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Studentische Beschäftigte demonstrieren in Dahlem: Der Druck an der Basis wird größer [mit Videos]

Einen Tag vor dem dritten Verhandlungstermin zeigen die studentischen Beschäftigten mit einer kämpferischen Demo durch die Freie Universität Berlin, was sie von den bisherigen Angeboten der Universitäten und Hochschulen halten: Gar nichts!

Studentische Beschäftigte demonstrieren in Dahlem: Der Druck an der Basis wird größer [mit Videos]

Foto: Chris­t­ian von Polentz

Die Ver­hand­lun­gen für die Neuau­flage des Tar­ifver­trages für stu­den­tis­che Beschäftigte an den Berlin­er Uni­ver­sitäten und Hochschulen gehen heute in die dritte Runde. Die bish­eri­gen Reak­tio­nen auf die 14 Forderun­gen der Beschäftigten sind abso­lut unzure­ichend.

Während die meis­ten Forderun­gen wie die Wiedere­in­führung des Wei­h­nachts­geldes, mehr Urlaub­stage und Ver­längerung des Kranken­geldes schlichtweg abgelehnt wur­den, gab es in der Frage der Lohn­er­höhung ein Ange­bot, dass jedoch völ­lig an den Leben­sre­al­itäten der Beschäftigten vor­beige­ht: 44 Cent (4 Prozent des aktuellen Lohns) mehr solle es geben.

 

Um vor der näch­sten Ver­hand­lungsrunde ein Zeichen zu set­zen, dass die Beschäftigten bere­it sind, für ihre Forderun­gen zu kämpfen, gab es am gestri­gen Mon­tag eine kämpferische, bunte und laute Demo mit etwa 60 stu­den­tis­chen Beschäftigten und sol­i­darischen Student*innen über das Gelände und durch die Gebäude der FU Berlin.

 

Vor dem Prä­sid­i­um, denn die Tür war zu und von Türste­hern bewacht, wurde laut­stark die Unzufrieden­heit zum Aus­druck gebracht. Parolen wie “Vier Prozent sind ein Hohn! Wir! Wollen! Mehr! Lohn!” hall­ten durch Dahlem. Die stu­den­tis­chen Beschäftigten forderten eine Erk­lärung für dieses völ­lig unzure­ichende Ange­bot. Ein Vertreter der Arbeitgeber*innenseite, der sich nach langem Zögern der Menge stellte, hat­te jedoch außer Ausre­den und Ver­weise auf die näch­ste Ver­hand­lungsrunde keine Erk­lärung für die offen­sichtliche Ger­ingschätzung der stu­den­tis­chen Beschäftigten.

 

Sören Luxbach, Mit­glied der Rev­o­lu­tionär-kom­mu­nis­tis­chen Jugend und Teil des Aktivenkreis­es der TVS­tud-Ini­itia­tive, erk­lärte:

Wir sind nicht dazu bere­it, einen Schritt abzuwe­ichen von den Forderun­gen, denn 14 Forderun­gen sind es und die Mehrzahl der Forderun­gen wird jet­zt noch abgeschmettert von der Seite der Unileitung. Das ist abso­lut nicht zu akzep­tieren!

 

Die erfol­gre­iche Aktion hat nicht nur ein klares Sig­nal an die Arbeitgeber*innen gesendet, son­dern kon­nte auch weit­ere Sol­i­dar­ität unter den Student*innen gewin­nen. Viele schlossen sich im Laufe der Aktion der Demo an. Jet­zt ist es wichtig, den Druck aufrecht zu erhal­ten und weit­er­hin zu erhöhen! Dazu kön­nen vielfältige und kreative Aktio­nen bis hin zum Streik, an allen Unis und Hochschulen, beitra­gen, die weit­er Unter­stützung sich­ern und die Kampf­bere­itschaft der Beschäftigten zum Aus­druck brin­gen.

 

Mobilisierung der Basis und gemeinsamer Kampf

Seit 2001 wurde der Tar­ifver­trag nicht mehr aktu­al­isiert und so hat sich durch Infla­tion, steigende Mieten und Leben­shal­tungskosten ein Real­lohn­ver­lust von 30 Prozent anges­taut. Das Ange­bot der Uni­ver­sitäten und Hochschulen ste­ht im krassen Gegen­satz zu diesem Lohn­ver­lust.

Die Forderun­gen der Beschäftigten dage­gen ist es, genau diese 30 Prozent wieder aufzu­holen und mit ein­er dynamis­chen Angliederung an den TVöD einen schle­ichen­den Lohn­ver­lust in Zukun­ft zu ver­hin­dern. Die Empörung über das real­itäts­ferne Ange­bot war dementsprechend groß – bei den stu­den­tis­chen Beschäftigten, aber auch bei den sol­i­darischen Student*innen, die selb­st immer wieder Erfahrun­gen mit der kom­pro­miss­losen Leitung der Uni­ver­sitäten und Hochschulen machen müssen.

Es ist nun klar gewor­den, dass die Ver­hand­lun­gen nur mit einem erhöht­en Druck der Basis zur Zufrieden­heit abgeschlossen wer­den kön­nen.

Ein weit­er wichtiger Fak­tor ist die Sol­i­dar­ität von Arbeiter*innen über Sek­toren­gren­zen hin­weg. Die Sol­i­dar­ität mit Kolleg*innen z.B. am Botanis­chen Garten, bei der CFM und Vivantes, die sich im Moment eben­falls im Arbeit­skampf befind­en oder ihn schon erfol­gre­ich geführt haben, kann ein­er­seits durch den Aus­tausch von Erfahrun­gen den eige­nen Kampf stärken, aber auch durch gegen­seit­ige Sol­i­dar­ität den Druck auf die Arbeitgeber*innen erhöhen.

Ab Mittwoch, den 17. Mai, wird an der CFM für min­destens fünf Tage gestreikt. Stu­den­tis­che Beschäftigten müssen den Streik der Kolleg*innen der CFM unter­sützen, Sol­i­dar­ität­sak­tio­nen organ­isieren. Gegen die Kürzun­gen, Prekarisierung und Lohn­drück­ung kön­nen die Arbeiter*innen ver­schieden­er Sek­toren nur gewin­nen, wenn sie gegen den Sen­at und die Bosse gemein­sam kämpfen.

Zur dezen­tralen Pla­nung und Mobil­isierung gibt es Basistr­e­f­fen an ver­schiede­nen Uni­ver­sitäten:
TU: Mi, 17.5., 16 Uhr, AStA TU Berlin
FU: Do, 18.5., 14 Uhr, Foy­er Men­sa II
HU: Mo, 22.5., 16 Uhr, Fach­schaft Geschichte (Raum 5007)
Berlin­weit­er AK: Fr, 19.5., 15:30 Uhr, Ort fol­gt

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