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Solidarität unter Palmen gegen Entlassungen im Botanischen Garten

Bei den Tropischen Nächten im Botanischen Garten an der FU machten am Samstag Studierende ihren Protest gegen Entlassungen, Lohndumping und Angriffe auf gewerkschaftliche Rechte sichtbar. 31 Arbeiter*innen sollen dort auf die Straße gesetzt werden, darunter Betriebsratsmitglieder. Die anderen Kolleg*innen werden mit Dumpinglöhnen und Schikanen abgespeist. Die nächste Soliaktion mit ihrem Kampf soll ein Teach-In gegen Prekarisierung und Entlassungen am Mitwoch, den 3.2., sein.

Solidarität unter Palmen gegen Entlassungen im Botanischen Garten

„Stu­den­tis­che Sol­i­dar­ität mit dem Arbeit­skampf im Botanis­chen Garten”, stand auf dem Trans­par­ent, welch­es Studierende im Haupt­gewächshaus des Botanis­chen Gartens aufhängten. Sie waren gekom­men, um die Besucher*innen der „Tro­pis­chen Nächte“ auf die geplanten Ent­las­sun­gen von 31 Beschäftigten, das Lohn­dump­ing und die gew­erkschafts­feindlich Poli­tik im Botanis­chen Garten aufmerk­sam zu machen.

Mit ihrem Fly­er drück­ten sie ihre Sol­i­dar­ität mit den Arbeiter*innen aus und riefen alle Studieren­den und Beschäftigten an der Freien Uni­ver­sität Berlin (FU) dazu auf, ihren Kampf zu unter­stützen. Von der Uni-Leitung forderten sie: „Keine Kündi­gun­gen! Keine Ver­schlechterung der Arbeits­be­din­gun­gen! Neuanstel­lun­gen im Botanis­chen Garten, damit die krasse Arbeits­be­las­tung der Kolleg*innen ein Ende hat! Gle­ich­er Lohn für gle­iche Arbeit!“ Die Rev­o­lu­tionär-kom­mu­nis­tis­che Jugend, viele von ihnen Studierende an der FU, hat­ten zu dieser Aktion aufgerufen.

Viele der Besucher*innen reagierten inter­essiert. Mit Cock­tails in der Hand, im Hin­ter­grund die Musik der Jazz-Band, disku­tierten sie über die Arbeits­be­din­gun­gen der Beschäftigten und die poli­tis­chen Hin­ter­gründe. Eine Besucherin kom­men­tierte iro­nisch: „Das müssen Sie ver­ste­hen, irgend­woher müssen die 130 Mil­liar­den für die Aufrüs­tung der Bun­deswehr ja kom­men.“

Tat­säch­lich ist der Botanis­chen Garten Teil der FU, die „Betrieb­s­ge­sellschaft für die Zen­tralein­rich­tung Botanis­ch­er Garten und Botanis­ches Muse­um“ (BG BGBM), bei der die betrof­fe­nen Arbeiter*innen angestellt sind, gehört ihr zu hun­dert Prozent. Damit liegt die Ver­ant­wor­tung für die Finanzierung ein­er­seits im Ver­ant­wor­tungs­bere­ich der Uni, ander­er­seits aber auch beim Berlin­er Sen­at. Tom Jar­ling, Ref­er­ent im AStA der TU erk­lärt dazu: „Die prekäre Beschäf­ti­gung im Botanis­chen Garten ist kein tragis­ch­er Einzelfall. Alle Hochschulen erleben eine unfass­bare Unter­fi­nanzierung. Was der Sen­at gibt, ist schlicht nicht genug. Die Hochschulen sind aber mitver­ant­wortlich.”

Vor der Aktion im Inneren des Botanis­chen Gartens wur­den auch schon vor der Tür Fly­er verteilt. Dazu hat­te die Berlin­er Aktion gegen Arbeit­sun­recht aufgerufen, wie auch schon zwei Wochen zuvor. Auch Beschäftigte ander­er Bere­iche der FU waren zur Unter­stützung gekom­men, eben­so wie eine Vertreterin von ver.di. Von Seite der Studieren­den sol­i­darisierte sich außer­dem die Berlin­er Lan­desAs­tenKon­ferenz, eben­so wie die Stu­pa-Liste Langzeit­stud­is.

Näch­ster Schritt wird es sein, den Kampf der Beschäftigten und die Ein­heit zwis­chen Arbei­t­en­den und Studieren­den an der Uni sel­ber sicht­bar zu machen. Dafür laden die Studieren­den am Mittwoch, den 3.2. um 12 Uhr im Foy­er vor der Men­sa II (Otto-von-Sim­son-Str. 26) zu einem Teach-In gegen Prekarisierung und Ent­las­sun­gen mit Beschäftigten vom Botanis­chen Garten und aus anderen Bere­ichen ein. „Denn diese Uni­ver­sität gehört nicht der Uni-Leitung, son­dern uns, den Kolleg*innen und Studieren­den!“, wie sie in ihrem Flug­blatt schreiben.

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