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Soziale Arbeit im Streik: Für mehr Geld gegen den Personalmangel

Heute streikten deutschlandweit in vielen Städten Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst (SuE). Zahlreiche Kindertagesstätten und andere soziale Einrichtungen blieben geschlossen oder waren nur mit einer Notbetreuung besetzt.

Soziale Arbeit im Streik: Für mehr Geld gegen den Personalmangel

Der Warnstreik ist nun der dritte in kürzester Zeit und sowohl zahlenmäßig als auch in der kämpferischen Stimmung, zeigte sich ein erstarkender Kampfgeist im Vergleich zu den letzten zwei Warnstreiks. In München nahmen wir als Klasse Gegen Klasse sowohl als Azubis im SuE-Dienst, als auch als solidarische Studierende und Arbeiter:innen an den Streik-Kundgebungen teil.

Den ganzen Vormittag gab es kämpferische Reden der Beschäftigten, sowohl bei der Streikerfassung und bei der anschließenden Demo und Kundgebung. Dabei äußerten die Beschäftigten noch einmal mit aller Deutlichkeit ihre Forderungen für mehr Lohn und bessere Lern- und Arbeitsbedingungen.

Besonders stark ging es um den gesamtgesellschaftlichen Wert, den diese Streiks haben, bei denen die Beschäftigten stets betonten, dass ihre Forderungen genauso essentiell für eine bedarfsgerechte Betreuung der Kinder und der betreuten Personen sind, wie für die Beschäftigten selbst. Dabei ist der Personalmangel ein riesiges Problem. Es fehlen Hunderttausende Beschäftigte im SuE-Dienst. Dazu zählen Kindererzieher:innen, Sozialarbeiter:innen Heilpädagog:innen oder Beschäftigte in der Behindertenhilfe. Ein Viertel der Arbeiter:innen überlegt aufgrund der hohen Belastung einen Berufswechsel oder -ausstieg. Nur bessere Arbeits- und Lernbedingungen und ein höherer Lohn kann dem Personalmangel entgegen wirken.

Auch die hohe Inflation, also steigende Mieten, Energie- und Lebensmittelpreise etc. waren angesichts der stagnierenden niedrigen Löhne Thema bei den Kundgebungen. Besonders in Großstädten wie München sind die Lebenskosten für viele nicht mehr so einfach tragbar. Mehrfach prangerten Redner:innen auch an, dass für die Aufrüstung der Bundeswehr nun schnell riesige Summen bereitgestellt werden, während die Ausgaben für den Sozialen Bereich zu niedrig bleiben.

Mittags fanden sich dann am Münchner Marienplatz die Beschäftigten der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und der Verdi bei der Abschlusskundgebung zusammen. Etwa 1500 Beschäftigte machten zwischen den abschließenden Reden noch einmal deutlich Stimmung.

Am 15. und 16. Mai gehen die Tarifverhandlungen in die nächste Runde und für die Beschäftigten ist klar: Festhalten an den Forderungen! Sie sind gerechtfertigt!
Für die kommende Woche sind noch einmal Warnstreiks angekündigt, wenn nötig braucht es auch Erzwingungsstreiks, um die Forderungen voll durchzusetzen.

 

 

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