Deutschland

Hamburger Polizei gibt einen Warnschuss ab

Räumungspanzer, Wasserwerfer, Tränengas – die Polizei bekämpft Demonstrant*innen gegen die G20 mit allen Mitteln. Doch am Donnerstag Abend ist sie zu einer neuen Eskalationsstufe übergegangen. Ein Polizist im Schanzenviertel feuerte seine Pistole in die Luft. Eine Warnung an alle Aktivist*innen, bestätigt auf Twitter.

Hamburger Polizei gibt einen Warnschuss ab

In den let­zten Tagen hat die Ham­burg­er Polizei mehrere Dutzend Demonstrant*innen ins Kranken­haus geschickt. Ver­let­zun­gen gibt es von Schlagstöck­en und Pfef­fer­spray. Aber nun hat ein Beamter auch eine Schuss­waffe abge­laden.

Laut Twit­ter war der Bulle “mas­siv von Gewalt­tätern ange­grif­f­en” wor­den, und kön­nte “anschließend in ein Geschäft fliehen”. Es ist über­haupt nicht klar, was passiert ist. Die Polizei spricht von einem “Straßen­raub”. Was für einen Raub soll das gewe­sen sein? Durch Demonstrant*innen oder zufäl­lig herum­laufend­en Räuber*innen? Und waren die Räuber*innen auch die Gewalttäter*innen? Ging es über­haupt um einen so wertvollen Gegen­stand, dass ein Warn­schuss gerecht­fer­tigt war?

Das Prob­lem ist, dass die Ham­burg­er Polizei in den let­zten Tagen schlichtweg lügt und darauf set­zt, dass die Boule­vard­presse ihre Lügen unkom­men­tiert weit­ergibt. Doch selb­st in staatlichen Medi­en bestäti­gen Reporter*innen immer wieder, dass die ausufer­nde Gewalt von der Polizei aus­ge­ht. Zum Warn­schuss ist bish­er nur klar, dass die Polizei nun zeigt, dass sie zu schießen bere­it ist.

Der Ham­burg­er Bürg­er­meis­ter Olaf Scholz und sein Innense­n­a­tor Andy Grote, bei­de SPD, lehnen trotz der Gewal­torgie seit­ens der Polizei noch einen Rück­tritt ab. Auch die Grü­nen hal­ten fest zu ihrer Koali­tion. Auch Angela Merkel stellt sich öffentlich gegen die Proteste und auf die Seit­en der Repres­sion­sor­gane und zeigt damit, dass das harte Vorge­hen einem poli­tis­chen Plan unter­liegt. Die Linkspartei fordert richtiger­weise den Rück­tritt – auch wenn sie für ähn­liche Gewal­torgien in Berlin ver­ant­wortlich ist. Wir fra­gen: Wie lange muss das noch weit­erge­hen? Wird es noch Tote geben, damit der Ham­burg­er Sen­at zeigen kann, was er von Protesten gegen Kap­i­tal­is­mus hält?

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