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[VIDEO] 1. Mai: Für eine Internationale der sozialistischen Revolution!

Die Organisationen der Trotzkistischen Fraktion – Vierte Internationale präsentieren in virtuellem Format das Manifest "Die kapitalistische Katastrophe und der Kampf für eine Internationale der sozialistischen Revolution", das vor kurzem erschienen ist.

[VIDEO] 1. Mai: Für eine Internationale der sozialistischen Revolution!

Das Manifest wurde vor kurzem von den Organisationen veröffentlicht, die der Trotzkistischen Fraktion – Vierte Internationale angehören und die das Internationale Netzwerk La Izquierda Diario vorantreiben. Genoss:innen aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, den USA, Mexiko, Costa Rica, Peru, Venezuela, Bolivien, Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien stellen an dieser Stelle in virtuellem Format das Manifest.

Schaue das Video hier in voller Länge:

Genoss:innen aus Deutschland, Costa Rica, Italien, Peru, Uruguay und Frankreich eröffneten die Präsentation. Wie es in der Einleitung heißt:

Dieses Manifest wurde von der Trotzkistischen Fraktion-Vierte Internationale verfasst. Es nimmt sich vor, die Debatte über die Notwendigkeit einer Bewegung für eine Internationale der sozialistischen Revolution wieder aufzunehmen. Es richtet sich an die Avantgarde der Jugend, der Arbeiter:innenklasse und der Unterdrückten, die anfängt, sich in Bewegung zu setzen und die gemeinsam mit den großen Massen die Welle der Revolten und Generalstreiks in verschiedenen Teilen der Welt angeführt hat. (…) Wir wollen eine revolutionäre, internationalistische und sozialistische Perspektive zurückerobern, um ein System zu zerstören, das den Untergang verdient. Wir richten uns auch an diejenigen Organisationen und Einzelpersonen der trotzkistischen Bewegung und internationalistische Organisationen, die es ebenso wichtig finden, in der Debatte über den Vorschlag einer Bewegung für eine Internationale der sozialistischen Revolution voranzukommen, die auf den Lehren des Klassenkampfes basiert.

Brasilien

Letícia Parks, Aktivistin der Movimento Revolucionário dos Trabalhadores, Gründerin von Quilombo Vermelho und Herausgeberin des Buches „Mulheres Negras e Marxismo“.

Leticia wies auf die katastrophale gesundheitliche und wirtschaftliche Situation in Brasilien hin, die Schwarze und arme Frauen am stärksten trifft. Sie prangerte die Aneignung von Impfstoffen durch imperialistische Länder und Pharmakonzerne an und wies auf die Bedeutung des antiimperialistischen Kampfes und für die Abschaffung von Patenten hin. Nur so kann die weitere Eskalation der Todeszahlen gestoppt werden, die sich in Brasilien bereits auf 400.000 Menschen beläuft.

Sie forderte die Verbindung zwischen der Arbeiter:innenklasse und dem Kampf der Schwarzen, „inspiriert durch den Kampf von Frauen wie Dandara de Palmares, in der Geschichte der haitianischen Revolution und in Mobilisierungen wie Black Lives Matter, die Schwarze und Weiße für Gerechtigkeit für George Floyd vereinten“.

Leticia prangerte auch das Putschregime an, das heute die Arbeiter:innenklasse mehr denn je angreift. Aber sie wies auch auf die Verantwortung der PT unter Lula da Silva hin, die eine versöhnliche Rolle spielt und die Unzufriedenheit der Massen in friedliche Bahnen kanalisieren will, genauso wie es innerhalb der Arbeiter:innenbewegung die Gewerkschaftsbürokratie wie die CUT tut.

Der Kampf, den wir als MRT und mit Esquerda Diario kämpfen, ist für ein Programm, damit die Krise von den Kapitalist:innen bezahlt wird, und für eine neue freie und souveräne Verfassungsgebende Versammlung, die durch die Mobilisierung errungen wird, um das gesamte Putschregime zu besiegen.

