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[Liveticker] Chile brennt, die Massen fordern den Sturz der Regierung

Angesichts der sehr dynamischen Ereignisse in Chile, die vorrevolutionäre Elemente beinhalten, und angesichts der zunehmenden Blockade und Zensur durch die chilenische Regierung machen wir einige aktuelle und wichtige Momente der sich in Chile abspielende Szenen des Klassenkampfes für deutschsprachige Leser*innen zugänglich.

[Liveticker] Chile brennt, die Massen fordern den Sturz der Regierung

Der Tick­er wird chro­nol­o­gisch von unten nach oben aktu­al­isiert. Der Zeitun­ter­schied zwis­chen Chile und Deutsch­land beträgt fünf Stun­den.

Für weit­erge­hende Analy­sen und Per­spek­tiv­en empfehlen wir diesen Artikel und die aktuelle Erk­lärung unser­er Schwes­t­eror­gan­i­sa­tion, der Partei der Rev­o­lu­tionären Arbeiter*innen. Schickt uns Links zu Videos, Erk­lärun­gen, Fotos, und helft uns so, den Tick­er zu aktu­al­isieren!

***Mittwoch, 23.10.***

*** Mittwoch 17:30
Das ganze Land hat einen Tag von mas­siv­en Mobil­isierun­gen und Streiks erlebt mit Beteili­gun­gen der ver­schieden­sten poli­tis­chen und sozialen Sek­toren von Indi­ge­nen­ver­bän­den, Jugend, Frauen und LGBTIQ* und zahlre­ichen Gliederun­gen von Arbeiter*innenorganisationen wie dem Gew­erkschafts­dachver­band CUT, aus dem öffentlichen Sek­tor, dem Gesund­heitssek­tor, die Lehrer*innen, Han­del und weit­ere Dien­stleis­tun­gen, Post und viele andere. Dazu gehören auch Streiks in strate­gis­chen Sek­toren wie dem Berg­bau, in dem sich unter anderen die Arbeiter*innen der staatlichen Minenge­sellschaft Codel­co als Teil der Föder­a­tion der Kupfer­ar­beit­er (FTC) für lan­desweite Streiks aussprachen. Eben­so beteiligten sich viele Tausend Hafenarbeiter*innen von Ari­ca im Nor­den bis nach Pun­ta Are­nas im südlichen Patag­o­nien, die am Gen­er­al­streik teil­nah­men, mit Block­aden, Teil­stops der Pro­duk­tion, Ver­samm­lun­gen und Demon­stra­tio­nen.

Ins­ge­samt gin­gen in San­ti­a­go über 200.000 auf die Straßen, in Con­cep­ción demon­stri­erten mit 40.000 Men­schen mehr als an jedem vorheri­gen Tag der Mobil­isierun­gen seit Mon­tag ver­gan­gener Woche. In Viña del Mar mobil­isierten sich mehrere Zehn­tausend, manchen Angaben nach mehr als 60.000 Per­so­n­en. In Val­paraí­so kamen cir­ca 5.000 Men­schen zusam­men und weit­ere 3.000 marschierten von San­ti­a­go nach Val­paraí­so. In Antofa­gas­ta waren es cir­ca 10.000 Per­so­n­en.

In San­ti­a­go sind zur Zeit noch Zehn­tausende auf der Plaza Italia und auch auf der Aveni­da Alame­da ereignen sich weit­ere Straßen­schlacht­en zwis­chen Jugendlichen und der Polizei.

*** Mittwoch 14:00, San­ti­a­go

Block der Partei Rev­o­lu­tionär­er Arbeiter*innen (PTR), der für eine Freie und sou­veräne Ver­fas­sungs­gebende Ver­samm­lung auf der Grund­lage des Gen­er­al­streiks bis zum Sturz der Regierung agi­tiert

***

Spezialkräfte unter­drück­en die Mobil­isierung mit Wasser­w­er­fern

***

Nach den Ankündi­gun­gen von Piñera, der in let­zter Minute einige Zugeständ­nisse gemacht hat, um zu ver­suchen, die soziale Sit­u­a­tion zu entschär­fen, ist dieser Mittwoch der erste Tag der Streiks und Mobil­isierun­gen, die von Gew­erkschaften, Studieren­den und sozialen Organ­i­sa­tio­nen aufgerufen wer­den.

