Frauen und LGBTI*

München: 2.500 Demonstrierende bringen die Stadt zum Beben

Mit einer Demonstration, Kundgebungen, Infoständen und Aktionen wurde der Frauenkampftag in München mit Leben gefüllt. Besonders Arbeiterinnen aus den Krankenhäusern, Schülerinnen und geflüchtete Frauen füllten diesen Tag mit ihren Kämpfen und Forderungen.

München: 2.500 Demonstrierende bringen die Stadt zum Beben

Es ist Abend, langsam kommt die Innen­stadt Münchens zur Ruhe. Nach den Erfol­gen der Frauen­streik­be­we­gung let­ztes Jahr gab es dieses Jahr auch in Deutsch­land erst­mals seit 1994 bre­ite, ver­net­zte Bünd­nisse, die zum Inter­na­tionalen Frauenkampf­tag einen tat­säch­lichen Streik sowie vielfache Aktions­for­men organ­isierten. Dies wurde mit Beginn des Tages dann auch auf den Straßen sicht­bar. In München gab es neben ein­er Kundge­bung und ein­er Demon­stra­tion diverse Infos­tände, einen Sitzstreik und viel Schul­ter­schluss und fem­i­nis­tis­che Sol­i­dar­ität.

Gewerkschaftliche Organisierung vor dem Klinikum Harlaching

Viele Frauen kon­nten am Fre­itag nicht auf die Straße gehen. Ein­er der häu­fig­sten Gründe dafür ist ihre prekäre Beschäf­ti­gungssi­t­u­a­tion, vor allem die Pflegear­beit, die sie nicht ein­fach bestreiken kön­nen, ohne Patient*innen zu ver­nach­läs­si­gen. Dazu kam, dass die Gew­erkschafts­führun­gen nicht zum Streik aufgerufen hat­ten.

Deswe­gen baut­en wir als Aktivistin­nen von Brot und Rosen zusam­men mit den ver.di-Frauen München vor dem Klinikum Har­lach­ing einen Info­s­tand auf, um Sol­i­dar­ität mit den Arbei­t­erin­nen dort zu zeigen und sie dabei zu unter­stützen, selb­st aktiv zu wer­den. Wir informierten über Arbeit­skämpfe in der Pflege sowie die Per­spek­tiv­en gew­erkschaftlich­er Organ­isierung.

Auf­grund der asyn­chro­nen Schicht­pläne auf den ver­schiede­nen Sta­tio­nen war es schw­er, viele der Beschäftigten auf ein­mal zu erre­ichen, doch in den drei Stun­den, die wir vor Ort waren, gelang es uns trotz­dem, mit eini­gen dutzend Mitarbeiter*innen Gespräche zu führen, aus denen auch wir viel lern­ten.

#FFF und geflüchtete Frauen auf dem #8M

Wie jeden Fre­itag seit inzwis­chen über drei Monat­en fand auch am inter­na­tionalen Frauenkampf­tag der Kli­mas­treik #Fri­daysFor­Future statt. Schon let­zte Woche stand der Kli­mas­treik in München im Zeichen des Fem­i­nis­mus – Schüler*innen von Brot und Rosen und der marx­is­tis­chen jugend zeigten die Zusam­men­hänge zwis­chen patri­ar­chaler Unter­drück­ung und dem Kli­mawan­del auf und mobil­isierten für den Frauen*streik.

Auch am 8. März beteiligten sich die Schüler*innen wieder am Kli­mas­treik und war­ben für die später stat­tfind­ende Frauen*streikdemonstration. Von den etwa 500 auf dem Kli­mas­treik anwe­senden Schüler*innen fan­den sich dann auch einige beim Frauen*streik ein.

Beson­ders wichtig war außer­dem die Beteili­gung von geflüchteten Frauen der Gruppe refugees strug­gle for free­dom aus dem Lager bei Regens­burg. Etwa 30 von ihnen kamen mit ihren Kindern nach München, um als geflüchtete Frauen zu sprechen und daran zu erin­nern, dass an diesem Tag beson­ders für die unter­drück­testen Teile der Gesellschaft gekämpft wer­den muss.

Kundgebung und Demonstration

Die Kundge­bung – dieses Jahr vor der Demon­stra­tion – begann um 16 Uhr und bestand aus etwa 25 dreim­inüti­gen Rede­beiträ­gen. Unter anderem sprachen Genossin­nen von Brot und Rosen, die zu poli­tis­chen Arbeit­skämpfen in der Pflege aufriefen (hier ist ihre Rede auf Video doku­men­tiert, siehe auch weit­er­führend Frauenkampf­tag im Kranken­haus: Pflege für Men­schen statt Prof­ite), geflüchtete Frauen aus Regens­burg, die daran erin­nerten, dass Frauenkampf auch Sol­i­dar­ität mit geflüchteten Frauen bedeutet (Hier find­et ihr die Rede der geflüchteten Frauen) und Schü­lerin­nen von der marx­is­tis­chen jugend, die Sex­is­mus in der Schule anprangerten (hier kön­nt ihr ihre Rede hören).

Nach der Kundge­bung begann die Demon­stra­tion durch die Münch­n­er Innen­stadt. Ange­führt wurde sie von einem laut­en, dynamis­chen Block, beste­hend aus dem Frauen*streikbündnis München mit Schüler*innen, Arbeiter*innen und Studieren­den der marx­is­tis­chen jugend, Brot und Rosen und geflüchteten Frauen aus Regens­burg.

Mit Parolen wie “My body, my choice, raise your voice”, skandiert vor den Kirchen auf der Demon­stra­tionsroute, “Frauen­streik ist Klassenkampf” und “Say it loud, say it clear, refugees are wel­come here” bracht­en die Teilnehmer*innen die Münch­n­er Innen­stadt zum Beben, man hörte sie schon von Weit­em. Ins­ge­samt beteiligten sich in München knapp 2500 Men­schen am Frauen*streik.

Weit­er­führen­des: Welche Struk­turen wollen wir im Umfeld des Frauen*streiks auf­bauen?

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