Mexiko

Flora Aco, junge Staatsangestellte, die nach hartem Kampf wieder eingestellt wurde. Spitzenkandidatin der Front der Antikapitalistischen Linken in Mexiko-Stadt. Mitglied der Movimiento de Trabajadores Socialistas (MTS).

Flora prangerte die migrationsfeindliche Politik der Regierung von Joe Biden in den USA an, die im Wesentlichen die Politik von Donald Trump fortsetzt und im Gegensatz zu der Bewegungsfreiheit steht, den die transnationalen Konzerne genießen, um Millionen von Arbeiter:innen in den Maquilas auszubeuten und die natürlichen Ressourcen der lateinamerikanischen Länder zu plündern.

Sie betonte die Notwendigkeit der Einheit der Arbeiter:innenklasse auf beiden Seiten der Grenze gegen die fremdenfeindliche Politik, für Bewegungsfreiheit und volle Rechte für Migrant:innen und für die Nichtbezahlung der Schulden und ein Ende der Militarisierung als Teil des Kampfes gegen den Imperialismus in ganz Lateinamerika und der Karibik.

Die Arbeiter:innenklasse ist einig und ohne Grenzen, es lebe der Internationalismus der Arbeiter:innen!

Chile

Joseffe Cáceres, Reinigungskraft und Leiterin der Vereinigung der Beschäftigten der UMCE. Mitglied der Partido de Trabajadores Revolucionarios (PTR). Kandidatin für den Verfassungskonvent.

Jo Cáceres erinnerte an die enorme Rebellion der arbeitenden Massen in Chile, die das von der Pinochet-Diktatur geerbte Regime in die Schranken wiesen. Die Rebellion war Teil einer internationalen Welle von Kämpfen, wie auch die Gelbwesten in Frankreich, die Rebellion in Katalonien, neben vielen anderen Ländern.

Sie sagte, dass der „Verfassungskonvent“ mit Piñera an der Macht und mit den Regeln des Regimes ein Ablenkungsmanöver war, um die Ausbreitung des Kampfes zu verhindern, der nicht nur von der Rechten und der alten Concertación unterstützt wurde, sondern auch von der neoreformistischen Frente Amplio, unterstützt durch den Waffenstillstand, der von den Gewerkschaftsführungen unter Führung der Kommunistischen Partei garantiert wurde.

Jo erzählte von der Intervention der Partido Revolucionario de los Trabajadores in dieser enormen Massenbewegung, die die Organisation von unten und die Koordinierung der Gewerkschaften und der Massen vorantrieb.

Sie erzählte auch von dem revolutionären Geist, der die Intervention der PTR in die manipulierte verfassungsgebende Versammlung antreibt, die sich mit den Bannern der Rebellion an vorderster Front darauf vorbereitet,

die Pakte des Regimes anzuprangern und dafür, dass die Arbeiter:innenklasse und die Massen auf den Weg des Kampfes und der Organisierung zurückkehren, wie es das Beispiel des Notstands- und Schutzkomitees von Antofagasta zeigte.

Bolivien

Violeta Tamayo, Anführerin von Pan y Rosas und der Liga Obrera Revolucionaria (LOR-CI)

Violeta Tamayo begann mit einem Bericht über die Krise der Regime, die sich in den jüngsten Wahlprozessen in Ecuador und Peru zeigt. Eine Krise, aus der Bolivien mit dem militärischen, polizeilichen, pro-unternehmerischen, rassistischen und klerikalen Putsch im Jahr 2019 nicht entkommen wird. Sie wies auch auf die versöhnliche und eindämmende Rolle der MAS hin, die die Niederlage der Putschist:innen nach dem großen Massenaufstand, der die Wahlen vom Oktober 2020 erzwang, nicht zu Ende führt.

Diese Politik will diese Reformismen in das kleinere Übel der herrschenden Klassen verwandeln. Das Regime ist schwach, instabil und versucht, die tiefen sozialen Widersprüche auf später zu verschieben, die weiterhin existieren.

