Deutschland

[Video] Nach OP an Wirbelsäule und Bein: Aktivist*innen klagen BAMF in Deggendorf an

Die Angst, abgeschoben zu werden, bracht Mohammed dazu, aus der Deggendorfer Ausländerbehörde zu fliehen. Die Polizei verfolgte ihn, er stürzte vom 4. Stock des Gebäudes. Die Polizei schiebt die Schuld auf das BAMF.

[Video] Nach OP an Wirbelsäule und Bein: Aktivist*innen klagen BAMF in Deggendorf an

Die Kundge­bung war nicht groß. Aber es war klar, gegen wen sie sich richtete. Am Woch­enende protestierten zwei Dutzend Men­schen in Deggen­dorf vor der Aus­län­der­be­hörde, unweit eines Lagers für knapp 1000 Men­schen. Die Kundge­bung war dazu gedacht, den Men­schen in den Lagern die Möglichkeit zu geben, über ihre Sit­u­a­tion zu bericht­en und zu protestieren. Die Secu­ri­ty ver­suchte jedoch den Kon­takt zwis­chen den Men­schen im und außer­halb des Lagers zu unterbinden.

Vor über zwei Wochen war Mohammed Awa Cisse aus über zehn Metern zu Boden gestürzt, als er kurzfristig erfahren hat­te, abgeschoben zu wer­den. Um der Abschiebung zu ent­ge­hen, sprang er aus dem Fen­ster eines Zim­mers der Aus­län­der­be­hörde auf das angren­zende Dach. Beim Ver­such weit­er zu fliehen, kam es zum Absturz. Die Polizei war ihm dicht auf den Fersen. Nun liegt er immer noch im Kranken­haus, unfähig sich selb­st zu bewe­gen. Laut Aktivist*innen wie Sam­ba kommt sowas häu­figer vor. Er bringt den Unmut über die Sit­u­a­tion viel­er Men­schen in den Lagern auf die Straße.

Das Lager in Deggen­dorf ist ein Ort, an dem sich immer wieder Protest regt. Die Men­schen in den Lagern wer­den isoliert, sie trauen sich nicht ein­mal, ihre grundle­gen­den demokratis­chen Rechte wahr zu nehmen — aus Angst vor Repres­sion. Das Lager­sys­tem gehört abgeschafft! Unser Kampf um demokratis­che Rechte fängt in Deggen­dorf an und hört in Karl­sruhe nicht auf.

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