Der Aufruf der Führun­gen erfol­gte nach fast vier Tagen Aus­nah­mezu­s­tand, Mil­i­tarisierung, mas­siv­en Mobil­isierun­gen und ein­er bru­tal­en Repres­sion, die min­destens 17 Tote und Hun­derte von Ver­wun­de­ten und Ver­hafteten forderte. An diesem Mon­tag schließen sich die Hafenarbeiter*innen mehrerer Regio­nen dem Kampf an, begin­nend mit einem Streik, der 90% der Häfen und auch La Escon­di­da, der größten Kupfer­mine der Welt, lahm legte. Angesichts dieses Szenar­ios waren die Gew­erkschafts- und Studieren­den­führun­gen gezwun­gen, zu einem Streik aufzu­rufen, aber weit ent­fer­nt von den Forderun­gen der Straßen, die den Rück­tritt von Piñera und das Ende des Aus­nah­mezu­s­tands fordern, haben sie in ihren ersten Erk­lärun­gen am Mittwoch ihre Bere­itschaft zum Dia­log mit der mörderischen und hungern­den Regierung bekun­det.

***Mittwoch, 11:45 — San­ti­a­go
Erste Bilder der Demon­stra­tion in San­ti­a­go

Marchan­do hacia plaza Italia tra­ba­jadores, pobladores, estu­di­antes y pro­fes de la zona sur. Sigue La Izquier­da Diario Chile #huelgGen­er­al

Slået op af La Izquier­da Diario Chile i Ons­dag den 23. okto­ber 2019

***Mittwoch, 11:30 — Antofa­gas­ta
Erste Bilder der Demon­stra­tion in Antofa­gas­ta

Slået op af La Izquier­da Diario Chile i Ons­dag den 23. okto­ber 2019

***Mittwoch, 11:00 — San­ti­a­go -
Arbeiter*innen des Kranken­haus­es Bar­ros marschieren gemein­sam zur Großdemon­stra­tion

***Mittwoch, 10.45 — San­ti­a­go
Arbeiter*innen und Studierende auf dem Weg zur Plaza Italia

***

Seit der Früh­schicht an diesem Mittwoch haben Arbeiter*innen ver­schieden­er Bere­iche der Gew­erkschaft des Kupfer­berg­baus (Codel­co) sich für den Aufruf zur lan­desweit­en Mobil­isierung aus­ge­sprochen und in ver­schiede­nen For­men an Block­aden, Teil­streiks, Ver­samm­lun­gen und Demon­stra­tio­nen teilgenom­men. Auch der Streik der Hafenarbeiter*innen ist stark spür­bar. Dutzende Häfen in ganz Chile mit tausenden Arbeiter*innen in den wichtig­sten Küsten­städten wer­den bestreikt. Ein­er der zen­tralen strate­gis­chen Sek­toren des Lan­des nimmt mit Kraft am Gen­er­al­streik teil.

***Dien­stag, 22.10.***

*** Piñera bietet Brotkru­men an
Mit ein­er Poli­tik der „Ein­heit“ mit den Parteien des Regimes bietet Piñera am Dien­stag an, einige „soziale“ Maß­nah­men zu beschließen und die Rebel­lion zu been­den. Doch seine Schwäche wird deut­lich, als er daran scheit­ert, die Parteien des Regimes für diese „Ein­heit“ zusam­men­zubrin­gen. Stattdessen ruft die Gew­erkschafts­bürokratie des Gew­erkschafts­dachver­ban­des CUT, des Bünd­niss­es gegen das pri­vate Renten­sys­tem No+AFP, die Studieren­denkon­föder­a­tion Con­fech und das Bünd­nis „mesa social“ für Mittwoch und Don­ner­stag zu einem „Gen­er­al­streik“ auf, der von ver­schiede­nen Sek­toren gefordert wurde.

