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[Dossier] Pride Month 2022 – jedes Jahr für queere Befreiung kämpfen!

Im Jahr 2022 sind die Straftaten gegen LGTBQIA+ allein in Deutschland um 34 Prozent gestiegen. Trotz der zunehmenden Repräsentation in Werbung, Filmen und Serien, in der Politik und weiteren Bereichen der Gesellschaft, werden queere Personen weiterhin massiv unterdrückt. Der Kapitalismus kann hierauf keine Antwort geben. Deshalb ist eine revolutionäre Auseinandersetzung mit der Thematik gerade heute besonders wichtig.

[Dossier] Pride Month 2022 - jedes Jahr für queere Befreiung kämpfen!
Foto: Longfin Media/ shutterstock.com


Marxismus, LGBTI-Befreiung und die soziale Konstruktion des Geschlechts

Vor dem Hintergrund der erschreckenden Zahlen an Straftaten gegen LGBTQIA+ und den gleichzeitig wachsenden queeren Befreiungskämpfen ist es wichtig, sich mit dem Vorwurf von LGBTQIA+ Feindlichkeit unter Marxist:innen auseinanderzusetzen. Eine Kritik an den „linken“ Gruppierungen lautet, dass sie LGTBQIA+ feindliche Theorien vertreten und sich somit den Reaktionären gleichsetzen. Tatsächlich haben marxistische Bewegungen schon von Beginn an für queere Befreiung gekämpft und sie werden das auch weiterhin tun.

Marxismus, Stalinismus und Queerfeindlichkeit

Ein historischer Abriss zum Marxismus und queerem Leben, von der jungen Sowjetunion bis zur „konservativen Linken“: Mit der Abstimmung im Bundestag zum Transsexuellengesetz (TSG) und den Positionen einiger Politiker:innen aus der Partei DIE LINKE wird hier der Zusammenhang von LGTBQIA+ feindlichen Auffassungen der Linken und dem Stalinismus beschrieben. Auch historisch waren Revolutionär:innen und die LGBTQIA+ Bewegung schon von Anfang an eng miteinander verbunden.

Warum wir 2021 noch für queere Befreiung kämpfen

Der Kapitalismus sorgt mit seinen ökonomischen Interessen aktiv für Queerfeindlichkeit. Dies ist tief in kapitalistischen Prinzipien wie der „romantischen familiären Partnerschaft“, bei der es vor allem um unbezahlte Reproduktionsarbeit geht, verankert. Queerfeindlichkeit lässt sich also nicht durch Aufklärung, Repräsentation und schon gar nicht durch rainbow capitalism lösen. Denn der Kapitalismus profitiert aktiv von ihr. Um Queerfeindlichkeit ein Ende zu setzen, ist eine revolutionäre queere Befreiung innerhalb einer sozialen Planwirtschaft unter der demokratischen Verwaltung der Arbeiter:innenklasse notwendig.

Queere Unterdrückung ist in das Herz des Kapitalismus eingebrannt

Auch wenn man heute schon klar erkennen kann, dass die Queere Bewegung in den letzten Jahren viel erreicht hat, muss man immer noch kritisch betrachten, ob eine tatsächliche Befreiung unter dem Kapitalismus überhaupt möglich ist. Der Kapitalismus profitiert von traditionellen Geschlechterrollen innerhalb einer Ehe, mit der für unbezahlte reproduktive Arbeit gesorgt wird. Dadurch wurden die Schubladen, unter denen Queere heute leiden, überhaupt erst erschaffen und immer weiter aufrechterhalten. Ob gesetzlich, gesellschaftlich, oder über Klassenunterschiede ist hierbei egal – eine queere Befreiung kann nicht innerhalb der Grenzen des Kapitalismus passieren.

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