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VSG-Streik geht in die fünfte Woche

Am Dienstagmorgen trafen sich die Beschäftigten der VSG zum 28. Streiktag in Folge. Damit ist der Streik jetzt schon der längste in der Geschichte von Vivantes. Und der Streik wird weiter fortgesetzt. Die Entschlossenheit der Kolleg*innen ist ungebrochen.

VSG-Streik geht in die fünfte Woche

Foto: Ingo Müller

Mit einem Video des Aktion­stags gegen Prekarisierung am Fre­itag startete die Streikver­samm­lung. Knapp 70 Beschäftigte und sol­i­darische Unterstützer*innen disku­tierten im ver.di-Haus über den Streik, die Auswirkun­gen und die weit­ere Streik­tak­tik. Auch diese Woche haben sich wieder neue Kolleg*innen dem Arbeit­skampf angeschlossen. Die Wut viel­er Kolleg*innen richtete sich dabei vor allem gegen die Geschäfts­führung, die immer­hin ein Vielfach­es von dem ver­di­ent, mit dem die Beschäfti­gen jeden Monat nach Hause gehen müssen. Allein Vivantes-Chefin Andrea Grebe ver­di­ent 481.000 (!) Euro im Jahr. Die Tak­tik der Geschäfts­führung in diesem Streik ist dabei klar. Ignori­eren und klein reden.

Doch die Kolleg*innen lassen sich davon nicht ein­schüchtern. Auch bei dieser Streikver­samm­lung wurde berichtet, dass Vivantes vor allem Dien­ste in der Ster­il­i­sa­tion nach Ham­burg und Neu­rup­ping aus­lagern musste, weil durch den Streik zu wenig Beschäftigte in Berlin vorhan­den sind. Daneben hat die Geschäfts­führung bere­its in den let­zten Wochen ungel­ernte Beschäftigte in der Ster­il­i­sa­tion einge­set­zt und damit nicht nur gegen Not­di­en­stvere­in­barung ver­stoßen, son­dern let­ztlich auf dem Rück­en der Patient*innen die gew­erkschafts­feindliche Poli­tik fort­ge­führt.

Auch am Sen­at ließen viele Kolleg*innen kein gutes Haar. Immer­hin seit zwei Jahren befind­et sich die VSG im Tar­ifkampf, der Sen­at hat es bish­er bei leeren Ver­sprechun­gen belassen. Der regierende Bürg­er­meis­ter Michael Müller hat­te sich zulet­zt beim “Arbeit­nehmeremp­fang” ver­wun­dert gezeigt, dass der Tar­ifkampf immer noch schwelt. Als ob der Sen­at für die 100-prozentige Tochterge­sellschaft des kom­mu­nalen Kranken­haus-Konz­erns Vivantes nicht ver­ant­wortlich wäre. Der Besuch der VSG-Streik­enden sowie die weit­eren Auftritte am 1. und am 4. Mai dürften dem Gedächt­nis dabei ein wenig auf die Sprünge geholfen haben.

Wie weiter?

Die Mei­n­ung viel­er Kolleg*innen auf der Ver­samm­lung war klar. Ein Streik­ab­bruch ohne ein Ent­ge­genkom­men der Geschäfts­führung kommt nicht in Frage. Beson­ders die unter­sten Einkom­mensgrup­pen sollen beson­ders berück­sichtigt wer­den. Weit­er­hin unter­strichen die Beschäftigten ihre Forderun­gen nach ein­er 100-prozenti­gen Über­nahme in den Man­teltar­ifver­trag und ein­er angemesse­nen Regelung der Altersvor­sorge. In dem Sinne haben die Kolleg*innen auch eine weit­ere Ver­längerung des Streiks bis ein­schließlich näch­ste Woche Mon­tag beschlossen.

Damit über­schnei­det sich der Streik erneut mit dem der stu­den­tisch Beschäftigten (TV Stud), die die gesamte näch­ste Woche zum Streik aufgerufen sind. Der Aktion­stag vom 4. Mai hat bere­its angedeutet, dass der VSG-Streik mit TV Stud und vie­len weit­eren gew­erkschaftlichen Aktivist*innen starke Ver­bün­dete hat. Ein Erfolg des VSG-Streiks wäre ein bedeu­ten­des Sig­nal für die Kämpfe von Beschäftigten in Kranken­häusern und andere Unternehmen im Ver­ant­wor­tungs­bere­ich des Lan­des Berlin. Allein der Vivantes-Konz­ern unter­hält mehr als ein Dutzend Tochterun­ternehmen, in denen sie ihre Poli­tik der Tar­if­flucht und des Lohn­dump­ings durch­set­zen.

One thought on “VSG-Streik geht in die fünfte Woche

  1. Martina Korsch sagt:

    Sehr gut geschrieben und voll auf den Punkt gebracht! Meinen Respekt habt ihr auf jeden Fall. Wir hof­fen inständig, dass wir gemein­sam endlich etwas bewirken kön­nen ? es wird Zeit, es ist 5 vor zwölf!

    sol­i­darische Grüße

    Mar­ti­na Korsch, KFH Steri

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