Unsere Klasse

CFM: Zweiter Streiktag mit höherer Beteiligung

Nach einem erfolgreichen ersten Streiktag am Donnerstag, versammelten sich heute wieder hunderte Streikende der Charité Facility Management GmbH (CFM) am Campus Virchow und protestierten für bessere Arbeitsbedingungen und eine Angleichung ihrer Löhne an den TVöD.

CFM: Zweiter Streiktag mit höherer Beteiligung

Erst am Don­ner­sta­gnach­mit­tag wurde der Aufruf für den Fol­ge­tag veröf­fentlicht. Am ersten Tag hat­ten Logis­tik, Kranken­trans­port und Sicher­heits­di­enst von ver­schiede­nen Stan­dorten gestreikt. Diese wur­den erneut aufgerufen. Hinzu kam der Bere­ich der Ster­il­i­sa­tion, der unter anderem für die Auf­bere­itung von Chirur­gis­chen Instru­menten zuständig ist. Die Zahl der Streik­enden wuchs damit auf rund 300 an.

Dazu gehören auch einige Gestellte, die trotz Arbeit für die CFM über einen direk­ten Ver­trag mit der Char­ité ver­fü­gen aber sol­i­darisch für die Angle­ichung der Gehäl­ter ihrer Kolleg*innen mit­streiken.

Auch am zweit­en Tag organ­isierten Unterstützer*innen des Streiks eine Sol­i­dar­itäts-Del­e­ga­tion, die gegen 10 Uhr am Streik­lokal ein­traf. Andrés Gar­cés von der Hochschul­gruppe organize:strike berichtete von der Sol­i­dar­ität­serk­lärung mit dem CFM-Streik, den die Gruppe am Vortag erfol­gre­ich im Studieren­den­par­la­ment der Freien Uni­ver­sität einge­bracht hat­te. Darin wurde auch das Uni-Prä­sid­i­um aufge­fordert, seine Macht zu nutzen, um die unhalt­baren Zustände am Uni­ver­sität­sklinkum Char­ité zu been­den.

Eben­falls Teil der Solidel­e­ga­tion waren Mit­glieder des Frauen*streik-Bündnis. Lina, eine der Aktivistin­nen, erk­lärte, warum sie als fem­i­nis­tis­che Gruppe den CFM-Streik unter­stützen: Während Prekarisierung für alle Betrof­fe­nen ein Prob­lem darstelle, tre­ffe es Frauen im Durch­schnitt beson­ders hart. Die noch schlechtere Bezahlung viel­er ver­meintlich­er „Frauen­berufe“ wie der Reini­gung sei dafür ein wichtiger Grund. Deswe­gen sei auch der 8. März als inter­na­tionaler Frauenkampf­tag ein wichtiges Datum im Kampf gegen Out­sourc­ing und Prekarisierung.

Lil­ly Schön von der sozial­is­tisch-fem­i­nis­tis­chen Frauen­gruppe Brot und Rosen ergänzte, dass Out­sourc­ing und schlechte Arbeits­be­din­gun­gen längst nicht nur an Kranken­häusern ein Prob­lem seien. Auch an den Uni­ver­sitäten sei es üblich, die Reini­gungskräfte auszu­lagern. An der Alice-Salomon-Hochschule gebe es dage­gen bere­its Wider­stand von Beschäftigten und Studieren­den. Der 8. März sei eine gute Gele­gen­heit, die ver­schiede­nen Kämpfe gegen Prekarisierung zusam­men­zubrin­gen. Um über eine Verbindung der ver­schiede­nen Kämpfe und Belegschaften zu disku­tieren, lud sie für den 12. Feb­ru­ar zum Tre­f­fen der Kam­pagne gegen Out­sourc­ing ein. (siehe Infokas­ten)

Als let­ztes sprach Wolf­gang Wendt als Teil der Del­e­ga­tion den Streik­enden seine Sol­i­dar­ität aus. Er ist ehe­ma­liger Bus­fahrer bei der BVG und Mit­glied der Basis­gew­erkschafts­gruppe ver.di aktiv. Er betonte, dass der Berlin­er Sen­at auf dem Rück­en von tausenden Beschäftigten Geld eins­pare – sowohl an den Kranken­häusern, wie auch im Nahverkehr.

Tag 2 des Warn­streiks der #Char­ité Facil­i­ty Man­age­ment #CFM. Dutzende Streik­ende zeigen auf Schildern ihre wichtig­sten…

Slået op af Klasse Gegen KlasseFredag den 7. feb­ru­ar 2020

Abgeschlossen wurde der Streik­tag mit ein­er laut­starken Demon­stra­tion über den Cam­pus Vir­chow. Zusät­zlich macht­en die Streik­enden mit ein­er Plakatak­tion auf ihre wichtig­sten Forderun­gen aufmerk­sam. Jede*r Streik­ende hielt möglichst kurz – am besten in einem Wort – seinen oder ihren wichtig­sten Grund für den Streik auf einem A4-Blatt fest. Mit diesen stell­ten sich die Streik­enden ein­mal ent­lang der kom­plet­ten Mit­te­lallee auf.

Neben „Sol­i­dar­ität“, „Zusam­men­halt“, „Gle­ich­er Lohn für Gle­iche Arbeit“ oder „30 Tage Urlaub“ war eine Forderung mit Abstand am häu­fig­sten zu sehen: TVöD!

Am Mon­tag ste­ht eine neue Ver­hand­lungsrunde mit der CFM-Geschäfts­führung an. Da anhand der bish­eri­gen Erfahrun­gen nicht mit einem ernst zu nehmenden Ange­bot zu rech­nen ist, kündigte die Streik­leitung bere­its an, dass der Aus­stand früher oder später aus­geweit­et wird: „In den kom­menden Tagen und Wochen wer­den alle Bere­iche noch ihre Chance bekom­men.“

Tre­f­fen der Kam­pagne gegen Out­sourc­ing
Die Kam­pagne gegen Out­sourc­ing, die auch die Sol­i­dar­itäts­del­e­ga­tio­nen angestoßen hat, lädt am kom­menden Mittwoch zu einem offe­nen Tre­f­fen. Dort soll über die Bedeu­tung des CFM-Streiks und Möglichkeit­en zur Unter­stützung disku­tiert wer­den. Außer­dem sollen andere Kämpfe gegen Out­sourc­ing in Berlin und ihre Zusam­men­führung auch zum 8. März The­ma sein. Alle Unterstützer*innen und Streik­enden der CFM sind ein­ge­laden, sich am Tre­f­fen zu beteili­gen.

Mittwoch, 12.02., 17 Uhr
Otaw­is­traße 15, 13351 Berlin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.