalt­bere­ite Link­sex­trem­is­ten” haben zum Ziel, auch in Zukun­ft polizeis­taatliche Maß­nah­men gegen linke Struk­turen zu legit­imieren und der Polizei­willkür freien Lauf zu lassen.

Zudem stimmt es nicht, dass in dieser Nacht nur ran­daliert wurde und sich eine gewalt­bere­ite Masse in kon­sum­istis­ch­er Ori­en­tierung an die Läden her­an­machte. Die Kämpfe beson­ders seit dem frühen Abend ab 22 Uhr waren dur­chaus poli­tisch in ihrer Ablehnung der Polizei. Die Bar­rikaden, die aufge­baut wur­den, dien­ten auch zum Schutz vor der Polizei, die mit mehreren Wasser­w­er­fern am Neuen Pfer­de­markt angerückt war. Diese richteten sich nicht nur gegen die Per­so­n­en auf der Straße, son­dern auch gegen Unbeteiligte an den Bürger*innensteigen, was den Hass noch mehr steigerte und die Lage eskalierte.

Natür­lich han­delt es sich bei den Zer­störun­gen keineswegs um “linke” Tat­en. Bei den Ran­dalen im Schanzen­vier­tel ver­mis­cht­en sich Teile der Autonomen mit jugendlichen Anwohner*innen, vere­int durch den Hass auf die Polizei, die das Vier­tel schon seit Tagen belagerte und die gesamte Bevölkerung und die Linke schikanierte. Die Polizei erzeugte die Bilder der eingeschla­ge­nen Scheiben durch ihre ständi­ge und grund­lose Präsenz im Vier­tel selb­st und schritt dann nicht ein, als es zu den Ran­dalen kam.

Bei all dieser anti-linken Het­ze wer­den jedoch zwei Grup­pen kom­plett außer Acht gelassen, die nichts mit der Linken gemein haben.

Zum einen han­delt es sich dabei um rechte Gewalttourist*innen. So hat­te die faschis­tis­che Gruppe HoGeSa, die durch gewalt­same Proteste 2014 für lan­desweite Aufmerk­samkeit sorgte, schon vor den G20-Protesten angekündigt, eben­falls nach Ham­burg zu kom­men. Ihr Ziel war dabei zweigeteilt. Ein­er­seits woll­ten sie sich unter die Protestieren­den mis­chen, um unge­hin­dert ran­dalieren zu kön­nen, zu zer­stören und zu schla­gen. Die Rech­nung dafür wür­den nicht sie, son­dern die Linken erhal­ten – so wie es auch geschah.

Ander­er­seits woll­ten sie sich auch direkt mit Linken prügeln und sie physisch angreifen. Einem Bericht der Ham­burg­er Mor­gen­post zufolge waren während des ganzen Woch­enen­des Nazis in Ham­burg und haben sich an vorder­ster Front an den Auss­chre­itun­gen beteiligt.

Zum anderen haben sich verdeck­te Polizist*innen unter die Protestieren­den geschlichen. Bei allen Großprotesten der ver­gan­genen Jahre, wo es zu Auss­chre­itun­gen kam, ist die Rolle dieser Agents provo­ca­teurs gut doku­men­tiert. Sie sind es, die häu­fig den ersten Stein schmeißen und die Anderen dazu auf­fordern, mitzu­machen. So musste nach dem G8-Gipfel in Heili­gen­damm 2007 die Polizei zugeben, einen Zivilpolizis­ten in die Proteste eingeschleust zu haben, der die Demonstrant*innen mit den Worten “Rauf auf die Bullen!” anheizte.

Auch bei den Protesten gegen Stuttgart 21 hat­te die Polizei gezielt Under­cov­er-Cops einge­set­zt, die mit ihrem Pfef­fer­spray-Ein­satz die Repres­sion gegen die Demonstrant*innen aus­lösten.

Es ist also nicht weit herge­holt davon auszuge­hen, dass die Polizei auch bei diesen Protesten zu ähn­lichen Maß­nah­men gegrif­f­en hat – zumal der Warn­schuss im Schanzen­vier­tel am Rande des G20-Gipfels von einem Zivilpolizis­ten aus­ging. Dieser hat­te eine Schlägerei zwis­chen Autonomen und einem Mann beobachtet und schritt daraufhin ein, wobei er einen Warn­schuss aus­löste. Der bei der Schlägerei beteiligte Mann sagte später dem Spiegel, der Zivilpolizist habe ihn für einen Kol­le­gen gehal­ten und sei deshalb auf diese Art eingeschrit­ten. Waren also so viele Zivilpolizist*innen auf der Schanze, dass man sie leicht mit einem Pas­san­ten ver­wech­seln kon­nte? Und wer sagt dann, dass sie sich nicht auch an den Ran­dalen beteiligten, vielle­icht sog­ar – zusam­men mit den Nazis – an vorder­ster Front?

3 thoughts on “Haben Rechte und Undercover-Cops die Randale in Hamburg angeheizt?

  1. Hubert Meier sagt:

    Du Dummkopf!

  2. LadyFoxxy sagt:

    Dieser Artikel gewin­nt mit Abstand den ersten Preis in der Kat­e­gorie “hanebüch­en­er Schwachsinn”. Das kön­nte ein orig­i­naler Bild+ Artikel sein, wenn der Schmierfink in sein­er Wirren These noch die Brust-OP eines C‑Promis erwäh­nt hätte.

  3. Pbnk sagt:

    Waren nicht auch die Hells Angels und die Ban­di­dos beteiligt ???

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