***

Am Dien­stag ver­sam­meln sich erneut Tausende auf den wichtig­sten Plätzen des Lan­des. Dem „Krieg“, von dem Präsi­dent Sebastián Piñera sprach, wurde mit großer Kraft ent­ge­genge­treten. Nicht nur die Schüler*innen und Studieren­den, son­dern auch die zen­tralen Batail­lone der Arbeiter*innenklasse trat­en in den Kampf. 90 % der Häfen des Lan­des wur­den durch die Hafenarbeiter*innen still­gelegt, die sich mobil­isierten. Auch die Minenarbeiter*innen der größten pri­vat­en Mine der Welt, Min­era Escon­di­da im Nor­den des Lan­des, trat­en in den Aus­stand.

*** Großdemon­stra­tion in Rancagua

*** Großdemon­stra­tion auf der Plaza Italia in San­ti­a­go

*** Mon­tag, 21.10. ***

Im Zen­trum der Haupt­stadt San­ti­a­go kamen trotz der bru­tal­en Repres­sion der Polizei und der Armee mehr als 100.000 Men­schen zusam­men. Ange­führt wur­den sie erneut von der Jugend.

*** Mon­tag — 18:31 — San­ti­a­go -
21.10.2019 — Denun­zi­a­tion der Lügen ver­bre­i­t­ende Medi­en:
Im Video kann man sehen, wie sich eine Men­schen­masse vor dem Redak­tion­s­ge­bäude des Kanals “Megav­isión” ver­sam­melt. Das im Dien­ste der Bour­geoisie ste­hende Medi­um reprim­iert eigen­ständig die Men­schen mit einem Wasser­strahl, der aus dem Gebäude kommt.

*** Mon­tag — Genf -
Die ehe­ma­lige Präsi­den­ten, Michelle Bachelet, die seit Sep­tem­ber 2018 Hohe Kom­mis­sarin für Men­schen­rechte der Vere­in­ten Natio­nen ist, unter­lässt es, die zahlre­ichen Men­schen­rechtsver­let­zun­gen und Tote durch die Hand der Regierung der let­zten Tagen anzuprangern: „Ich bin sehr besorgt und trau­rig über die Gewalt, die Todes­fälle und die Ver­let­zun­gen in Chile. Ich fordere die Regierung auf, mit allen Sek­toren zusam­men­zuar­beit­en und Wege für die Lösung von Missstän­den zu find­en.”

*** Mon­tag — 10:30 — San­ti­a­go — Plaza Italia -
Weit­ere bewe­gende Szenen der Freude und Kampf­bere­itschaft. Die Menge skandiert, u.a., „Das vere­inigte Volk wird niemals besiegt wer­den!“ „Ohhh, Chile ist erwacht, ist erwacht, ist erwacht…!“, „Das Volk, das Volk, wo ist das Volk? Ist auf den Straßen und fordert Würde“, „Wie gehen hier nicht weg!“, uvm.

🌎 #Mun­do 🇨🇱 #Chile #LOÚLTIMO Masi­va protes­ta de los estu­di­antes y huel­ga gen­er­al | Fue con­vo­ca­da por más de veinte orga­ni­za­ciones luego de que los estu­di­antes lla­ma­ran a mov­i­lizarse | La nue­va huel­ga gen­er­al fue con­vo­ca­da después de un fin de sem­ana de man­i­festa­ciones vio­len­tas y con la ciu­dad com­ple­ta­mente mil­i­ta­riza­da.