Violeta verwies auch auf die Außenpolitik von Arce Catacora, dessen Ausrichtung auf China ihn dazu gebracht hat, sich gegen die Jugend Myanmars in ihrem Kampf gegen den Putsch zu positionieren, der bereits 700 Tote gefordert hat.

Sie wandte sich an die neuen Sektoren der Jugend, der Frauen, der indigenen Völker und der Arbeiter:innen, die sich dem Kampf anschließen und die Erfahrungen mit der MAS und anderen bürgerlich-populistischen und indigenistischen Strömungen machen. Jene Strömungen sind bereit, friedliche Vereinbarungen mit den herrschenden Klassen zu treffen. Deshalb rief Violeta diese Sektoren auf auf, „die Lektionen aus diesen Kämpfen zu ziehen, mit dem Anspruch, revolutionäre Organisationen zu schmieden, die im Dienste des Kampfes gegen den Kapitalismus und für den Sozialismus stehen“.

Venezuela

Angel Arias, Staatsangestellter und Anführer der Liga de Trabajadores por el Socialismo (LTS)

Angel Arias verwies auf das Drama des venezolanischen Volkes, das die Sackgasse aufzeigt, in die die bürgerlich-nationalistischen Projekte des Chavismus führen. Denn sie können keine Alternative zur nationalen Rechten bieten, die vom Imperialismus gefördert und von der kontinentalen Rechten unterstützt wird.

Ángel erklärte, dass, obwohl Chávez von „Revolution“ und „Sozialismus“ sprach, die Mechanismen der Abhängigkeit und Unterwerfung unter den imperialistischen Kapitalismus beibehalten wurden, ebenso wie die Struktur des abhängigen Rentier-Kapitalismus, während die Organisationen der Arbeiter:innen, des Volkes und der Bäuer:innen unter der Disziplin des Staates fest eingehegt wurden.

Diese Elemente kamen in ihrer ganzen reaktionären Dimension zum Vorschein, als sich die wirtschaftlichen Bedingungen änderten und das Regime in eine zutiefst antisoziale und repressive Phase überging und zu einer quasi-diktatorischen Regierung wurde.

Er bezog sich auf die Dutzenden von inhaftierten Arbeiter:innen, deren Freiheit er forderte, und erinnerte an den Fall von Rodney Alvarez, der 10 Jahre ohne Prozess und Urteil im Gefängnis sitzen wird. Er hob den Kampf gegen die Einmischung des US-Imperialismus hervor, der mit dem Ziel der Einsetzung einer Marionettenregierung Sanktionen und Beschlagnahmungen verhängte, die die nationale Souveränität verletzen und die Nöte des venezolanischen Volkes vertiefen. Er prangerte auch Maduros „Anti-Blockade-Gesetz“ an, das die Übergabe von nationalen Unternehmen und Ressourcen an transnationales und nationales Privatkapital ermöglicht.

Angel schloss mit einem Gruß an den landesweiten Streik, der am 28. April in Kolumbien mit massiven Mobilisierungen gegen Duques Steuerreform und gegen die Kriminalisierung und Unterdrückung sozialer Kämpfe durchgeführt wurde.

Argentinien

Julieta Katcoff, Arbeiterin und Referentin des Krankenhauses Castro Rendon, Stadträtin, die für die Frente de Izquierda in den Stadtrat von Neuquén gewählt wurde, und Mitglied der PTS.

Aus Argentinien sprach Julieta als Teil der riesigen Bewegung von Gesundheitsarbeiter:innen in der südlichen Provinz Neuquén, die vor kurzem die Provinzregierung gezwungen haben, Lohnverbesserungen weit über dem auszuzaheln, was die Regierung mit der Gewerkschaftsbürokratie ausgehandelt hatte.

Sie wollten uns diskreditieren und sagten uns, wir seien „Elefanten“, weil „wir keine Form“ hätten. Wir antworteten auf diese Beleidigung: Ja, wir sind Elefanten, denn wir haben ein Gedächtnis und wir sind stark und wir laufen in einer Herde.

