Frauen und LGBTI*

#NiUnaMenos-Demonstration in Buenos Aires: ein Meer von Grün für das Recht auf Abtreibung

Gestern gingen in Buenos Aires wieder Hunderttausende auf die Straße, um gegen Gewalt an Frauen zu demonstrieren. Das wichtigste Thema war dabei die Legalisierung der Abtreibung. Aber auch der Widerstand gegen den Internationalen Währungsfond und die Sparprogramme der Regierung wurde sichtbar. Am Sonntag hatte es bereits Demonstrationen im ganzen Land gegeben.

#NiUnaMenos-Demonstration in Buenos Aires: ein Meer von Grün für das Recht auf Abtreibung

Gestern fand in Argen­tinien die jährliche Massendemon­stra­tion zu „Ni Una Menos“ (deutsch: Nicht Eine Weniger) statt, bere­its zum vierten Mal. Die erste Demon­stra­tion im Jahr 2015 hat­te eine ener­gis­che Frauen­be­we­gung ans Licht gebracht, die sich gegen Gewalt an Frauen wehrt. Vor allem die riesige Zahl der Fem­i­nizide – alle 30 Stun­den wird in Argen­tinien eine Frau ermordet – hat­te mehrere Hun­dert­tausende Men­schen auf die Straße gebracht. Am Son­ntag war schon in vie­len anderen Städten demon­stri­ert wor­den.

Dieses Jahr stand die Bewe­gung ganz unter dem Vorze­ichen des Kampfes für das Recht auf Abtrei­bung. Denn ein Geset­zen­twurf zur Legal­isierung wird derzeit im Kongress disku­tiert. Am 13. Juni soll die Abstim­mung stat­tfind­en. Gestern waren nun die Straßen von Buenos Aires grün gefärbt von den Hal­stüch­ern der Kam­pagne für das Recht auf legale, sichere und kosten­lose Abtrei­bung. Schon in den ver­gan­genen Monat­en beteiligten sich zehn­tausende, vor allem junge, Frauen an Kundge­bun­gen, schossen Soli-Fotos in ihren Schulen, Uni­ver­sitäten und Betrieben und macht­en auch im All­t­ag ihre Unter­stützung für diese Forderung sicht­bar. Selb­st in Berlin gab es Sol­i­dar­ität­sak­tio­nen.

Auch kämpfende Arbeiter*innen – wie beispiel­sweise die Mine­nar­beit­er in Río Tur­bio, die sich für die Wieder­her­stel­lung ihrer Arbeit­splätze ein­set­zen – zeigten sich in den ver­gan­genen Wochen mit den Hal­stüch­ern und nah­men an den Kundge­bun­gen teil, die die Debat­te im Kongress begleit­eten.

„Sin abor­to legal no hay Ni Una Menos“, riefen die Demonstrant*innen: Ohne legale Abtrei­bung gibt es nicht Nicht eine Weniger. Denn immer wieder ster­ben ger­ade arme Frauen an den Fol­gen von heim­lichen Abtrei­bun­gen. Dies seien Fem­i­nizide, die der Staat bege­ht, wurde immer wieder in den Reden betont.

Das Recht auf Abtrei­bung war allerd­ings nicht das einzige The­ma der Demon­stra­tion. Auch die Ent­las­sungs- und Kürzungspoli­tik der Regierung von Mauri­cio Macri grif­f­en die Demonstrant*innen an. Denn auch diese trifft arme Frauen und Arbei­t­erin­nen beson­ders hart.

Und es wurde dafür demon­stri­ert, die von Macri aufgenomme­nen Ver­hand­lun­gen mit dem Inter­na­tionalen Währungs­fond (IWF) abzubrechen und die Aus­landss­chulden, deren Ursprung in der Zeit der Mil­itärdik­tatur zu find­en ist, nicht zu bezahlen. Die Krise, die Argen­tinien im Jahr 2001 erlebte und die mith­il­fe der Anpas­sung­spro­gramme des IWF auf den Schul­tern der Arbeiter*innen abge­laden wurde, ist noch in frisch­er Erin­nerung und damit auch die katas­trophalen Kon­se­quen­zen, die dies für die Armen und Arbeiter*innen, ger­ade für die Frauen unter ihnen, hat­te. Das Mot­to der diesjähri­gen Demo war deshalb auch „Vivas, libres y desendeu­das nos quer­e­mos“: Wir wollen uns lebend, frei und ohne Schulden.

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