Slået op af Infór­mate Perú i Mandag den 21. okto­ber 2019

*** Mon­tag — 09:04 Uhr — San­ti­a­go — Plaza Italia -
Es find­en riesige Demon­stra­tio­nen statt. Während­dessen strahlen regierungsna­hen Medi­en in Dauer­schleife die Fol­gen von Plün­derun­gen. Dabei ver­suchen sie ein Kli­ma des Chaos zu sug­gerieren, der nur mit­tels polizeilichen Maß­nah­men zu lösen wären. Nicht wenige Men­schen fall­en hiere­in. Dabei ist es wichtig zu beto­nen, dass die Kon­ti­nu­ität solch­er Aktio­nen teils einen spon­ta­nen Chark­ter haben, jedoch auch Pro­dukt der allmäh­lich sich formierende Koor­dinierung von unten, auch von Organ­i­sa­tion der Schü­lerIn­nen und Studieren­den: ASES, CONFECH, Basis­gew­erkschaften… Die Menge skandiert „Scheiß Sol­dat­en!“, „Sol­dat­en zurück in die Kaser­nen!“, „Wir fürcht­en uns nicht!“ „Springe, wenn du kein Bulle bist!“, „Chile hat die Angst ver­loren!“

Plaza italia #ChileDes­pertó #ResisteChile #ChileNoSeRindeRompi­en­do el cer­co monop­o­liza­do, com­parte!

Slået op af Pren­sa opal chile i Mandag den 21. okto­ber 2019

*** Mon­tag — 08:40
Hier gehen die Beschäftigte des Kranken­haus­es Bar­ros Luco gemein­sam mit Schüler*innen und Nachbar*innen gemein­sam auf die Straße.

Tra­ba­jadores del Hos­pi­tal Bar­ros Luco se mov­i­lizan por Gran Aveni­da, jun­to a pobladores y veci­nos. El paro va! Pppp

Slået op af La Izquier­da Diario Chile i Mandag den 21. okto­ber 2019

*** Mon­tag – 06:20
Die Gew­erkschaft der Hafenarbeiter*innen von Chile bestätigt die erfol­gre­iche Lahm­le­gung von 18 Häfen im Land.

Aufruf zum Gen­er­al­streik.
Heute laufen zahlre­iche Streiks und Demon­stra­tio­nen im ganzem Land. Die Beschäftigten zahlre­ich­er Unternehmen und Betriebe haben sich dem Aufruf der kämpferischen Gew­erkschaft der Hafenarbeiter*innen angeschlossen. Pikant ist dabei, dass die von der Kom­mu­nis­tis­chen Partei Chiles (KPCh) ange­führte CUT (Ein­heitlich­er Dachver­band der Arbeiter*innen) durch Abwe­sen­heit und Schweigen glänzt. Während die Massen auf den Straßen sind und den Rück­tritt Piñeras fordern, beschränkt sich die KPCh auf Auf­forderun­gen an die Regierung, den sozialen Forderun­gen eine Antwort zu geben. Dies liegt daran, dass die KPCh Teil des Regimes war und ist, was auch die Recht­en in Sen­at und Par­la­ment auss­chlacht­en.

*** Son­ntag, 20.10. ***

*** Son­ntag — 19:44 — Region Antofa­gas­ta
Die Bergarbeiter*nnen aus der Gew­erkschaft Nr. 1 der Bergmine Escon­di­da in der Region Antofa­gas­ta im Nor­den des Lan­des rufen zum ein­tägi­gen Streik auf. Dabei hal­ten sie alle andere Bergarbeiter*innen Chiles an zur „Läh­mung des gesamten Berg­baus in Chile, bis sich die mil­itärischen und repres­siv­en Kräfte von der Straße zurück­ge­zo­gen haben“. Im Video skandieren sie: “Keine Repres­sion mehr!, kein Amtsmis­brauch mehr!, höhere Löhne jet­zt!”

*** Son­ntag — 16:18 — Antofa­gas­ta -
Die Ver­samm­lung der Studieren­den der Medi­zin der Uni­ver­sität von Antofa­gas­ta, im Nor­den Chiles, ruft zur Teil­nahme am Streik, gemein­sam mit den Arbei­t­erIn­nen. Dabei wollen sie auch medi­zinis­che Nothil­fe­grup­pen, Selb­stschutzkomi­tees und Koor­dinierungskomi­tees bilden, um den Ver­let­zten erste Hil­fe vor Ort zu leis­ten, sich vor der Repres­sion schützen und Brück­en zu den Arbeiter*innen zu bauen.