Sie betonte die Bedeutung der demokratischen Versammlungen in jedem Krankenhaus, jedem Gesundheitszentrum, aber auch die Tradition der krankenhausübergreifenden Versammlung, um die Aktionen der Arbeiter:innen aus der ganzen Provinz zu vereinen.

Als Teil der Agrupación Violeta Negra, die sich aus der PTS und unabhängigen Kolleg:innen zusammensetzt, betonte sie den Impuls der Einheit und der effektiven Koordination mit anderen Sektoren in der Perspektive, den Gewerkschaften einen provinzweiten Streik für alle Forderungen der Arbeiter:innen aufzuzwingen.

Sie verwies auf die breite Unterstützung der Bevölkerung und die Einheit mit dem Volk der Mapuche, mit dem sie wichtige Blockaden der Ölrouten durchführten. Sie prangerte die Ausplünderung durch die multinationalen Konzerne und die extraktivistische Politik an, die auf dem ganzen Kontinent mit der Komplizenschaft der nationalen und provinziellen Regierungen aller Farben betrieben wird.

Raúl Godoy, Anführer der Partido de Trabajadores Socialistas (PTS), Zanon-Keramikarbeiter und ehemaliger Provinzabgeordneter von Neuquén.

Raúl Godoy, ebenfalls aus Neuquén, Argentinien, bezeichnete die Gewerkschaftsbürokratien als Ausdruck des Eindringens des Staates in die Arbeiter:innenklasse und die sozialen Bewegungen.

Ihre Funktion besteht darin, den Klassenkampf den Verhandlungen über korporative Forderungen unterzuordnen und die Arbeiter:innenklasse und ihre Verbündeten als Teilbewegungen zu halten, ohne den Kapitalismus in seinem Kern in Frage zu stellen.

Aus diesem Grund betonte er die Notwendigkeit, die Reihen der Arbeiter:innen zu vereinen, wofür es von grundlegender Bedeutung ist, Instanzen der Koordination und Selbstorganisation zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist der Kampf von Zanon und der Gewerkschaft der Keramikarbeiter:innen, die zusammen mit der Arbeitslosenbewegung, anderen Sektoren der Arbeiter:innen und der klassenkämpferischen Linken das regionale Koordinationskomitee des Alto Valle vorantrieben. Er würdigte auch die Allianz mit dem Volk der Mapuche, das von den Ölgesellschaften belagert wird, mit der Jugend der Gymnasien und Universitäten, mit Künstler:innen usw.

Er erinnerte an die Rolle, die der Kirchnerismus bei der Neuzusammensetzung der Autorität des Staates und der Enteignung der Forderungen der Bevölkerung nach 2001 gespielt hat, und an die Rolle des „kleineren Übels“, die er heute spielt, um die Anpassungsmaßnahmen zu verwalten.

In diesem Sinne erzählte er vom Kampf der Frente de Izquierda-Unidad dafür, dass die Stimme der Arbeiter:innenklasse auf der nationalen politischen Bühne zum Ausdruck kommt. Als Beispiel nannte er die Anprangerung der Spekulation und Geschäfte mit Impstoffen durch die FIT-Abgeordneten Myriam Bregman und Nicolás del Caño. Stattdessen fordern sie die Abschaffung der Patente und die Erklärung der Gemeinnützigkeit der herstellenden Labors.

Raúl erzählte von der Versammlung, die am 17. April in der von den Arbeiter:innen selbstverwalteten Druckerei Madygraf stattfand, und dem großen Tag der Mobilisierung am 27. April, der alle Kämpfe in Buenos Aires und im Großraum Buenos Aires, von Beschäftigten und Arbeitslosen, auf der Straße vereinte.

In diesem Sinne erinnerte er an das Notstands- und Schutzkomitee, das die PTR während des chilenischen Aufstands in der nördlichen Stadt Antofagasta vorantrieb und in dem sich Gewerkschaften aus der Metallindustrie, Hafenarbeiter:innen, Lehrer:innen, prekäre Jugendliche und Komitees aus den armen Vierteln zusammenfanden, die die Führung bei der Organisation und dem Aufruf zum Generalstreik übernahmen, der die Piñera-Regierung erzittern ließ.

