Unsere Klasse

Frauenkampftag im Krankenhaus: Pflege für Menschen statt Profite!

Am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, stehen wir vor dem Münchner Klinikum Harlaching. Es geht uns um mehr Personal und mehr Lohn, aber auch um das profitorientierte DRG-System insgesamt.

Frauenkampftag im Krankenhaus: Pflege für Menschen statt Profite!

Mit Gesund­heit wird in Deutsch­land viel Prof­it gemacht, von dem nur wenige etwas haben. Das wird spätestens durch die fortschre­i­t­ende Pri­vatisierung und dadurch abnehmende flächen­deck­ende Gesund­heitsver­sorgung deut­lich. Vor allem das seit 2004 beste­hende DRG-Sys­tem (mit den „Fall­pauschalen“), durch das Kranken­häuser mit den Krankenkassen abrech­nen, ist für eine deut­liche Abnahme der Qual­ität der Patient*innenversorgung, wie auch für die Per­son­al­not über­all ver­ant­wortlich.

Das Per­son­al im Kranken­haus beste­ht zu einem Großteil aus Frauen. Dabei geht es nicht nur um die Pflege, son­dern auch um Reini­gungskräfte, Küche, Wäscherei und Pflege­hil­f­skräfte. Arbeiter*innen in Pflege­berufen sind oft abhängig von der Wech­selschichtzu­lage. Bei ein­er Dop­pel­be­las­tung auf­grund von Kinder- oder Ange­höri­gen-Betreu­ung kön­nen beson­ders Frauen nicht alle Schicht­en arbeit­en. Dies führt zu einem gerin­geren Gehalt und ein­er noch weniger sicheren Sit­u­a­tion mit zusät­zlich­er Abhängigkeit, bei Müt­tern ver­schärft durch Män­gel in der Kinder­be­treu­ung. Frauen, beson­ders mit dieser Dop­pel­be­las­tung, brauchen ein aus­re­ichen­des Grundge­halt mit Rück­sicht auf die famil­iäre Sit­u­a­tion.

Die Sit­u­a­tion von Hebam­men und schwan­geren Frauen zeigt den direk­ten Zusam­men­hang zwis­chen Frauen­streik und Arbeiter*innenklasse, ger­ade im öffentlichen Dienst: Nicht nur wer­den Hebam­men trotz der enor­men Ver­ant­wor­tung, die sie tra­gen, und der extrem anges­pan­nten Per­son­al­si­t­u­a­tion in den Kliniken, schlecht bezahlt, son­dern sind es eben schwan­gere Frauen, die den Sparkurs im öffentlichen Dienst am Ende zu spüren bekom­men.

Hier zeigt die Poli­tik, wie egal ihr Frauen sind. Kreißsaal frei? Egal. Hebam­men kündi­gen rei­hum, weil 2.000 net­to (mit allen Zula­gen!) nicht aus­re­ichen? Egal. Die Sit­u­a­tion ist lang genug öffentlich debat­tiert wor­den, es ist nichts passiert. Deshalb ist es Zeit für einen klassenkämpferischen Fem­i­nis­mus, der die Sache selb­st in die Hand nimmt… mit der Per­spek­tive eines echt­en Streiks für eine bessere öffentliche Daseinsvor­sorge.

Wir treten am 8. März ein für mehr Per­son­al, für bessere Arbeits­be­din­gun­gen und ein gutes Leben. Für eine gute Aus­bil­dung und Bezahlung von allen, die im Kranken­haus arbeit­en. Für kosten­lose Kinder­be­treu­ung mit guten Arbeits­be­din­gun­gen der Erzieher*innen. Wir wollen Anerken­nung für unsere Arbeit, ohne die gar nichts läuft. Und dafür wollen wir die Verge­sellschaf­tung des Gesund­heitssys­tems, damit es Men­schen statt Prof­iten dient. Wir fordern daher die Abschaf­fung des DRG-Sys­tems — Gesund­heit ist keine Ware.

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