Unsere Klasse

Wie Hafenarbeiter:innen Waffenlieferungen bestreiken: drei Beispiele

Die stärksten Waffen der Arbeiter:innenklasse sind Streiks und Mobilisierungen. Wir haben drei von unzähligen Beispielen gesammelt.

Wie Hafenarbeiter:innen Waffenlieferungen bestreiken: drei Beispiele
Qulle: tcly / shutterstock

Oft wird suggeriert man müsse sich in Kriegen zwischen imperialistischen Ländern auf die eine oder die andere Seite schlagen. Doch Arbeiter:innen haben schon unzählige Male bewiesen, dass sie eine eigene, von den Kriegsparteien unabhängige Position einnehmen können. Hier sind drei Beispiele:

In Livorno weigerten sich im Mai 2021 Arbeiter:innen ein Schiff zu entladen, welches eine für Israel bestimmte Waffenlieferung transportierte. Damit zeigten sie ihre Solidarität mit den Palästinenser:innen, die gegen die israelische Besatzung um ihr Leben kämpfen. Durch die gemeinsame Organisierung der Arbeiter:innenklasse und die Mobilisierung durch Gewerkschaften ist es möglich den Transportsektor lahmzulegen.

Auch die Streiks der Hafenarbeiter:innen aus Genua 2019 zeigen ein wichtiges Beispiel für proletarischen Internationalismus auf. Im März 2015 wurde der Jemen zum Schauplatz des Stellvertreter:innenkrieges zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Unter dem Motto “Keine Waffen an Kriegstreiber:innen: Hafen geschlossen für den Krieg” streikten die Hafenarbeiter:innen und weigerten sich Militärgüter für die Invasion im Jemen zu verladen. Zudem forderten sie, das Rettungsschiff Sea Watch 3 in ihrem Hafen empfangen zu dürfen.

In den Jahren 1945 bis 1948 bestreikten australische Hafenarbeiter:innen der Waterside Workers’ Federation Waffenlieferungen an die niederländische Kolonialregierung in Indonesien. Die Hafenarbeiter:innen unterstützten damit die indonesische Unabhängigkeitsbewegung und somit ihren antikolonialen Befreiungskampf. Das britische Hochkommissariat in Australien schätzte den Schaden der Aktion damals auf rund 60 Millionen Pfund.

Eine kämpferische Perspektive

Mobilisierungen und Streiks gegen Kriege und die herrschende Klasse seitens der Arbeiter:innenklasse sind die einzige Möglichkeit um Kriege zu stoppen, den Imperialismus zu besiegen und einen wirklichen langfristigen Frieden zu sichern. Lösungen von den bürgerlich kapitalistischen Parteien hingegen schaffen keine friedliche Perspektive, wie uns erst kürzlich eindrücklich in Afghanistan gezeigt wurde.

Für die Arbeiter:innen in Russland bedeutet dies, sich nun gemeinsam zu organisieren und z. B. die Lieferungen von Waffen und die Logistik des Militärs zu bestreiken! Das ist die einzige Möglichkeit den imperialistischen Krieg mittels einer linken Antwort zu stoppen.

Auszüge einer aktuellen Stellungnahme einer Gruppe russischer Sozialist:innen Socialisticheskaja Alternativa vom 24. Februar 2022 lauten:

“Wir müssen eine Anti-Kriegs-Bewegung von unten aufbauen, die in den Betrieben und Universitäten verankert und in der Lage ist, durch Streiks und Massenproteste ein Ende des Krieges und die Rückkehr der Truppen nach Hause durchzusetzen. Sprecht mit allen in eurem Umfeld – Familie, Freund:innen, Kolleg:innen, Kommiliton:innen – darüber, dass der Krieg beendet werden muss; dass Solidarität mit den Ukrainer:innen, die unter Putins militärischer Aggression leiden, notwendig ist.

Geht alleine oder gemeinsam mit solidarischen Menschen auf die Straße, um Plakate aufzuhängen und Anti-Kriegs-Flugblätter zu verteilen. Es ist äußerst wichtig, die Haltung gegen den Krieg sichtbar zu machen: Viele Menschen wollen keinen Krieg, aber Putins Propaganda versucht, sie davon zu überzeugen, dass er unvermeidlich ist. Daher ist es wichtig, Antikriegspropaganda auf allen möglichen Wegen in der Öffentlichkeit zu betreiben, nicht nur im Internet. (…)

Wie die Erfahrung der Proteste gegen den Krieg im Irak und in Afghanistan zeigt, können diese jedoch erfolglos Monate und sogar Jahre andauern. Wir müssen den wichtigsten Teil der Kriegsmaschinerie treffen – die Wirtschaft und die Profite der herrschenden Klasse –, und dazu müssen wir Massenstreiks organisieren. Sie haben das stärkste Potenzial, selbst einen bereits laufenden Krieg zu beenden. (…)”

Nur durch einen gemeinsamen Kampf der Arbeiter:innenklasse und Unterdrückten gegen die herrschende Klasse der Kapitalist:innen kann ein Ende von Gewalt, Imperialismus, sowie der kapitalistischen Ausbeutung und von Kriegen erlangt werden.

One thought on “Wie Hafenarbeiter:innen Waffenlieferungen bestreiken: drei Beispiele

  1. Jarosch sagt:

    Und warum streiken keine deutschen Arbeiter beim verladen von Kriegsgütern? Italien und Griechenland machen es bereits, weil dort die Gewerkschaft dazu aufgerufen hat! Wo bleibt Verdi und die IG?

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