„Diese Politik des Kampfes für die Selbstorganisation sowie für die Einheitsfront der Arbeiter:innenklasse und ihre Einheit mit den unterdrückten Sektoren ist ein grundlegendes Banner des Kampfes zum Aufbau revolutionärer Parteien in jedem Land und einer Internationale der sozialistischen Revolution“, sagte Raúl, und er rief alle auf, dem Internationalen Netzwerk La Izquierda Diario beizutreten, das im Dienste dieser Politik steht.

Italien

Scilla Di Pietro, Gastronomiearbeiterin, Mitglied der Frazione Internazionalista Rivoluzionaria (FIR) und Redakteurin von La Voce delle Lotte

Scilla Di Pietro sagte, dass verschiedene kämpferische Sektoren gegen Entlassungen, Prekarität und das Fehlen von Gesundheitsmaßnahmen auf die Straße gehen, während Bosse, multinationale Unternehmen und die Regierung des Bankiers Draghi die tausenden Todesfällen durch Covid-19 normalisieren. Sie wies auf die Notwendigkeit hin, diese Kämpfe im gleichen Programm und in der gleichen Aktion zu vereinen, um sowohl gegen die Kapitalist:innen als auch gegen die Gewerkschaftsbürokratie, die die Wut und die Mobilisierung der Arbeiter:innen zu stoppen sucht, zuzuschlagen. In diesem Sinne sprach sie die Notwendigkeit an,

den täglichen Kampf für Minimalforderungen nicht von tieferen Forderungen nach Gleichheit, sozialer Gerechtigkeit – kurz gesagt, kurz gesagt, den Kampf für eine bessere Zukunft – zu trennen.

Als Beispiele nannte sie unter anderem die Verkürzung des Arbeitstages auf sechs Stunden ohne Gehaltskürzung, um die Geißel der Arbeitslosigkeit zu beseitigen, genauso wie den Kampf für gleiche Löhne und Bedingungen für Frauen und Migrant:innen und für einen Mindestlohn, der ausreicht, um ein menschenwürdiges Leben zu führen und der automatisch an den Anstieg der Preise gekoppelt ist.

Spanischer Staat

Pablo Castilla, Student und Aktivist von Contracorrent Barcelona und der Corriente Revolucionaria de Trabajadoras y Trabajadores (CRT) des Spanischen Staates.

Pablo war Teil der tausenden jungen Menschen, die gegen die Inhaftierung des Rappers Pablo Hasél auf die Straße gingen. Er sagte, dass es im Spanischen Staat ein Verbrechen sei, ein Lied gegen die Monarchie zu machen, und prangerte an, dass die königliche Familie, Erbe des Franquismus, auf Kosten des Volkes im Luxus lebt, während sich Elend und Arbeitslosigkeit ausbreiten.

Er sagte, dass die Ablehnung der Monarchie unter der Jugend massiv sei, was sich in den von der Gruppe Contracorriente geförderten Referenden an den Universitäten gezeigt habe. Auch dass in Katalonien Dutzende von katalanischen Politiker:innen inhaftiert wurden, weil sie ein Referendum über ihre Autonomie organisiert hatten – ein Kampf, der immer noch lebendig ist und in dem unsere Genoss:innen für eine von den bürgerlichen Führungen unabhängige Politik kämpfen.

Pablo betonte auch die Wut über die polizeiliche Repression durch die „fortschrittliche“ Regierung oder die katalanische Regierung, im Zusammenhang mit der großen Krise, die die Jugend betrifft und aus der die extreme Rechte mit ihren rassistischen und fremdenfeindlichen Reden Kapital zu schlagen versucht.

Von der Jugend aus werden wir an vorderster Front gegen die extreme Rechte antreten. Denn ob einheimisch oder ausländisch, wir sind die gleiche Arbeiter:innenklasse.

