Geschichte und Kultur

Stephen Hawking, theoretischer Physiker und Kapitalismuskritiker, heute gestorben

Stephen Hawking warnte uns: Wir sollten keine Angst vor Robotern haben, sondern vor dem Kapitalismus. Heute ist der Wissenschaftler mit 76 gestorben.

Stephen Hawking, theoretischer Physiker und Kapitalismuskritiker, heute gestorben

Stephen Hawk­ing war ein­er der ein­flussre­ich­sten Wissenschaftler*innen der heuti­gen Welt. Er entwick­elte nicht nur The­o­rien über schwarze Löch­er und den Urk­nall, son­dern erk­lärte die Astro­physik für ein Massen­pub­likum. Mehr als zehn Mil­lio­nen Men­schen haben “Eine Kurze Geschichte der Zeit” gekauft. Hawk­ing schaffte all das trotz ein­er Erkrankung mit ALS.

Wir wollen an dieser Stelle aber nicht nur an seine wis­senschaftliche Leis­tun­gen erin­nern, die zur Genüge von der bürg­er­lichen Presse gewürdigt wer­den. Hawk­ing war auch lebenslanger Geg­n­er der ver­brecherischen Kriege des Impe­ri­al­is­mus. Er protestierte gegen die Angriff­skriege in Viet­nam oder im Irak. (Ein Foto, das ihn bei ein­er Demon­stra­tion gegen den Viet­nam-Krieg im Jahr 1968 zeigen sollte, ist allerd­ings falsch beschriftet.) In den let­zten Jahren hat sich Hawk­ing der BDS-Kam­pagne gegen die israelis­che Besatzung angeschlossen.

Hawk­ing war – so wie viele Men­schen, die sich über die unvorstell­bar lan­gen Zeit­en des Uni­ver­sums Gedanken machen – ein aus­ge­sproch­en­er Kri­tik­er der aktuellen kap­i­tal­is­tis­chen Gesellschafts­form.

Zum Beispiel in ein­er Diskus­sion auf Red­dit im Jahr 2015 ging es um die kün­stliche Intel­li­genz. Von den Herrschen­den wird ständig Panik erzeugt, dass Robot­er uns die Arbeit weg­nehmen wer­den. Hawk­ing machte klar: wir sollen uns nicht um die Robot­er Sor­gen machen, son­dern viel mehr um den Kap­i­tal­is­mus:

Wenn Maschi­nen all das her­stellen, was wir brauchen, wird das Ergeb­nis davon abhän­gen, wie diese Dinge verteilt sind. Jede*r kann ein Leben voll lux­u­riösen Müßig­gangs führen, wenn der von den Maschi­nen pro­duzierte Wohl­stand geteilt wird, oder aber die meis­ten Men­schen kön­nten erbärm­lich arm wer­den, wenn die Besitzer*innen der Maschi­nen erfol­gre­ich gegen eine Verteilung des Wohl­stands vorge­hen. Bish­er geht der Trend eher zur zweit­en Option, und die Tech­nolo­gie treibt die immer größere Ungle­ich­heit voran.

Ja, der Fortschritt der Tech­nolo­gie macht es zunehmend möglich, dass aus­nahm­s­los alle Men­schen auf der Erde ein angenehmes Leben führen kön­nen. Es ist nur der Pri­vatbe­sitz an Pro­duk­tion­s­mit­teln, der uns daran hin­dert, den tech­nol­o­gis­chen Fortschritt zu genießen. Stattdessen wer­den wir zu län­geren Arbeit­szeit­en und Exis­ten­zäng­sten ver­dammt.

Wenn die Men­schheit nicht nur über­leben, son­dern auch ferne Son­nen­sys­tem erforschen will – ein Traum von Hawk­ing –, dann müssen wir den Kap­i­tal­is­mus so schnell wie möglich über­winden. Hawk­ing wird das nicht mehr erleben. Aber er wird viele Men­schen inspiri­ert haben, die für eine ratio­nalere Welt kämpfen wer­den.

One thought on “Stephen Hawking, theoretischer Physiker und Kapitalismuskritiker, heute gestorben

  1. N. Berentz sagt:

    … sehr ver­nu­en­ftige Gedanken — von einem Ver­nun­ft­men­schen eben …

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