Asam­blea de Med­i­c­i­na en Antofa­gas­ta, vota­mos lev­an­tar comi­siones de aux­ilio y en artic­u­lación con otros sec­tores, repu­dian­do la repre­sión y el esta­do de excep­ción que se lev­an­ta en Antofa­gas­ta, hacien­do un lla­ma­do a las y los estu­di­antes de la UA que se sumen al paro nacional.

Slået op af La Izquier­da Diario Chile i Søndag den 20. okto­ber 2019

*** Son­ntag – San­ti­a­go — Plaza Italia -
Die Massen drän­gen die Mil­itärs zurück.
Epis­che Szenen spie­len sich ab. Eine Brigade der Armee stürmte den Platz, um die Menge zu vertreiben. Dabei schossen sie mit Schrot­flinten auf die Demonstrant*innen. Diese, statt der erhofften Flucht, gin­gen auf die Sol­dat­en zu. Die entschlossene und furcht­lose Menge ver­trieb anschließend die Sol­dat­en, die angesichts der Entschlossen­heit der Men­schen vor Ort die Flucht ergrif­f­en.

***Repres­sion

Die Repres­sion ist bru­tal. Achtung, sehr harte Bilder aus dem Klassenkampf

Ille­gale Fes­t­nah­men friedlich­er Spaziergänger*innen

Hier wer­den ange­bliche Plün­der­er auf offen­er Straßen erschossen

Mil­itär­polizei in Ziv­il schießt mit Schnellfeuer­waf­fen mit­ten in der Stadt

Kinder und Jugendliche wer­den angeschossen

Tote wer­den wie Vieh in den Polizei­wa­gen geladen

***Sam­stag, 19.10. ***

In der Nacht zum Son­ntag gehen die Auf­stände in ganz Chile weit­er. Anwohner*innen in Val­paraiso ver­wick­eln Nachts patrouil­lierende Mil­itärs in Diskus­sio­nen.

⚠️#Valpo Situación Actu­al.

Slået op af Infos­chile i Lørdag den 19. okto­ber 2019

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Die Regierung weit­et den Not­stand aus und übergibt den Mil­itärs die Kon­trolle über Val­paraí­so, Con­cep­ción, Coquim­bo, La Ser­e­na und Rancagua und ver­hängt die Aus­gangssperre auch in Val­paraí­so. Zahlre­iche Tote sind die Folge dieser Repres­sion.

***

Als die Aus­gangssperre um 22:00 Uhr in Kraft tritt, wird sie kon­stant über­gan­gen: mit Bar­rikaden, Cacero­la­zos und ein­er geball­ten Wut, die sich in dutzen­den ver­bran­nten Bussen und Polizeis­ta­tio­nen, geplün­derten Super­märk­ten und angezün­de­ten öffentlichen Gebäu­den wie dem Rathaus von Quilpué aus­drückt. „Sym­bole der Macht“ wie das Gebäude des „El Mer­cu­rio“ in Val­paraí­so, der tra­di­tionellen Zeitung der chilenis­chen Reak­tion, wer­den in Brand geset­zt.

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*** Sam­stag — San­ti­a­go — Plaza Italia
Nach­dem der chilenis­che Präsi­dent Sebas­t­ian Piñera den #Aus­nah­mezu­s­tand aus­gerufen hat­te, begann das Mil­itär wichtige Knoten­punk­te der Haupt­stadt Chiles zu beset­zen. Das Ziel ist die Bevölkerung einzuschüchtern, um sie aus den Straßen zu vertreiben. In diesem Video, das auf den Straßen San­ti­a­gos aufgenom­men wurde, sieht man: Statt der erhofften Reak­tion bleiben die Men­schen nicht nur auf den Straßen, son­dern fordern die Sol­dat­en in die Kaserne zurück­zukehren. Es fall­en Schus­sal­ven, die Protestieren­den antworten mit Wur­fgeschossen. Die ver­has­ste chilenis­che Polizei erscheint, wirft Trä­nen­gas.