Er prangerte auch an, dass die europäischen Regierungen die Pandemie ausnutzen, um ihre Repressionsapparate, ihre imperialistische Politik und die kriminelle Grenzpolitik zu verstärken, die das Mittelmeer in ein Massengrab verwandelt hat. Und dass die PSOE-Unidas-Podemos-Regierung – obwohl sie behauptet, die „fortschrittlichste in der Geschichte“ zu sein – nichts weiter getan hat, als die riesige soziale Krise notdürftig zu flicken und Milliarden von Euro an das Großkapital zu verschenken.

Entgegen ihres Diskurses, dass nur Krümel zu bekommen sind, schlagen unsere Genoss:innen vor, „die Wut in Organisation umzuwandeln, die studentische und prekäre Jugend in der Perspektive zu gruppieren, zusammen mit der Arbeiter:innenklasse gegen dieses kapitalistische System zu kämpfen, dem wir nichts schulden. Es geht um unser Leben, unsere Zukunft“.

Vereinigte Staaten

Tristan Taylor, Organisator aus Detroit und Gründungsmitglied von Detroit Will Breathe (DWB) und Mitglied von Left Voice

Tristan ist Teil der großen antirassistischen Bewegung in den USA und Mitglieder der Gruppe Detroit Will Breathe. Er sagte, dass die strafrechtliche Verfolgung und Verurteilung des Polizisten, der George Floyd ermordet hat, das Ergebnis von Massenmobilisierungen war, an denen etwa 26 Millionen Menschen beteiligt waren, und ein großer Schlag gegen die Straflosigkeit der Polizei und proto-faschistische Bewegungen ist.

Er betonte den rassistischen Charakter des US-Staates und die untrennbare Verbindung zwischen Kapitalismus und Rassismus.

Tristan erklärte, dass, obwohl die Krise des US-Imperialismus neue Szenarien für den Klassenkampf im Jahr 2020 eröffnete, Joe Biden und seine reformistische Agenda ein Gefühl der Stabilität vermittelen, das zum großen Teil von progressiven Figuren und Organisationen wie der „Squad“, Bernie Sanders oder der DSA gestützt wird. Eine Situation, die sich insofern ändern kann, als dass die jüngsten Tendenzen des Klassenkampfes reaktiviert werden, wenn die sozioökonomischen Bedingungen nicht den Erwartungen der Arbeiter:innenklasse entsprechen. Hierfür ist es notwendig, sich vorzubereiten.

Er betonte auch die Notwendigkeit, die Banner der Befreiung der Schwarzen und gegen die Unterdrückung von ethnischen Minderheiten und Migrant:innen zu ergreifen,

weil die Gewerkschaftsbürokratie und die Bürokratien der antirassistischen Organisationen und Bewegungen, die als Agenten der Demokratischen Partei handeln, unermüdlich versuchen, die Kämpfe gegen den Rassismus von den Kämpfen der Arbeiter:innenbewegung zu trennen.

Diese Tendenz zeigte sich bei dem Versuch von 5000 Arbeiter:innen, bei Amazon in Bessemer, Alabama, eine Gewerkschaft zu gründen.

Seine Organisation Detroit Will Breathe ist Teil der antirassistischen Avantgarde in der Rostgürtelstadt Detroit mit dem größten Schwarzen Proletariat des Landes. Dort kämpfen sie für die politische Unabhängigkeit der Bewegung gegenüber den Demokraten und für eine Perspektive des Klassenkampfes. In diesem Sinne hob er das von Left Voice unterstützte Manifest und seinen antiimperialistischen Inhalt als ein Werkzeug für den Dialog zwischen der Avantgarde der Arbeiter:innen und der Jugend hervor.

