Frauen und LGBTI*

20.000 bei kämpferischer Demo am 8. März in Berlin

Mit einer kraftvollen Demonstration zogen am internationalen Frauenkampftag 20.000 Menschen durch Berlin. Die "Kampagne gegen Outsourcing und Befristung", an der sich auch Brot und Rosen und Klasse Gegen Klasse beteiligen, organisierte einen dynamischen Block mit 150 Teilnehmer*innen.

20.000 bei kämpferischer Demo am 8. März in Berlin

Im Kon­text ein­er weltweit­en Welle von Auf­stän­den und Kämpfen, die in den ver­gan­genen Monat­en den Globus erschüt­tert haben und bei denen Frauen oft­mals in der ersten Rei­he standen, fand auch in Berlin in diesem Jahr erneut eine kämpferische Demon­stra­tion zum 8. März, dem inter­na­tionalen Frauenkampf­tag statt. 20.000 Men­schen zogen in über einem dutzend Blöcke vom Leopold­platz in Berlin-Wed­ding bis zum Alexan­der­platz, wo eine Abschlusskundge­bung stat­tfand.

Die sozial­is­tis­che-fem­i­nis­tis­che Grup­pierung Brot und Rosen, die sich auf der ganzen Welt an Aktio­nen zum 8. März beteiligt hat, nahm in Berlin als Teil der Kam­pagne gegen Out­sourc­ing und Befris­tung gemein­sam mit Arbeiter*innen, Studieren­den und poli­tis­chen Ini­tia­tiv­en an einem Block gegen Out­sourc­ing und Befris­tung mit 150 Men­schen teil.

Lil­ly Schön von der Rev­o­lu­tionären Inter­na­tion­al­is­tis­chen Organ­i­sa­tion (RIO) und Brot und Rosen berichtete live von der Demon­stra­tion:

Block gegen Outsourcing und Befristung

Am Block gegen Out­sourc­ing und Befris­tung mit gut 150 Teilnehmer*innen nah­men unter anderem teil: Studierende und Beschäftigten aus unter­schiedlichen Bere­ichen wie Hochschulen, out­ge­sourcte Reini­gungs­fir­men, die Ini­tia­tive “Schule in Not”, Ver.di Kam­pagne “Für die gute Sache! Aber zu welchem Preis?”, Fu:fair&unbefristet, Sol­i­dar­ität­skomi­tee mit Reiniger*innen an der ASH, Kolleg*innen aus BVG, Wombat’s Hos­tel, Aktivist*innen aus Migrantifa, KlasseGe­gen­Klasse, Brot und Rosen, ver.di aktiv, organize.strike , BAGA, Hände weg vom Wed­ding, Frauen*streikkomitee Wed­ding, Kri­tis­che Medi­zin Berlin, Kiezhaus Agnes Rein­hold und weit­eren.

Die Beschäftigten, Studieren­den und poli­tis­chen und gew­erkschaftlichen Ini­tia­tiv­en, die sich in dem von Brot und Rosen mit ange­führten Block sam­melten, richteten sich gegen die neolib­eralen Maß­nah­men der Bun­des- und Lan­desregierun­gen, die die Arbeiter*innen spal­ten. Sie forderten von der Berlin­er Rot-Rot-Grü­nen Regierung, dass alle aus­ge­lagerten Betriebe eingegliedert sowie Out­sourc­ing und Befris­tun­gen ver­boten wer­den. Diese wer­den beson­ders in Bere­ichen gemacht, in denen viele Frauen und Migrant*innen arbeit­en. Auch drück­te der Block seine Sol­i­dar­ität mit dem Kampf und Streiks der Kolleg*innen von Char­ité Facil­i­ty Man­age­ment (CFM) in Berlin aus, die am Anfang der Woche streik­ten.

Beson­ders prangerte der Block die Ver­ant­wor­tung der SPD in Bun­desregierung und im Berlin­er Sen­at für die Prax­is des Out­sourc­ing, aber auch für die Krim­i­nal­isierung von Schwanger­schaftsab­brüchen und ähn­lichen Angrif­f­en auf Frauen und Queers an. Daher forderten die Anwe­senden vor der Parteizen­trale der Berlin­er SPD die sofor­tige Eingliederung aller Tochterun­ternehmen und die voll­ständi­ge Legal­isierung der Abtrei­bung.

