Jugend

Nazi-Parolen an der Münchner Uni: Für Selbstorganisierung statt Stickerkrieg!

Rechte Schmierereien werden an unseren Unis nicht weniger. Zeit mehr zu tun, als sie nur zu überkleben.

Nazi-Parolen an der Münchner Uni: Für Selbstorganisierung statt Stickerkrieg!

Uni­toi­let­ten sind keine Orte, an denen man länger ver­weilen will als nötig. Auch wenn nicht alle so brachial stinken wie die im Schweinchen­bau der LMU München.

Noch schlim­mer als der all­ge­meine hygien­is­che Zus­tand aber sind die immer wieder auf­tauchen­den Stick­er rechter Organ­i­sa­tio­nen und die diskri­m­inieren­den Schmier­ereien: Aufk­le­ber der AfD, der soge­nan­nten Iden­titären Bewe­gung oder solche mit dem Kon­ter­fei Carl Schmitts, dem gescheit­erten Nazi-Vor­denker, homo- und trans­pho­be, sex­is­tis­che, anti­semi­tis­che, ras­sis­tis­che Parolen. Es gibt kaum eine Form der Unter­drück­ung, die auf Klowän­den nicht abge­feiert wird.

Aktuelle Beispiele:

 

Das mag erst einiger­maßen wenig drama­tisch scheinen, ein Stick­er allein tut noch nie­man­dem weh. Doch die reak­tionären “Künstler*innen” erin­nern uns damit daran, dass sie die Uni für sich beanspruchen, dass sie kein sicher­er Ort für die Men­schen ist, die von ihnen diskri­m­iniert, belei­digt und irgend­wann auch tätlich ange­grif­f­en wer­den. Ihre offene Präsenz an der Uni ist ein Angriff auf Migrant*innen, Frauen, LGBTI*, weil sie ihnen absprechen dort existieren zu dür­fen. Die Schmier­ereien sind eine Dro­hung.

Immer­hin: Die Recht­en bleiben nicht unbeant­wortet. Jed­er Nazi­stick­er wird früher oder später abgekratzt, jede Parole überklebt. Das ist das Min­deste. Aktio­nen wie der Wider­stand gegen die Cam­pus Alter­na­tive, dem Hochschu­larm der AfD, wie beispiel­sweise in München und Magde­burg oder Demon­stra­tio­nen gegen die Iden­titäre Bewe­gung sind notwendig.

Die Recht­en wer­den wir aber nicht durch überklebte Stick­er und einzelne Aktio­nen zurück­drän­gen, son­dern durch den Auf­bau ein­er Gegenkraft. Es ist höch­ste Zeit, dass sich punk­tueller Wider­stand gegen unter­drück­erisches, men­schen­ver­ach­t­en­des Gedankengut in konkrete Selb­stor­gan­isierung umset­zt. Das bedeutet, dass wir uns an der Uni zusam­men­schließen und kon­tinuier­lich aktiv wer­den müssen, ohne uns auf die Hil­fe von Insti­tu­tio­nen und Parteien zu ver­lassen.

In der Uni, wo wir viel Zeit ver­brin­gen, müssen wir nicht nur ver­hin­dern, dass Auf­bau- und Rück­zug­sorte rechter Struk­turen entste­hen. Wir müssen auch jed­erzeit grund­sät­zliche demokratis­che Rechte fordern und erkämpfen. Damit die Uni ein Ort wird, an diese Reak­tionären nichts ver­loren haben und wir selb­st­bes­timmt ler­nen kön­nen.

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