„Wir wollen mit all diesen Sektoren diskutieren, welche Schritte wir unternehmen müssen, um die Organisation aufzubauen, die die Schwarze Bewegung und die Arbeiter:innenklasse verdienen und brauchen, um das Regime der republikanischen und demokratischen Parteien herauszufordern, das für die Kapitalist:innen regiert und unsere Communitys schikaniert.“

Frankreich

Anasse Kazib, französischer Eisenbahnarbeiter und Mitglied der Courant Communiste Révolutionnaire in der NPA und Vorkandidat für die Präsidentschaftswahl

Anasse betonte den Aufschwung der Arbeiter:innenklasse weltweit. Die Pandemie zeigte den essentiellen Charakter der Arbeiter:innenklasse, aber auch ihre Stärke im Klassenkampf. Er erinnerte an die Bedeutung des Kampfes der Transportarbeiter:innen gegen die Regierung von Emmanuel Macron im Jahr 2019, ein massiver und unbefristeter Streik gegen die Rentenreform, der zur Koordination verschiedener Sektoren führte.

Er bemerkte, dass verschiedene Sektoren in den Kampf getreten sind, aber dass die Arbeiter:innenklasse in Frankreich gespalten ist, zwischen Festangestellten und Prekären, zwischen gewerkschaftlich organisierten und nicht gewerkschaftlich organisierten, Männern und Frauen und auch zwischen französischen und migrantischen Arbeiter:innen. Das wird von der Bourgeoisie und der extremen Rechten von Marine Le Pen benutzt, um die einen gegen die anderen auszuspielen.

Deshalb ist es notwendig, Brücken zu bauen zwischen den Kämpfen und Forderungen und den Problemen der Gesellschaft wie Rassismus, der Unterdrückung von Frauen und LGBT-Personen und allen Themen, die mit der Umwelt zusammenhängen.

Anasse nannte als Beispiel für diese Politik die Unterstützung für die Gelbwesten entgegen der Verurteilung von Seiten der Gewerkschaftsbürokratien, oder den jüngsten Kampf in der Total-Raffinerie in Grandpuits, wo wir zum ersten Mal eine beispiellose Allianz zwischen streikenden Raffineriearbeiter:innen und Umweltaktivist:innen gegen das „Greenwashing“ des Unternehmens sehen konnten.

Er sagte, dass trotz der historischen Tradition und Stärke der trotzkistischen Bewegung in Frankreich die radikale Linke nicht in der Lage war, aus dem Aufkommen einer neuen radikalen Generation von Arbeiter:innen Kapital zu schlagen oder in sie einzugreifen. In diesem Sinne nahm er seine eigene Erfahrung als Beispiel dafür, dass die Verschmelzung zwischen dem revolutionären Marxismus und dieser neuen kämpferischen Arbeiter:innengeneration möglich ist. Deshalb schlagen unsere Genoss:innen in Frankreich die Idee einer Revolutionären Arbeiter:innenpartei vor und kämpfen dafür seit Jahren in der NPA.

Anasse erklärte auch die Bedeutung seiner Vorkandidatur für die Präsidentschaftswahlen im Rahmen der politischen Auseinandersetzungen innerhalb der NPA. Ein Kampf, den die Genoss:innen der CCR-Révolution Permanente führen,

um hier in Frankreich einen Trotzkismus wieder aufzubauen, der auf der Höhe des Klassenkampfs der letzten Jahre agiert, aber auch angesichts der Herausforderungen, die vor uns liegen. Der Kampf, den wir hier in Frankreich führen, in einem Land, das das Zentrum der trotzkistischen Bewegung war, wo 1938 die Vierte Internationale gegründet wurde, ist für uns untrennbar mit dem Kampf zum Aufbau einer revolutionären Internationale verbunden.

Er erklärte auch, dass wir mit dem Manifest im Angesicht der kapitalistischen Katastrophe, für eine Internationale der sozialistischen Revolution, Tausende von Arbeiter:innen und Jugendlichen auf der ganzen Welt davon überzeugen wollen, dass wir nicht für die Krise bezahlen müssen, und stattdessen den Weg zu einer Gesellschaft frei von allen Formen der Ausbeutung und Unterdrückung eröffnen.

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