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Verteidigungskomitee in Barcelona einstimmig für Generalstreik

In der vergangenen Woche einigte sich das Komitee zur Verteidigung der Republik (CDR) in Nou Barris in Barcelona auf eine Erklärung, in der sie weitere Generalstreiks und Mobilisierungen forderten.

Verteidigungskomitee in Barcelona einstimmig für Generalstreik

Am Mon­tag hat das CDR von Nou Bar­ris, einem Bezirk von Barcelona, auf ein­er über­füll­ten offe­nen Ver­samm­lung ein­stim­mig von den linken Gew­erkschaften einen Aufruf zu einem Gen­er­al­streik gefordert. In der gle­ichen Erk­lärung forderten sie auch die größten Gew­erkschaftsver­bände CCOO und UGT dazu auf, sich mit all ihren Mit­glied­sor­gan­i­sa­tion dafür zusam­men­zuschließen – auch wenn sie in den ver­gan­genen fünf Jahren nie zu einem gemein­samen Gen­er­al­streik aufgerufen haben.

Mehrere Teilnehmer*innen beton­ten die Notwendigkeit eines erneuten Gen­er­al­streiks nach dem Streik­tag am 3. Okto­ber – dies­mal auch unbe­fris­tet. Andere äußerten die Forderung: „Gen­er­al­streik ja, aber kein Bürger*innenstreik“ und beka­men dafür eben­falls viel Zus­tim­mung. Am 3. Okto­ber hat­ten die großen Gew­erkschaftsver­bände im Vor­feld zu einem „Bürger*innenstreik“ aufgerufen, um die Schlagkraft der Mobil­isierung zu schwächen. Ein ander­er Kol­lege forderte die Ein­beru­fung von Vertei­di­gungskomi­tees an den Arbeit­splätzen. Unsere Strö­mung, die Rev­o­lu­tionäre Arbeiter*innen-Strömung (CRT), wies darauf hin, dass die Prokla­ma­tion der Repub­lik nicht Puigde­mont oder sein­er Partei PDe­CAT über­lassen wer­den dürfe.

Dieser Aufruf ist wichtig, damit die Repres­sion der Spanis­chen Zen­tral­regierung mit der Durch­set­zung des Artikels 155 been­det wer­den kann. Es ist notwendig, die demokratis­chen Frei­heit­en zu vertei­di­gen und die Erk­lärung der Kata­lanis­chen Repub­lik vorzu­bere­it­en, für die die Bevölkerung Kat­aloniens abges­timmt hat.

In der Erk­lärung fordert das CDR das „Zuge­hen auf die Arbeiter*innen im Bezirk, um gemein­sam mit ihnen die Repub­lik zu vertei­di­gen, und um ihre Forderun­gen und Kämpfe zu unter­stützen.” Um die Arbeiter*innenklasse zu mobil­isieren ist es notwendig, dass die Repub­lik „die ern­sten sozialen Prob­leme löst, unter denen die Arbeiter*innen lei­den”.

Angesichts der Mobil­isierun­gen aller Insti­tu­tio­nen des Spanis­chen Staates gibt es keine andere Alter­na­tive, als die Arbeiter*innenklasse und die Bevölkerung zu organ­isieren und auf die Straßen zu gehen. Die juris­tis­che Macht (nicht „die Jus­tiz”) mit ihrem Ver­fas­sungs­gericht und weit­eren Gericht­en, tausenden Polizist*innen und Guardia Civiles, die gesamte Regierung, Staatsanwält*innen, die sozialdemokratis­che PSOE und die neolib­erale Bürger*innenpartei (Ciu­dadanos) und nicht zulet­zt der König, der von nie­man­dem gewählt wurde. Um das Regime von 78 zu kon­fron­tieren, muss die Arbeiter*innenklasse und die gesamte kata­lanis­che Bevölkerung auf die Straßen gehen, um sich ins Zen­trum der Ereignisse zu stellen.

Die Erk­lärung des CDR wurde an über 100 weit­ere Komi­tees in ganz Kat­alonien geschickt, die sich dem Aufruf für einen Gen­er­al­streik anschließen sollen. Eine Del­e­ga­tion des CDR von Nou Bar­ris wird auch an dem Tre­f­fen der linken Gew­erkschaften und ander­er Grup­pen, die den Gen­er­al­streik vom 3. Okto­ber organ­isiert hat­ten, teil­nehmen, um die Lage zu bew­erten und zu entschei­den, wie der Kampf weit­erge­hen soll. Diese Erk­lärung ist auch ein erster Schritt dahin, um an die Arbeit­splätze und Uni­ver­sitäten von Nou Bar­ris zu gehen und Kolleg*innen und Studierende aus dem Bezirk zusam­men­zubrin­gen.

Von der CRT aus wer­den wir den Aufruf vorantreiben. Wir sind der Mei­n­ung, dass es für die Arbeiter*innen zen­tral ist, den Kampf für demokratis­chen Frei­heit­en und die kata­lanis­chen Repub­lik zu führen. Gemein­sam mit den Men­schen, die von den sozialen Kürzun­gen Rajoys, aber auch von den Kürzun­gen Puigde­monts betrof­fen sind.

Deshalb müssen wir mit Gen­er­al­streiks, Ver­samm­lun­gen und Mobil­isierun­gen für eine Repub­lik kämpfen, die die sozialen Prob­leme der Arbeiter*innen und der Massen löst. Arbeit­slosigkeit, Prekarisierung, niedrige Löhne, Sozial­ab­bau, aber auch Kap­i­tal- und Unternehmensflucht müssen been­det wer­den, bis wir eine kata­lanis­che Repub­lik der Arbeiter*innen und der Massen erkämpft haben.

Eine solche Repub­lik wird nicht von der PDe­CAT noch von der Repub­likanis­chen Linken (ERC) erkämpft wer­den, die selb­st für Kor­rup­tion und soziale Kürzun­gen ste­hen. Die Kan­di­datur für die Volk­sein­heit (CUP) muss gemein­sam mit der CCOO und der UGT sowie Podemos mit dem reak­tionären Regime von 78 brechen. Die linken Gew­erkschaften und linken Kollek­tive müssen gemein­sam eine Arbeiter*innenfront bilden, um eine Arbeiter*innenrepublik aufzubauen und gemein­sam mit der lohn­ab­hängi­gen Bevölkerung und den Massen des restlichen Spanis­chen Staates die frei­willige Föder­a­tion der Arbeiter*innenrepubliken auf der gesamten iberischen Hal­binsel zu aufzubauen.

auf Spanisch / auf Kata­lanisch auf IzquierdaDiario.es

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