Jugend

Süddeutsche Zeitung: “In der Großen Aula eingesperrt”

Am Mittwoch wurden Studierende der LMU München von der Universitätsleitung eingesperrt. Auch die Süddeutsche Zeitung berichtete.

Süddeutsche Zeitung:

“Unter dem Mot­to “Kli­ma bren­nt, Uni bren­nt” hat­ten Stu­den­ten ver­schieden­er Grup­pierun­gen und Uni­ver­sitäten, neben anderen der “Stu­dents for Future”, für diesen Abend zu ein­er “Vol­lver­samm­lung” ein­ge­laden. Man wolle vor allem darüber disku­tieren, warum Hochschulen Forschung für kli­maschädliche Unternehmen betreiben und sich nicht hin­ter die Forderun­gen von “Fri­days for Future” stellen, hieß es in ein­er schriftlichen Ankündi­gung der Organ­isatoren”, schreibt die Jour­nal­istin Sabine Buch­wald in ihrem Artikel für die Süd­deutsche Zeitung.

Dabei machte sie auch auf die undemokratis­chen Ver­hält­nisse an bay­erischen Uni­ver­sitäten aufmerk­sam:

Die Atmo­sphäre vor Beginn der Vol­lver­samm­lung beschreibt die SZ wie fol­gt: “Es sei wed­er Auf­gabe der LMU noch könne sie es platzmäßig leis­ten, Räume für all­ge­mein­poli­tis­che Inter­essen zur Ver­fü­gung zu stellen, antwortete Fahrmeir auf Nach­frage, ob dies in Zukun­ft für Ver­anstal­tun­gen dieser Art möglich sei. Eine, die “Uni bren­nt” heißt, könne man nicht erlauben, sagte er am Mittwoch den aufge­bracht­en Studieren­den, die vor der ver­schlosse­nen Aula ausharrten.Dort hat­ten die Organ­isatoren bere­its Tech­nik für Vorträge und eine Diskus­sion aufge­baut. Wer schon vor 19 Uhr in die Aula kam, musste sich somit eingeschlossen fühlen. Mitar­beit­er ein­er Münch­n­er Sicher­heits­fir­ma sorgten rig­oros dafür, dass die schw­eren Holztüren und die Seit­ene­ingänge ver­riegelt blieben. Es dauerte eine Weile, bis manche der etwa 80 Studieren­den, die sich ver­sam­melt hat­ten, eine Möglichkeit fan­den, nach draußen zu gelan­gen — über unver­schlossene Flucht­türen. Eine Stu­dentin über­legte in ein­er Textmit­teilung an einen Kom­mili­to­nen, ob sie die Polizei rufen soll­ten, um sich befreien zu lassen. Auch Vertretern der Presse wurde der Zutritt ver­wehrt. “Weil die Aktion den Tatbe­stand eines Haus­friedens­bruchs erfüllte”, so die Erk­lärung von Fahrmeir.”

Die The­men der Vol­lver­samm­lung waren die Kli­makrise, die finanzielle Unter­stützung der Uni­ver­sität für Energiekonz­erne und die Kriegs­forschung an der LMU, aber auch die Forderung nach mehr demokratis­ch­er Mitbes­tim­mung, wie die Zeitung berichtet: “Bericht­en von teil­nehmenden Stu­den­ten zufolge wurde in kurzen Vorträ­gen auf die Diskus­sion einges­timmt. Zum einen ging es um die Auswirkun­gen der Kli­makrise all­ge­mein. Des Weit­eren wurde kri­tisiert, dass sich die Tech­nis­che Uni­ver­sität (TU) München von RWE finanziell unter­stützen lässt. An der LMU wurde kri­tisiert, dass sie mit Geld des US-amerikanis­chen Vertei­di­gungsmin­is­teri­ums seit Jahren an ein­er soge­nan­nten grü­nen Bombe forsche, statt sich für mehr Klim­agerechtigkeit einzuset­zen. Wie schon Ende Novem­ber bei ein­er angemelde­ten, uniüber­greifend­en Ver­samm­lung, bei der der Pro­fes­sor und Mod­er­a­tor Har­ald Lesch als Red­ner ein­ge­laden war, ging es auch an diesem Abend nicht nur um das Kli­ma. “Wir wollen mehr demokratis­che Mitbes­tim­mungsrechte”, sagt Lena Schie­mann, Sprecherin der Organ­isatoren. Etwa mitbes­tim­men, von wem die Uni­ver­sitäten Geld annehmen und wohin es fließt. “Wir wollen eine beschlussfähige Studieren­den­ver­samm­lung und die Möglichkeit, offen mit der Hochschulleitung zu disku­tieren”, so Schie­mann weit­er.”

Im Aus­blick schreibt Sabine Buch­wald: “Am Mittwochabend wurde keine Polizei zu Hil­fe gerufen. Die Ver­samm­lung löste sich gegen 22 Uhr friedlich auf. Man habe weit­ere Aktio­nen beschlossen, sagte Schie­mann. Wenn man nicht bald auf die Stu­den­ten höre, dann schließe sie ein radikaleres Vorge­hen, wie etwa eine Beset­zung der Unis, nicht aus. Nicht umson­st haben die Organ­isatoren das Mot­to “Uni bren­nt” gewählt, das auf zurück­liegende Stu­den­ten­proteste ver­weist.”

Den gesamten Artikel kann man hier nach­le­sen.

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