Viele ver­schiedene Red­ner­in­nen macht­en auf die unsicheren und schlecht­en Arbeits­be­din­gun­gen über­all aufmerk­sam und beton­ten die Notwendigkeit der Mobil­isierun­gen und Streiks der Gew­erkschaften gegen jegliche Spal­tung, Sex­is­mus und Ras­sis­mus, wie für die voll­ständi­ge Legal­isierung der Abtrei­bung oder für die Anerken­nung aller Asy­lanträge.

Der Block machte außer­dem auf die anhal­tenden Fem­i­nizide aufmerk­sam und gedachte mit ein­er Schweigeminute der ermorde­ten Homa und ihrer Tochter Tajala, die erst vor weni­gen Tagen in Berlin-Marzahn ermordet wur­den. Eben­falls haben wir über das faschis­tis­che Atten­tat in Hanau gesprochen und zusam­men die Bilder der Ermorde­ten gezeigt und ihre Namen gesagt und so ihrer gedacht. Dabei haben wir klar gesagt, dass der Staat für diese Morde ver­ant­wortlich ist, sowohl in sein­er ras­sis­tis­chen Innen- und Außen­poli­tik – ger­ade angesichts der mil­itärischen Abschot­tung an der türkisch-griechis­chen Gren­ze in diesen Tagen –, als auch durch seine Insti­tu­tio­nen wie den Ver­fas­sungss­chutz, die faschis­tis­che Net­zw­erke deck­en oder sog­ar fördern.

Rassistische und sexistische Spaltung überwinden! Für einen Feminismus der Arbeiter*innen!

Marlen von Brot und Rosen betonte in ihrer Rede nicht nur den Zusam­men­hang von Out­sourc­ing und Befris­tung mit sex­is­tis­chen und ras­sis­tis­chen Struk­turen, son­dern zeigte auf, dass der Kap­i­tal­is­mus von den patri­ar­chalen Struk­turen prof­i­tiert und die impe­ri­al­is­tis­che Poli­tik von Staat­en wie Deutsch­land für Krieg, Umweltzer­störung und Elend beson­ders von Frauen und Queers auf der ganzen Welt ver­ant­wortlich ist. Sie stellte klar: Unser Fem­i­nis­mus ist deshalb klassenkämpferisch, antikap­i­tal­is­tisch, anti­ras­sis­tisch und inter­na­tion­al­is­tisch!

Zum Weit­er­lesen

Ras­sis­tis­che und sex­is­tis­che Spal­tung über­winden! Für einen Fem­i­nis­mus der Arbeiter*innen!
Fly­er der sozial­is­tisch-fem­i­nis­tis­chen Grup­pierung Brot und Rosen zur Frauen*kampftagsdemonstration am 8. März in Berlin

Lisa und Marlen von Brot und Rosen fassen in diesem Video noch ein­mal zusam­men, warum wir an diesem Tag in diesem Block gegen Out­sourc­ing und Befris­tung für einen anti-kap­i­tal­is­tis­chen Fem­i­nis­mus demon­stri­ert haben.

Aktion #ichstreike8m

Schon am Vor­mit­tag hat­te am Robert-Koch-Platz vor dem Char­ité-Uni­ver­sität­sklinikum eine vom Frauen*streik-Komitee Berlin organ­isierte Aktion zur Sol­i­dar­ität mit Beschäftigten am Kranken­haus und in Care-Berufen stattge­fun­den, unter dem Mot­to #ichstreike8m. Auch dort wurde Homa und Tajala gedacht und Aufk­lärung gefordert, ob es sich dabei um einen Mord aus ras­sis­tis­chen Motiv­en han­delte. Eben­falls wur­den inter­na­tion­al­is­tis­che Reden zu Kämpfen von Frauen wie in Iran und Indi­en gehal­ten.

Bei der Aktion sprach Tabea von Brot und Rosen über den Arbeit­skampf bei der Char­ité Facil­i­ty Man­age­ment sowie über die aktuelle Sit­u­a­tion der Reini­gungskräfte an der Alice Salomon Hochschule.

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