Deutschland

Ein Blick von außen: Brot und Rosen auf der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration

Für die chilenische Ausgabe unseres Nachrichten-Netzwerks La Izquierda Diario berichtet Bárbara Brito von der Demonstration in Gedenken an die vor einhundert Jahren ermordeten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am vergangenen Sonntag. Aber Bárbara war nicht nur als Beobachterin dort. Sie ist in Chile ebenfalls Teil der sozialistischen Frauenorganisation Brot und Rosen. Wir haben ihren Bericht ins Deutsche übersetzt.

Ein Blick von außen: Brot und Rosen auf der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration

Im Regen und mit eiskalten Hän­den kam die deutsche Linke an dem Ort zusam­men, von dem aus die Mobil­isierung begann. Tausende waren gekom­men, und unter der Menge befan­den sich auch die gel­ben West­en, die sich mit dem Kampf der franzö­sis­chen Arbeiter*innenklasse sol­i­darisieren. Denn auch die Geschichte von Rosa Lux­em­burg und Karl Liebknecht wurde auf der Straße geschrieben.

“Wer hat uns ver­rat­en? Sozialdemokrat­en!”, war ein Ruf, der während der gesamten Demon­stra­tion erk­lang und auf den Ver­rat der deutschen Sozialdemokratie während der Novem­ber­rev­o­lu­tion, auf die Ermor­dung von Rosa Lux­em­burg und Karl Liebknecht anspielte.

Unter den Anwe­senden war auch die Gruppe RIO aus Deutsch­land, die zur Trotzk­istis­chen Frak­tion für die Vierte Inter­na­tionale gehört, sowie die Frauen­gruppe Brot und Rosen. Sie kamen, um das rev­o­lu­tionäre Erbe von Rosa und Karl zu vertei­di­gen. “Hin­ter Krieg und Krise ste­ht das Kap­i­tal, der Kampf Befreiung ist inter­na­tion­al”, war eine der Parolen.

Zwei Jahre vor der deutschen Rev­o­lu­tion, im April 1916, trat Karl Liebknecht auf ein­er Demon­stra­tion zum 1. Mai mit ein­er öffentlichen Rede gegen den impe­ri­al­is­tis­chen Krieg auf: “Brot! Frei­heit! Frieden!” Nach dieser Rede wurde er ver­haftet. Liebknechts Ideen bestäti­gen sich bis heute.

Eine weit­ere der anwe­senden Grup­pen waren die Frauen, die den Frauen­streik am 8. März organ­isieren, darunter auch die Frauen­gruppe Brot und Rosen. Sie marschierten in gel­ben West­en und mit einem Trans­par­ent, das Rosa Lux­em­burg und Clara Zetkin zeigte. Daneben die Auf­schrift “1919–2019. Arbei­t­erin­nen brin­gen die Welt zum Beben.” Aktuell bere­it­en sie sich auf die Veröf­fentlichung der deutschen Über­set­zung des Buch­es „Brot und Rosen. Klasse und Geschlecht im Kap­i­tal­is­mus“ von Andrea D’A­tri vor, die am 23. Feb­ru­ar erfol­gen wird. D’Atri wird zu diesem Anlass auch nach Deutsch­land reisen. Eine erste Ver­anstal­tung find­et am 1. Feb­ru­ar in München statt.

Während des Marsches kon­nte ich mit Lil­ly Frey­tag, Aktivistin von Brot und Rosen Deutsch­land, sprechen. Für sie find­et der Marsch in einem neuen Kon­text der inter­na­tionalen Frauen­be­we­gung statt, die in Deutsch­land immer mehr an Ein­fluss gewin­nt. “300 Frauen kamen zur Ver­samm­lung, um sich auf den 8. März vorzu­bere­it­en. Zum ersten Mal seit Jahren wollen wir streiken, um für die Rechte der arbei­t­en­den Frauen zu kämpfen.“

Die Demon­stra­tion endete auf dem Fried­hof, an der Gedenkstätte Rosa Lux­em­burgs. Die Inter­na­tionale, die durch einen Laut­sprech­er hallte und von der über­wiegen­den Mehrheit der Teilnehmer*innen gesun­gen wurde, markierte das Ende der Mobil­isierung.

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