Aus­nah­mezu­s­tand in Chile

San­ti­a­go de Chile, 19. Okto­ber: Nach­dem der chilenis­che Präsi­dent Sebas­t­ian Piñera den #Aus­nah­mezu­s­tand aus­gerufen hat­te, begann das Mil­itär wichtige Knoten­punk­te der Haupt­stadt Chiles zu beset­zen. Das Ziel ist die Bevölkerung einzuschüchtern, um sie aus den Straßen zu vertreiben. In diesem Video, das gestern auf den Straßen San­ti­a­gos aufgenom­men wurde, sieht man: Statt der erhofften Reak­tion bleiben die Men­schen nicht nur auf den Straßen, son­dern fordern die Sol­dat­en in die Kaserne zurück­zukehren. Es fall­en Schus­sal­ven, die Protestieren­den antworten mit Wur­fgeschossen. Die ver­has­ste chilenis­che Polizei erscheint, wirft Trä­nen­gas. Mehr über die Sit­u­a­tion in #Chile bald auf KlasseGegenKlasse.orgVideo : Daniel Quin­tana D.

Slået op af Klasse Gegen Klasse i Søndag den 20. okto­ber 2019

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Piñera verkün­det, die Tar­ifer­höhung „auszuset­zen“, um die Proteste zu beruhi­gen. Gle­ichzeit­ig verkün­det der während des Not­standes für San­ti­a­go zuständi­ge Gen­er­al Itur­ria­ga del Cam­po eine nächtliche Aus­gangssperre, wie sie seit 1987 während der Mil­itärdik­tatur nicht mehr ver­hängt wurde.

***Fre­itag, 18.10. ***

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Am Fre­itag Abend verkün­det Piñera die Anwen­dung des „Geset­zes zur Inneren Sicher­heit des Staates“ aus der Dik­tatur. Damit wird der Aus­nah­mezu­s­tand einge­führt und das Mil­itär übern­immt die Kon­trolle über die Haupt­stadt San­ti­a­go. Die ganze Stadt erhebt sich als Reak­tion – vom Stadtzen­trum um den Präsi­den­ten­palast La Mon­e­da bis hin zu den Randge­bi­eten, wo sich die Wut der Massen auf den Straßen mit Demon­stra­tio­nen und Bar­rikaden aus­drückt. In ganz San­ti­a­go ver­anstal­ten Hun­dert­tausende mit Kochtöpfen laut­starke Proteste, Cacero­la­zos, und liefern sich Auseinan­der­set­zun­gen mit der Polizei und dem Mil­itär. In der Kom­mune Maipú und vie­len anderen periph­eren Bezirken find­et eine echte „Schlacht“ statt, die die Polizei zum Rück­zug zwingt. Gebäude pri­vater Unternehmen, ganze U‑Bahn-Sta­tio­nen und öffentliche Orte wer­den angezün­det, ohne dass die Polizei in der Lage ist, etwas dage­gen zu unternehmen.

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Am Fre­itag ver­wan­deln sich diese Proteste in eine soziale Erhe­bung gegen die Regierung. Der Tag begin­nt mit mas­siv­en Protesten, die den ganzen Tag über die U‑Bahn-Sta­tio­nen beset­zt hal­ten. Die bru­tale Repres­sion gegen Jugendliche, Frauen, Rentner*innen und Kinder ver­bre­it­et sich und führt zu Auseinan­der­set­zun­gen in über 70 U‑Bahn-Sta­tio­nen. Als die Regierung fast alle U‑Bahn-Lin­ien schließt, bricht das Chaos in San­ti­a­go aus: Alle wichti­gen Haupt­straßen und das Bahn­sys­tem wer­den durch die Demon­stra­tio­nen block­iert.

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Seit Mon­tag, den 14. Okto­ber, gibt es in der chilenis­chen Haupt­stadt San­ti­a­go Proteste gegen die von Präsi­dent Piñera verkün­dete Erhöhung der Tick­et­preise im Nahverkehr. Schüler*innen organ­isierten Demon­stra­tio­nen in den U‑Bahn-Sta­tio­nen, beset­zten Bahn­steige und zer­störten Drehkreuze am Ein­gang der U‑Bahn.

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