Geschichte und Kultur

“Die Zukunft gehört dem Bolschewismus” – Rosa Luxemburg

Anders als häufig behauptet, war Rosa Luxemburg keine Gegnerin der Russischen Revolution, sondern verstand sich als Waffenschwester von Lenin und Trotzki.

Oft wird ver­sucht, Rosa Lux­em­burg als Geg­ner­in der rus­sis­chen Rev­o­lu­tion zu präsen­tieren: Die “demokratis­chen” Lux­em­burg und Liebknecht gegen die “dik­ta­torischen” Lenin und Trotz­ki. Aber diese vier ver­standen sich selb­st als Waf­fengeschwis­ter, die gemein­sam für die sozial­is­tis­che Wel­trev­o­lu­tion kämpften – dazu gehörte es selb­stver­ständlich, sich gegen­seit­ig zu kri­tisieren.

Während des Okto­ber­auf­s­tandes in Pet­ro­grad saß Lux­em­burg noch in einem Gefäng­nis des deutschen Kaiser­re­ichs. Doch auch in den Gefäng­nis­mauern machte sie ihre Begeis­terung für die Bolschewi­ki deut­lich:

Worauf es ankommt, ist, in der Poli­tik der Bolschewi­ki das Wesentliche vom Unwesentlichen, den Kern von dem Zufäl­li­gen zu unter­schei­den. In dieser let­zten Peri­ode, in der wir vor entschei­den­den End­kämpfen in der ganzen Welt ste­hen, war und ist das wichtig­ste Prob­lem des Sozial­is­mus ger­adezu die bren­nende Zeit­frage: nicht diese oder jene Detail­frage der Tak­tik, son­dern: die Aktions­fähigkeit des Pro­le­tari­ats, die Tatkraft der Massen, der Wille zur Macht des Sozial­is­mus über­haupt. In dieser Beziehung waren Lenin und Trotz­ki mit ihren Fre­un­den die ersten, die dem Welt­pro­le­tari­at mit dem Beispiel vor­ange­gan­gen sind, sie sind bis jet­zt immer noch die einzi­gen, die mit Hut­ten aus­rufen kön­nen: Ich hab’s gewagt!

Dies ist das Wesentliche und Bleibende der Bolschewi­ki-Poli­tik. In diesem Sinne bleibt ihnen das unsterbliche geschichtliche Ver­di­enst, mit der Eroberung der poli­tis­chen Gewalt und der prak­tis­chen Prob­lem­stel­lung der Ver­wirk­lichung des Sozial­is­mus dem inter­na­tionalen Pro­le­tari­at vor­ange­gan­gen zu sein und die Auseinan­der­set­zung zwis­chen Kap­i­tal und Arbeit in der ganzen Welt mächtig vor­angetrieben zu haben. In Ruß­land kon­nte das Prob­lem nur gestellt wer­den. Es kon­nte nicht in Ruß­land gelöst wer­den. Und in diesem Sinne gehört die Zukun­ft über­all dem „Bolschewis­mus“.

Lux­em­burg und Liebknecht haben es nicht geschafft, die sozial­is­tis­che Rätere­pub­lik in Deutsch­land zu grün­den. Der Kampf, für den Lux­em­burg und Liebknecht ihre Leben opfer­ten, ist noch nicht zu Ende. Denn die Welt wird noch von Kapitalist*innen beherrscht, die Mil­liar­den Lohn­ab­hängige aus­beuten und die Men­schheit immer wieder in Kriege stürzen. Wir studieren ihre Leben, um diesen Kampf bess­er zu führen.

Siehe auch: War Rosa Lux­em­burg eine Geg­ner­in der rus­sis­chen Rev­o­lu­tion?

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